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Anzeige der Artikel nach Schlagwörtern: Johanna Neß

Uraufführung des Auftragswerks der Göttinger Stadtkantorei zum Reformationsjubiläum am 26. November in der Johanniskirche

Montag, 12 Dezember 2016 16:45

Ja, ist denn schon Weihnachten?

"Weihnachtsoratorium" und "Magnificat" in der Johanniskirche mit der Göttinger Stadtkantorei, dem Göttinger Kammerchor und dem Göttinger Barockorchester

Donnerstag, 08 Dezember 2016 07:45

Klassiker in der Adventszeit

Kantaten zum Advent mit der Albanikantorei

Mittwoch, 22 Juni 2016 21:50

Musikalischer Start in den Sommer

Das diesjährige Sommerkonzert der Kantorei St. Albani stand ganz im Zeichen der Kantate „Herz und Mund und Tat und Leben“ von Johann Sebastian Bach. Diese Kantate besteht aus zwei Teilen, die jeweils mit derselben beliebten und bekannten Choralvertonung auf die Texte „Wohl mir, dass ich Jesum habe“ und - im zweiten Teil - „Jesus bleibet meine Freude“ enden. Zwischen den beiden Teilen der Kantate gab es zu Bachs Zeiten im Gottesdienst die etwa einstündige Predigt. Im Konzert wurde an dieser Stelle die Messe in G-Dur von Franz Schubert eingeschoben.

Die Kantorei und das Collegium coll’arco musizierten solide und zuverlässig. Allerdings hätte man sich insbesondere im Choral eine etwas sensiblere und elastischere Bassbegleitung gewünscht. Glanzpunkte setzten die Gesangssolisten: Johanna Neß als stets strahlender Sopran mit ihrer faszinierenden und disziplinierten Stimmführung, Marie Sande-Papenmeyer mit einem schlanken Alt sowie Jochen Faulhammer als flexibler Bass gestalteten ihre Partien sehr ansprechend. Zu nennen ist auch der Tenor Sven Olaf Gerdes, der in der Psalmvertonung von Heinrich Schütz „Lobe den Herrn meine Seele“ durch seinen schön gestalteten Part besonders Eindruck machte. Alle vier Solistinnen und Solisten harmonierten stimmlich hervorragend miteinander.

Die Streicher des Orchesters konnten nicht immer mit dem Niveau der Solisten mithalten. Auffällig war dies vor allem zu Beginn des Konzerts bei der Sinfonia in G-Dur für Streichorchester von Michael Haydn, die nicht immer frei von Intonationstrübungen war.
Arwed Henking hatte die Sängerinnen und Sänger der Kantorei gründlich vorbereitet, so dass diese sicher und frei musizieren konnten. Die Werke aus verschiedenen Epochen erklangen frisch und abgerundet im Stil. Das Publikum bedankte sich mit herzlichem Beifall für diesen musikalischen Start in den Sommer.

Samstag, 26 Dezember 2015 19:44

Die Feinheiten der Musik in Adamskes Händen

Wenn der Evangelist beginnt, sein erstes Rezitativ zu singen „Es begab sich aber zu der Zeit, dass ein Gebot von dem Kaiser Augustus ausging“, dann wissen wir, es ist die Zeit des Weihnachtsoratoriums gekommen. Ein ganz besonderes Erlebnis ist es, wenn die Musik von Johann Sebastian Bach tatsächlich zu Weihnachten erklingt und nicht viel zu früh in der Adventszeit. Und so war es auch ein ganz besonderer Moment am ersten Weihnachtsfeiertag in der Klosterkirche Nikolausberg: Antonius Adamske, sein Kammerchor St. Petri, das Göttinger Barockorchester und vier Gesangssolisten hatten zu den Kantaten I bis III des Weihnachtsoratoriums eingeladen. Eine ausverkaufte Kirche war der Dank für diese Einladung.

Schon im berühmten Eingangschor der ersten Kantate „Jauchzet, frohlocket“ wurde klar, dass das Göttinger Barockorchester mit seinem Konzertmeister Henning Vater gut aufgelegt war. Das galt besonders für den Trompeter Rupprecht Drees. Alle Musikerinnen und Musiker nahmen die Impulse des Dirigenten Antonius Adamske zu jedem Zeitpunkt perfekt auf. Die kleine Besetzung (alle Stimmen waren solistisch besetzt) sorgte für einen durchsichtigen, klaren Klang.

Das galt leider nicht für den Chor. Auch hier war die Besetzung kammermusikalisch klein. Die Sängerinnen und Sänger setzten jedoch die von Adamske gesetzten Impulse nur zögerlich um, es entwickelte sich kein harmonischer Gesamtklang und es fehlte bisweilen auch klangliche Frische. Das war ein wenig schade, wo doch Adamske die Feinheiten der Musik in seinen Händen und Gesten widerspiegelte. Aber natürlich sorgte die Musik von Johann Sebastian Bach auch bei den Chorsätzen und den Chorälen für festliche Stimmung in der Kirche.

Die Solisten des Abends hatten entscheidenden Anteil an dieser Stimmung. Besonders genannt sei der Tenor Georg Drake. Seine Stimme erreichte mit Leichtigkeit die höchsten Höhen, die Koloraturen in der Hirtenarie klangen gar nicht als schwieriger Part sondern vielmehr als verspielte Verzierungen. Johanna Krödel gestaltete ihre Alt-Partie ausdrucksstark. Gemeinsam mit Adamske gestaltete sie die Arie „Schlafe, mein Liebster“ so spannend, dass man eher enttäuscht war, nicht noch ein „da capo“ zu hören. Die Sopranistin hat in den Kantaten I bis III nur wenig zu tun. So war der Part von Johanna Neß ein wenig undankbar. Lange musste sie auf ihren ersten Einsatz (als Engel) warten. Aber sie sang diesen kurzen Part genauso strahlend wie später das Duett mit ihrem Bass-Kollegen „Herr, dein Mitleid, dein Erbarmen“. Hier, wie auch in den anderen Arien, überzeugte der junge italienische Bassist Luciano Lodi mit seiner warmen Stimme. In seiner Arie „Großer Herr, o starker König“ hätte man sich vielleicht noch ein wenig mehr Kraft gewünscht.

Leider waren weder die Namen der Mitwirkenden noch irgendwelche weiterführenden Informationen im Programmheft nachzulesen. Das ist sehr schade und wird den Musikerinnen und Musikern, insbesondere aber den Solistinnen und Solisten nicht gerecht.

Eine schöne Idee von Antonius Adamske war es, am Ende nach der dritten Kantate noch den Choral „Nun seid ihr wohl gerochen“ aus der sechsten Kantate anzufügen. Hier holte er die vier Solisten nach vorne, das gesamte Ensemble konnte noch einmal so richtig erstrahlen. Jubelnder Applaus und die Wiederholung dieses Chorals als Zugabe beendeten ein eindrucksvolles Konzert am ersten Weihnachtsfeiertag.

Mittwoch, 18 November 2015 08:35

Barocker Opernzauber mit „Armide“

Ein musikalisches Fest in der Nikolausberger Klosterkirche

Musiker sind auch Schatzgräber, wenn sie sich wie Antonius Adamske für barocke Meisterwerke begeistern, die viel zu selten aufgeführt werden. Jean Baptiste Lullys Oper ist so ein Fall. Nur wenige Bühnen wagten sich in den letzten Jahren an diese lyrische Tragödie um eine arabische Zauberin, die sich in einen Kreuzritter verliebt. Dabei bezaubert die Oper schon in den ersten Motiven der festlichen Ouvertüre und später um so mehr. Wenn Lully ein vielfarbiges Arrangement von Arien und Rezitativen entfaltet und immer wieder mit den Chorstimmen verwebt.

Der Göttinger Musiker und Chorleiter wagte mit der Bergung dieses barocken Schatzes  gleich ein weiteres Abenteuer mit der Aufführung in der Nikolausberger Klosterkirche. Für Kammerkonzerte ist der Altarraum wunderbar geeignet. Aber wo sollte der Raum herkommen für das Barockorchester Musica Affettuosa Borussica Potsdam, für die Solisten und den Kammerchor St. Petri und für die vielen Ballettszenen, mit denen Lully sein adliges Publikum am Hof von Ludwig XIV ja ebenfalls zu entzücken wusste.
Mit farbigem Lichteinsatz, viel szenischer Fantasie und reflektierenden Spiegelelementen entstand ein effektvoller Bühnenraum für all die großen Gefühle, die in dieser Oper kollidieren.

Auch bei Armide geht es wie so oft um ein emotionales Chaos, in das die Protagonisten verwickelt werden. Um Ruhm Ehre und Machtspiele und um  Kränkungen, die sich nicht so leicht verschmerzen lassen. Armides magische Kräfte versagen, wenn sie den Kreuzritter Renaud vernichten will. Aber auch der kämpferische Held verliert den strategischen Überblick und wird zum leidenschaftlichen Schwärmer.

Im Prolog der Oper liefern sich Vernunft und Weisheit einen munteren Wettstreit, der sich später auch auf das Gefolge von Armide und Renaud überträgt. Zwischenzeitlich weiß keiner mehr so recht, ob er jetzt vernünftig handeln oder auf diese innere Stimme vertrauen soll, die sich eher von Gefühlen leiten lässt und von Sehnsüchten. Auch das Liebespaar ist sich seiner Sache keineswegs sicher und treibt ein doppelbödiges Spiel, das Regisseur Freimund Pankow wunderbar subtil in Szene gesetzt hat. Die Idee mit reflektierenden Spiegelelementen zu arbeiten trifft den Kern dieses musikalischen Dramas, in dem der Schein eben auch trügt, weil die emotionalen Kraftproben vor dem Hindergrund eines politischen Kräftemessens stattfinden, das schließlich in die Eroberung Jerusalems mündete. In den Spiegelungen erscheint die heldenhafte Pose so verzerrt wie der magische Liebeszauber, während die lyrische Tragödie ihren Lauf nimmt, weil der Ruhm am Ende doch mehr lockt als die verwirrende Welt der großen Gefühle.

Das Gefühlschaos spiegelt sich auch in den Auftritten des Kammerchors St. Petri Weende. Für Ballettszenen wäre nun wirklich kein Raum mehr in der Nikolausberger Klosterkirche. Also macht Pankow aus der Not eine Tugend, in dem er die Sängerinnen und Sänger immer wieder gestisch und szenisch einsetzt. Das tut dem musikalischen Drama nicht immer gut, weil sich dabei manchmal ein Gefühl von visueller Überfülle einstellt, auch mit all den Farb- und Lichteffekten und den ebenso effektvoll eingesetzten Requisiten, die einander bedrängen.

Lully lieferte mit seiner Armide“ natürlich auch die Vorlage für ein grandioses barockes Fest. Aber das wird es vor allem durch die Solisten, die wunderbar harmonierenden Stimmen des St. Petri Kammerchor und die Musiker der Musica Affettuosa Borussica Potsdam, die unter der Leitung von Antonius Adamske so fein austarierte Klangbilder entwickeln.

Besonders die Solisten machen diesen Opernabend zu einem Fest der Stimmen. Mit Anna Bineta Diouf in der Rolle der Armide, deren kraftvoller Mezzosopran der auch in den heiklen Sopranlagen noch strahlt. Und mit den Sopranistinnen Johanna Neß und Sophia Körber, die besonders in den vielen Duett Rezitativen in den schönsten Stimmfarben begeistern. Tenor Robert Macfarlane gestaltete  die Partie des Renaud mit warmem Timbre, das einen schönen Kontrast bildet zu Daniel Preis und seinem dunkel eingefärbten Tenor und dem kraftvoll geerdeten Bassbariton von Mathias Tönges.

Montag, 31 März 2014 16:22

Anhaltende Stille als Applaus

Für sein Passionskonzert holte Arwed Henking Werke von gleich drei Komponisten in die Albanikirche. Die „Markus-Passion“ des unbekannten Komponisten Keiser hatte Johann Sebastian Bach mehrfach zur Aufführung gebracht. Zur letzten Aufführung hat er das Werk um Arien von Georg Friedrich Händel sowie um eigene Choräle ergänzt. Diese „Drei Komponisten Fassung“ („Pasticcio“) hatte Henking nun für sein Göttinger Konzert ausgewählt.

Das war musikalisch eine sehr gute Wahl und machte die Aufführung spannend und vielseitig. Das lag aber nicht nur an den Noten sondern auch an den Wiedergebenden: das von Henning Vater zusammengestellte Kammerorchester war klein, aber sehr fein besetzt. In den Arien konnten die Oboe (Martin Jelev), beide Geigen (Henning Vater und Franziska Hahn) glänzen, das Continuo war mit Steffen Voss (Fagott), Anne Sabin (Violoncello), Martin Fliege (Kontrabass) und Monika Henking (Orgel) mehr als zuverlässig besetzt.

Und auch bei der Wahl der Solisten bewies Henking ein glückliches Händchen: Sven Olaf Gerdes ist ein gerne gesehener Tenor-Solist in St. Albani. Die Rolle des Evangelisten gestaltete Gerdes vielfältig und wirkungsvoll. Johanna Neß konnte mit ihrem klaren, schlanken Sopran begeistern, Christoph Grasse zeigte als Altus viel Kraft und Virtuosität. Jochen Faulhammer zeigte als Bassist vor allem in der Tiefe eine wunderbar warme Stimme – die ganze Passion konnte man sich auf seine Arie im Schlussteil freuen. Lediglich bei den Passagen und Arien mit Tobias Wolff (Tenor) hätte man sich etwas mehr Volumen  und Klang gewünscht.

Die Kantorei St. Albani war gut vorbereitet. Die Choristen waren die einzigen Laienmusiker an diesem Abend. Sie waren aber hellwach und gestalteten ihren Part lebhaft und klangschön. Auch nach langen Passagen des Schweigens und darauf folgenden plötzlichen Einsätzen wirkten sie konzentriert. Gerade in den Chorsätzen konnte man sich vorstellen, wie sich Bach von der Art der Chorsätze hat inspirieren lassen.

Zum Abschluss des knapp zweistündigen Konzertes in der gut besuchten Albanikirche erklang die tiefe Glocke der Kirche. Die langanhaltende Stille ist als langanhaltender Applaus für diesen Abend zu bewerten.

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