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Anzeige der Artikel nach Schlagwörtern: Kantorei St Jacobi

Dienstag, 19 Dezember 2017 23:16

Mit Pauken und Trompeten

Bachs „Weihnachtsoratorium“: Kantaten IV bis VI sowie die Kantate „Gelobet seist du, Jesu Christ“ in der Jacobikirche

Mittwoch, 01 November 2017 21:43

Was für ein Abenteuer

Stefan Kordes, Judith Kara, Clemens Löschmann, das GSO und die Kantorei St. Jacobi begeistern in der szenischen Aufführung des Oratoriums „Jan Hus“. - Mit Bildergalerie!

Donnerstag, 06 April 2017 13:34

Kirchenmusik in St. Jacobi am Karfreitag und Ostern

Andacht zur Todesstunde Jesu am Karfreitag, 14. April 2017, um 15 Uhr

In St. Jacobi findet am Karfreitag in jedem Jahr um 15 Uhr die Andacht zur Todesstunde Jesu statt, die traditionell vom Kammerchor St. Jacobi gestaltet wird. In diesem Jahr steht ein zentrales, und dennoch weitgehend unbekanntes Werk der Lutherischen Kirchenmusik auf dem Programm: Die Matthäuspassion Johann Walters aus dem Jahr 1530.

Walter gilt als der „Urkantor“ der evangelischen Kirchenmusik. Als guter Freund und Wegbegleiter Martin Luthers setzte er dessen reformatorische Ideen auf dem Gebiet der Kirchenmusik um, z.B. durch viele Lieder und Gesangbücher, durch die Einführung des Bürgerlichen Gesangswesens in der Torgauer Kantorei, durch die gemeinsam mit Luther entwickelte „deutsche Messe“ und nicht zuletzt durch die Komposition von Passionsberichten für die liturgische Aufführung an Palmsonntag und Karfreitag.
Der Kammerchor St. Jacobi schlägt in diesem Jahr in der Andacht zur Todesstunde Jesu mit der Aufführung von Walters Matthäuspassion den Bogen zwischen liturgischem Anlass und Reformationsjubiläum. Das musikalisch sehr schlichte, aber deshalb besonders eindrückliche Werk war aus der Musikpraxis nahezu vollständig verschwunden, weswegen die Noten für die diesjährige Aufführung erst nach alten Quellen erstellt werden mussten.

Es singt der Kammerchor St. Jacobi, Andreas Jedamzik, Evangelist, Arne zur Nieden, Jesus, die Leitung hat Stefan Kordes.

Außerdem erklingen Motetten von Heinrich Schütz, sowie norddeutsche Orgelmusik. Die Ansprache hält Pastor Harald Storz.

Liturgische Osternacht mit der Kantorei St. Jacobi am Karsamstag, den 15. April um 23 Uhr

Auch in diesem Jahr wird in St. Jacobi das Fest der Auferstehung Jesu mit einer stimmungsvollen Feier der Osternacht begonnen. Die zuerst dunkle Kirche wird am Übergang zum Ostersonntag nach und nach durch Entzünden vieler Kerzen immer heller, bis mit dem Osterevangelium und der Wandlung des Altars der Ostermorgen spürbar anbricht.

Es wirken mit: Pastor Harald Storz, Kantor Stefan Kordes sowie die Kantorei St. Jacobi.

Montag, 06 Februar 2017 09:23

Eine Vorschau auf den Frühling

Das Göttinger Symphonieorchester musizierte Bartok und Liszt

„Das ewig Weibliche“, so lautete das Motto des Konzerts im Philharmonischen Zyklus des Göttinger Symphonie Orchesters, in dem zwei Werke mit großen Kontrasten auf dem Programm in der vollbesetzten Stadthalle standen. Das Motto war dem Chorpart der Faust-Symphonie von Franz Liszt entnommen, die im zweiten Teil des Konzerts zu hören war. Zu Beginn stand das dritte Klavierkonzert von Béla Bartók auf dem Programm. Solist war der vielfach ausgezeichnete Pianist David Kadouch, der mit seinem transparenten Spiel und den Naturmotiven im ersten Satz Frühlingsstimmung aufkommen ließ. Denkt man bei Bartok an stark rhythmisch und motorisch geprägte Musik, enttäuschte der melodische zweite Satz diese Hörerwartungen. Kadouch machte die fast meditative Ruhe dieses Satzes zum Hörerlebnis, um dann im dritten Satz seine ganze Virtuosität voller Leichtigkeit auszuspielen.

Das GSO war unter der inspirierenden Leitung von Christoph-Mathias Mueller ein kongenialer Begleiter des Solisten. Als Zugabe spielte Kadouch Debussys „Clair de lune“ und bedankte sich so für den enthusiastischen Applaus des Publikums.

Kommt das Thema auf Goethes Faust, denkt man in dieser Jahreszeit an den Osterspaziergang - den hatte das Klavierkonzert mit seinen Naturmotiven bereits vorweggenommen. Die Symphonie widmet sich in den ersten drei Sätzen den Charakterstudien von Faust, Gretchen und Mephisto. Starke Kontraste von zarter Innerlichkeit bis zu dämonischem Kampf sind in den Sätzen angelegt und fordern von den Musikern große Spannungsbögen und immer wieder solistische Passagen. Hier zeigte sich die Qualität des GSO in allen Stimmgruppen. Besonders ist das Oboensolo von Tiago Coimbra hervorzuheben, der im zweiten Satz mit Atsushi Komatsu-Hayakawa (Viola) ein hinreißendes Liebesduett spielte. Der Schlusschor im vierten Satzes der Symphonie wurde für die Uraufführung ergänzt, um das Werk festlich enden zu lassen. Der glänzend aufgelegte Tenor Clemens Löschmann und die vereinten Männerstimmen aus der Göttinger Stadtkantorei und der Kantorei St. Jacobi ließen das Werk feierlich mit „Das ewig Weibliche zieht uns hinan“ enden - was ein Frauenchor aus Mitgliedern beider Kantoreien im GSO-Konzert am 3. und 4. März mit Mahlers Symphonie Nr. 3 erwidern wird. Mit einem langanhaltenden, begeisterten Applaus bedankte sich das Publikum bei den Musikern.

Montag, 07 Juli 2014 13:01

Mit Pauken und Trompeten

Klanggewaltige Psalmen und Tänze in St. Jacobi

Am Sonntagabend präsentierten die Kantorei St. Jacobi und das Göttinger Symphonie Orchester (GSO) unter der Leitung von Stefan Kordes Werke von Komponisten, die alle eins gemeinsam hatten: Einen abenteuerlichen, sehr bewegten Lebensweg. Das zweistündige Programm spiegelte einige Lebensstationen der Künstler effektvoll wieder und bot im Zusammenspiel von Chor und Instrumentalisten (vielfältig besetzt mit Orgel, Celesta, Klavier, Altsaxophon, Harfen und reichhaltigem Schlagwerk) den Zuhörern der knapp halbvollen Jacobikirche einen klanggewaltigen Abend.

Zwei Psalmvertonungen von Alexander Zemlinsky rahmten das Konzert: Psalm 13 (Herr, wie lange willst du mein vergessen), geschrieben 1935 – zwei Jahre zuvor war Zemlinsky aus Furcht vor nationalsozialistischer Verfolgung nach Österreich geflüchtet, auch von hier wurde er später vertrieben. Text und Vertonung des Psalms bringen seine Verzweiflung greifbar zum Vorschein, die effektvolle, spannungsgeladene Komposition erinnert an Filmmusik, es scheint als hätte Zemlinsky mit der strahlenden Bombastik gegen seine Angst ankomponiert.

Der zum Abschluss des Konzerts erklingende Psalm 23 (Der Herr ist mein Hirte) von 1910 beginnt hingegen schlanker, steigert sich dann aber ebenso phänomenal, bevor die „grüne Aue“ als leichte Sommerwiese, klein instrumentiert mit Streicher-Pizzicati, Harfenklängen, Triangel und weiterem klingenden Schlagwerk, überraschend heiter und unspektakulär ausklingt. Diesen Psalm hatte Zemlinsky in einer Zeit erfolgreicher Etablierung als Dirigent erarbeitet.

Leider agierte das Orchester in diesen Werken meistens zu laut für den Chor, dessen Einsätze man als Zuhörer manchmal kaum mitbekam. Obwohl der Chor vor allem die Abschlusskonsonanten extrem artikulierte, war daher auch vom Text Zemlinskys wenig zu verstehen.

Letzteres war allerdings zu verschmerzen, da Zemlinsky seine Empfindungen ja mehr oder weniger auskomponiert hat. So bestrahlten bei beiden Psalmen nach effektvollen Generalpausen gesetzte, gleichzeitige Einsätze von Chor und Orgel den Kirchenraum mit Hoffnung und Zuversicht. Der Emotionalität solcher mitreißend aufgeführter Stellen konnte man sich nicht entziehen.

Angesichts so viel vertonten Gefühls kann man sich kaum vorstellen, dass Zemlinsky eine lebenslange Freundschaft mit Arnold Schönberg verband und beide auf Sergej Rachmaninoff als „letzten Romantiker“ herab sahen. Dessen Vorliebe für schwelgerische Themen, vor allem aus seinen Klavierkonzerten bekannt, brachte das GSO in den Sinfonischen Tänzen von 1940 zu Gehör – dem letzten vollendeten Werk des Komponisten, geschrieben im Exil in den USA. Rachmaninoff bezeichnete diese dreisätzige Komposition, in der er mehrere Stationen seines Lebens und Schaffens verarbeitet, als sein bestes Werk. Den ersten Satz durchzieht ein mitreißendes Thema aus absteigenden Dreiklängen – vielen vermutlich aus der Fernsehserie Quarks & Co bekannt – welches in einer langen, solistischen Passage von den Holzbläsern variiert wird. Sind die schwelgerischen Themen im ersten Satz noch lang und als solche gut mitzuverfolgen, sperren sich dieselben des zweiten und dritten Satzes der Eingängigkeit und gehen in keine eindeutige Richtung mehr. Hier war auch die Kirchenakustik von großem Nachteil: Durch abrupte Wechsel in der Lautstärke gingen vielfach eingebauten Solostellen verschiedener Instrumentalisten im Nachhall unter – schade um die Details.

Die romantische Stimmungsmalerei endete in gewaltigem musikalischem Donner. Nach der Pause ging es mit sonnigem Mendelssohn weiter: Psalm 95 („Kommt, lasst uns anbeten“), komponiert 1838, ist ein Chorwerk ohne reinen Chorsatz – zwei Soprane (Charlotte Diekmann und Anna Gann) und ein Tenor (Andreas Fischer) sangen im stetigen Wechsel mit der Kantorei. Die Sing- und Spielfreude war groß, besonders im zweiten Satz, übrigens passend zum Text („Kommet herzu, lasst uns dem Herrn frohlocken und jauchzen dem Hort unsers Heils“).

In der Mitte der zweiten Konzerthälfte spielte das GSO die Polowetzer Tänze von Alexander Borodin – ein wunderbar schwingendes, kontrastreiches Stück voller Orientalismen, in welchem die Instrumentalisten akrobatisch von einer Emotion in die andere sprangen. Viele der rhythmisch anspruchsvollen Stellen dürften vor der nächsten Aufführung allerdings nochmal geübt werden.

Samstag, 07 Juni 2014 09:52

Ein Kontrapunkt zu Händel

Englische Kathedralmusik mit Stefan Kordes

Die Orgelmusik an St. Jacobi hat eine lange Tradition. Am Freitag war die 1727. Orgelmusik in der Jacobikirche zu hören. Zu den Händel-Festspielen wählt Kantor Stefan Kordes traditionell einen „Kontrapunkt“ zum Festspielprogramm. In diesem Jahr lautete die Überschrift „Englische Kathedralmusik zum 80. Todestag von Edward Elgar“

Es war also ein britischer Abend, der mit den „11 Vesper voluntaries“ von Edward Elgar begann. Diese erste explizite Komposition für Orgel von Elgar gestaltete Kordes dicht und mit viel Dynamik. Unterbrochen wurden die 11 kurzen Stücke vom „Imperial March“ für das diamantene Kronjubiläum von Königin Victoria. Ursprünglich für großes Orchester geschrieben, erfreut sich die Orgelfassung großer Beliebtheit. Dazu passt das Werk gut in das diesjährige Händel-Motto „Herrschaftszeiten!“
Kordes wählte als Kontrast noch „Carol and Divertimento“ von Percy Whitlock (1903-1946). Die Musik des britischen Konzertorganisten passt gut zur großen Ott/Schmid-Orgel in St. Jacobi.

Zum Schluss zog Stefan Kordes zwar nicht alle Register, aber doch einige: die Orgelfassung von „Pomp and circumstance“ Nr. 1 von Edward Elgar erfüllte die gut besuchte Jacobikirche bis in den letzten Winkel. Und ein Register klang auch unten im Kirchenschiff: das Register „Mitsummen“ gehört zu diesem Stück dazu wie der Zimbelstern zu Weihnachten.

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