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Sonntag, 03 September 2017 18:57

Erweiterung des literarischen Horizonts

Die „Stillen Hunde“ spielten „Literarisches Roulette“ im Apex

Der Literaturherbst zu Gast bei Betten Heller

Neuer Mietervertrag und neues Programm im Apex

Nach langen Verhandlungen konnten nun die Unterschriften unter einen neuen Mietvertrag gesetzt werden: das Team vom „Apex Trinken + Essen“ sowie der Verein „Apex Kultur e.V.“ haben ihre Verträge für das Apex um weitere 10 Jahre verlängert. Beide Parteien betonen, dass die Kooperation der beiden Partner wunderbar funktioniere: „So stelle ich mir eine Partnerschaft vor“, erläutert der 1. Vorsitzende des Vereins Christoph Huber. „Jetzt können wir endlich die Ideen anpacken, die wir schon lange haben“, ergänzte Jacqueline Amirfallah von der Gastronomie. „Außerdem: erstaunlich, aber es macht Spaß mit denen“, sagt die Küchenchefin augenzwinkernd zur „Ehe“ mit den Kulturmachern des Apex.

Und beide können mit dem bisher erreichten sehr zufrieden sein: eine hohe Anzahl von Besuchern, viele ausverkaufte Veranstaltungen, ein erfreulich junges Publikum in den Veranstaltungen und auch in der Kneipe. Das Kulturticket entpuppt sich immer mehr zu einer Win-Win-Situation: die Studierenden in Göttingen zahlen einen Pauschalbetrag pro Semester und können dafür zahlreiche Kultureinrichtungen kostenlos oder sehr stark vergünstigt besuchen. Davon machen sie auch reichlich Gebrauch, nicht nur im Apex. Und die Kultureinrichtungen bekommen von diesem Pauschalbetrag einen fixen Anteil für ihre Einrichtungen. Eine Summe, mit der relativ fest geplant werden kann.

Zu den 240 Veranstaltungen kamen im vergangen Jahr über 14.000 Besucher, das ist eine Steigerung um 27,3%. „Wir haben ein Viertel Stammbesucher, die regelmäßig kommen. Die Hälfte der Besucher kommt ab und zu – und ein Viertel der Besucher kommt zum ersten Mal. Das ist eine super Kombination“, freut sich Christoph Huber. Und für 2015 deuten sich ähnliche Zahlen an. Stefan Dehler (2. Vorsitzender) ergänzt: „Dieser Kulturraum wird sehr intensiv genutzt, und zwar von sehr vielen verschiedenen Gruppen“. Das bestätigte auch Wolfgang Nisch von der Gastronomie. „Wir sind kein Restaurant, wir freuen uns über zahlreiche Gruppen, die zum Beispiel zum Kartenspielen kommen oder einen regelmäßigen Stammtisch haben.“

Neu im Team des Kulturvereins ist Sandra Kirchner. Sie bringt viel Erfahrung im Veranstaltungsbereich mit und ist unter anderem im Verein „Kulturlichter“ aktiv. Und so finden sich im neuen Programm ab September zahlreiche Konzerte in Kooperation mit dem Apex. Ein ständiger Kooperationspartner sind die Stillen Hunde – kein Wunder, sind doch die Macher der Stillen Hunde dieselben wie der Vereinsvorstand. Huber legt aber Wert auf die Feststellung: „Mit den Stillen Hunden verdienen Stefan Dehler und ich unser Geld. Das Apex ist unser Hobby und wird ehrenamtlich geführt.“ Dafür, dass die Trennung  vom Apex und den Stillen Hunden sauber geführt wird, ist auch Sandra Kirchner im Büro zuständig. Dehler ergänzt aber: „Wir geben gar nicht so viele Vorstellungen der Stillen Hunde. Wir sind häufig auswärts fest gebucht. Außerdem geben wir die attraktiven Termine an den Wochenenden vor allem den Künstlern, die mehrere Jahre im Voraus planen und buchen. Das sind vor allem Kabarett-Veranstaltungen.“

Im neuen Programm finden sich viele alte Bekannte wieder: so gibt es nach wie vor das Offene Singen mit Wieland Ulrichs, in der Vorweihnachtszeit kommt wieder die Compagnia Buffo mit Willie Lieverscheidt, Glen Wallbaum gastiert als Apex-Urgestein und auch mancher Kaberettist gastiert erneut im Apex, wie zum Beispiel Bernd Gieseking mit seinem Jahresrückblick. Und auch die Jazz-Session trifft sich jeweils letzten Donnerstag im Monat.

„Hier gibt es eine Idee der Kooperation mit der Gastronomie“, regt Wolfgang Nisch an. „Wir planen so etwas wie „Jazz Late Night“ auf der kleinen Bühne im Gastronomie-Bereich.

Aber im Programm findet sich auch viel Neues, vor allem neue Musikgruppen. Ein besonderer Höhepunkt findet am 3. November statt: der bekannte Jazz-Pianist Jan Behrens kommt mit dem Kontrabassisten Jürgen Osterloh zu einem Benefizkonzert ins Apex. Das Publikum wird um eine Spende für die medizinische Versorgung obdachloser Menschen gebeten. Hintergrund: Jan Behrens hat nach seinem Musikstudium noch ein Medizinstudium absolviert und ist praktizierender Arzt.

Das komplette Programm gibt es in Kürze auf www.apex-goe.de sowie hier im Kulturkalender des Kulturbüros veröffentlicht.

Am 17. Januar in der Stadtbibliothek

Zwei Erzählung von Edgar Allan Poe, vorgestellt von Stefan Dehler und Christoph Huber

Lachen ist gesund, sagt man. Es kommt aber darauf an, wer und über was oder wen lacht. Tatsache ist nämlich auch: Ein Witz kann tödlich enden. Dass muss der König eines fantastischen Reiches, der sich einen Spaß auf Kosten seines verkrüppelten Hofnarren macht, ebenso erfahren wie der venezianische Lebemann Fortunato, der zu spät erkennt, dass er einen alten Schulfreund wohl besser nicht allzu oft dem Gelächter der Gesellschaft hätte ausliefern sollen. Am Ende verliert der eine in der luftigen Höhe eines Festsaals Haut, Haar und Leben, während dem anderen der Atem in einer unterirdischen Sackgasse stockt.

Stefan Dehler und Christoph Huber stellen mit den zwei berühmten Kriminalerzählungen Poes spannende Fälle höchst kunstreichen Mordens als satirische Exempel vor. In dem einen Fall schwingen sie sich gemeinsam mit dem Publikum in die Höhen der geschmückten Festhallenkuppel einer königlichen Residenz auf, im anderen Fall steigen sie in die salpeterverseuchten Verliese eines venezianischen Palazzos hinunter.

Der „Lange Abend in der Stadtbibliothek“ am Freitag, den 17. Januar 2014 beginnt um 20.00 Uhr im Thomas-Buergenthal-Haus, Gotmarstraße 8, 37073 Göttingen. Die Karten sind ab sofort zum Preis von 18 Euro bei der Information in der Stadtbibliothek erhältlich und beinhalten einen Imbiss des „Gauß - Restaurants am Theater“.

Sonntag, 29 September 2013 11:54

Gesottenes und Gebratenes

Und wenn sie nicht gestorben sind... Moment, das kenn ich doch ganz anders

Sich vorlesen lassen, dazu passenden Klängen lauschen, gemütlich essen oder einen guten Tropfen trinken; so kann man einen Märchenabend angenehm verbringen. Die Stillen Hunde Christoph Huber und Stefan Dehler präsentierten gemeinsam mit Bernd Nawothnig und Band im Panorama-Restaurant des GDA-Wohnstiftes am 25.September ihr Märchenprogramm zum 200. Geburtstag der Grimmschen Märchen. Dieser ist zwar nun auch schon wieder einmal verjährt, doch die gesammelten Geschichten sind beliebt und bekannt wie eh und je. Auf jeden Fall beim anwesenden Publikum, das streckenweise ganze Zeilen und Sprüche mitsprach oder dem Erzähler schlicht die Worte aus dem Mund nahm, was die Runde vornehmlich erheiterte. Schließlich kennt man doch die alten Märchen! Oder nicht? Der Applaus für Rotkäppchen kam aber eindeutig zu früh, als sie und die Großmutter vom Jäger aus dem Wolfsbauch gerettet worden waren. Was kommt denn noch? Nun, der zweite Wolf.

Ja, es gab ihn, in der ersten Ausgabe der Märchensammlung der beiden Brüder. Bevor Wilhelm die gesammelten Werke an die geltenden Normen und Moralvorstellungen anpasste. Dabei wurden nicht nur sexuelle Anklänge gestrichen, damit Kinder bloß nicht auf die Idee kommen, nachzufragen, sondern es wurde auch einfach weniger gestorben. Oder weniger geprahlt; in der ersten Version erschlägt das tapfere Schneiderlein nicht nur läppische Sieben auf einen Streich. Hier und da macht es den Anschein, als wäre um der Länge wegen gekürzt worden, dabei verschwanden auch komplette Märchen aus dem Buch, wie  das Von dem Mäuschen, dem Vögelchen und der Bratwurst.

Mit einfachem, volksnahem, manchmal augenzwinkerndem Humor trugen Christoph Huber und Stefan Dehler die Märchen wortgetreu vor und schlüpften abwechselnd, von Gestik und Stimme getragen, in die verschiedenen Figuren, um so manches Zwiegespräch durch Betonung und Pausen neu zu definieren und hintersinnige Intentionen hervortreten zu lassen. Umrahmt wurden sie vom Jazzduo, geleitet von Bernd Nawothnig, der auch die Stücke komponierte. Mit diversen Saiten- und Percussioninstrumenten ließen sie einen musikalischen Teppich entstehen, der tatsächlich an alte Märchenplatten erinnerte und Stimmungen und einzelne Figuren thematisch umspielte. Vor allem mit eher selten gehörten Instrumenten wie Vibraphon und Lamellophon wurden schwebende Klänge erzeugt, die die fantastischen Geschehnisse hörbar machten.

Eben weil so etwas doch eher eine Seltenheit ist, ist es schade, dass sich wohl hauptsächlich Anwohner zu diesem kurzweiligen Programm einfanden. Man kann allerdings noch bis zum 06.Oktober dieses Jahres Illustrationen zu Grimms Märchen von Albert Schindehütte im Apex sehen oder die Version der Stillen Hunde auf CD hören, die ebendort erhältlich ist, um unter anderem zu erfahren, was denn nun eine Bratwurst in einem Grimm-Märchen verloren hat.

Zwar ist das „Panorama“ ein wenig versteckt, doch lohnt es sich ebenfalls, den Weg zu wagen, denn am 23.Oktober kann man dort die Göttinger Comedy Company erleben und am 30.Oktober Die Stimmgabel hören.

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