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Benjamin Kempf

  • Hinweis: exklusiv für Sie

    Über eine dunkle Wand gleiten die Lichtstreifen wie Wellenbewegungen sanft dahin. Noch kauert Volker Muthmann am Rand des Bühnenraums. Schon das Schweigen seines Lazarus erzählt viel von der Erschöpfung des gestrandeten Reisenden und seinem Lebensüberdruss. Mit diesem verweigert er sich seiner Umgebung schon so lange und ist ganz bei den Stimmen in seinem Kopf.

  • Mit ernstem Blick warten Dorothée Neff, Benjamin Kempf und Christoph Türkay auf den Beginn der Nachtbar. Dorothée Neff reinigt langsam, beinahe meditativ ein Messer, mit dem sie Sushis geschnitten hat. Benjam Kempf spielt fernöstliche, auch meditative Klänge auf der E-Gitarre.

  • Zum Saisonfinale herrschte auch am Deutschen Theater Freibadstimmung. Und das nicht nur mit der Aussicht auf eine ganze Serie proben- und aufführungsfreier, sonniger Tage: Auch wurden die Theatermacher verabschiedet, die das Haus zum Spielzeitende verlassen. Nach der musikalisch dramatischen Poolparty mit David Bowies Musical „Lazarus“ steuerte das Ensemble mit dem soundstarken Support von „Minor Tom and the Young Dudes“ mit der DT-NachtBar einfach die nächste Poolparty an. Die war zur Abwechslung vom traditionellen BellevueTreffpunkt auf die DT-2-Bühne verlegt worden, mit mehr Platz für die vielen Partygäste und vor allem für eine wunderbar verspielte Freibadkulisse auf der Zuschauertribüne.

  • Vielleicht ist diese eine Stunde am Morgen, die Sarah Kane um 4.48 Uhr beginnen lässt, wirklich der Moment der klarsten Wahrnehmung. Auch von einem Glücksmoment spricht die britische Dramatikerin in ihrem letzten Stück „4.48 Psychose“, bei diesem radikalen Blick auf ihr Innenleben und die Gedankenbilder, die darin ständig wucherten. Mit ihrem Selbstmord setzte sie dem Aufruhr, den Schmerzen, den Sehnsüchten nach Liebe und Geborgenheit ein Ende und auch ihrer depressiven Wut, die sie um 4.48 Uhr zu fassen glaubte.

  • Von oben herab segelt ein Kreuz und bohrt sich in den Bühnenboden. Wumm. Moritz hat sich die Kugel gegeben. Irgendwann ist ihm alles zu viel geworden, was sein Körper mit ihm macht. Diese feuchten Träume, die Verwirrung in so vielen schlaflosen Nächten. Dann ging in der Schule auch alles daneben mit dem ewigen Leistungsdruck. Er ist nicht das einzige Opfer in Frank Wedekinds Schauspiel „Frühlings Erwachen“ und dieser Geschichte jugendlicher Ausbruchsversuche, wo die Welt aus den Fugen gerät und vor allem das Gefühlsleben, das so schwer zu begreifen ist und zu beschreiben, wo manchmal die Worte einfach versagen. Umso mehr berührt seine „Kindertragödie“ in der Musicalfassung „Spring Awakening“, die Niklas Ritter am Deutschen Theater inszenierte. Die verwirrenden Sehnsüchte und Ängste bekommen eine musikalische Stimme und das Innenleben der Figuren spiegelt sich auch in der Sprache der Bilder.

  • Vielleicht ist es wieder an der Zeit zu trommeln und Scheiben kaputt zu singen. Immer wenn etwas Ungerechtes geschieht und eine Mehrheit den drohenden Terror still schweigend akzeptiert. Für Oskar Matzerath ist das eine klare Ansage, so wie ihn Günter Grass in seinem berühmten Roman „Die Blechtrommel“ porträtiert hat. Als Ruhestörer, Aufstörer und wachsamem Querulanten, der sich dem NS-Regime schon früh verweigerte und lustvoll Sabotage betrieb. Es ist eine bizarre Geschichte, die der kleine Blechtrommler von sich preis gibt und dabei in Sprachbildern schwelgt, die mitunter surreal anmuten und oft auch so schön schaurig fantastisch.

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