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Gandersheimer Domfestspiele

  • Von Regenschauern lassen sich die Gandersheimer Theatermacher nicht so ohne weiteres erschüttern. Erst recht nicht, wenn sie auf der Greener Burg 60 Jahre Theatergeschichte mit so vielen schönen Erinnerungen und bewegenden Begegnungen feiern. Das gilt natürlich auch für das Publikum, das geduldig abwartet, wenn die Bühne vorübergehend unter Wasser steht und jetzt erst mal Wischer, Lappen und Tücher zum Einsatz kommen. „Singing in the Rain“ summt Intendant Achim Lenz bei der Mikrophonprobe und kontert den wetterwendischen Auftakt zur Jubiläumsgala mit charmanter Ironie.

    Wie geplant stimmt dann das Ensemble die Zuschauer musikalisch mit dem Titelsong aus dem gefeierten Musical „Fame“ ein und gönnt der „Addams Family“ eine weitere schräge Show. Lenz lässt es sich nicht nehmen, jetzt erst recht „das beste Publikum der Welt“ zu feiern, das Regenschauer, Sturmböen und Kälteeinbrüche einfach aussitzt, weil es unbedingt die Aufführung erleben will und dass er ja überhaupt nur deshalb Intendant der Domfestspiele geworden sei.

  • Was heißt schon normal? Der Addams Family kann das ziemlich egal sein, ob Andere sie für seltsam, skurril oder sogar völlig verrückt halten. So wie sie leben, leben sie einfach gern. Mit ihrer Sammlung von Folterrequisiten, einer Oma, die ihre Hexerei ganz fröhlich kultiviert und mit zwei Kindern, die auch an der Streckbank ihren Spaß haben. Doch jetzt hat sich Wednesday (Florentine Kühn) nicht nur in den bürgerlich braven Lucas Beineke (Jan Rogler) verliebt. Sie wünscht sich auch noch ein Treffen mit dessen Familie, wo sich alle mal normal verhalten. Ihre Mutter hält das für ziemlich vermessen. „Normal ist eine Illusion, Liebling“. Damit kann Morticia Addams(Miriam Schwan) ihre Tochter natürlich nicht besänftigen. Jetzt geraten die Verhältnisse auf der Dombühne erst recht aus dem Ruder.

  • Der Nachrichtensprecher berichtet von einem Milchsäureanschlag und der Schließung einer Szenekneipe. Das war es dann wohl zum Thema „Bier für Frauen“, das ja auch die passende Kulisse braucht. Die ist jetzt auf der Studiobühne im Kloster Brunshausen vorübergehend mit Plastikfolie getarnt. Doch für das szenische Abenteuer mit Felicia Zellers Sammlung von Kneipengesprächen und Bruchstücken von Dialogen „Bier für Frauen“ ist bereits Rettung in Sicht. Unmittelbar bricht die Musik ab, in der James Brown „It’s a mans world“ verkündet.

    Felicitas Heyerick ist passend gerüstet mit Schutzoverall und Vollbart und schultert einen Behälter mit hochprozentigem Wirkstoff. Mit 100 Prozent Alkohol lässt sich der gesellige Treffpunkt mit Sicherheit dekontaminieren. Und für die erste Runde Gesprächsstoff liegt das Material ja schon bereit. Da türmen sich die Bierdeckel mit Sprüchen, Kalauern, und Kommentaren, was nicht nur Frauen bei einem von vielen Bieren so durch den Sinn gegangen sein mag. Zum Beispiel über den „Super Abend“ oder das gesellige Desaster „das nicht mein Bier“. Die männliche Empfehlung folgt unmittelbar: „Frauen sollten kein Bier trinken. Trinken sie Alkohol werden sie albern und dann träge und sind dann zu nichts mehr zu gebrauchen.“

  • Auf das bunt gestaltete Peace Zeichen vor dem Portal der Stiftskirche haben sich auch die Musiker verständigt. Patrica Martin und ihre Band begrüßen das Premierenpublikum in Hippie Design, langhaarig verzottelt, mit reichlich Batik und schrillen Mustern, Blumenschmuck und ausgefransten Jeans. Da ist bereits ein erster vergnügter Sonderapplaus fällig. Besonders freuen sich natürlich die Zuschauer, die sich ebenfalls optisch auf Flower Power eingestellt haben und sich gern an die Aufbruchstimmung von damals erinnern und an ein ganz neues Freiheitsgefühl.

  • Fans der Gandersheimer Domfestspiele warten schon sehnsüchtig auf die „Domspitzen“. Karten für die Gala, die am Freitag, 9. August, ab 22 Uhr auf der Festspielbühne stattfindende, sind ab Freitag, den 26. Juli um 10 Uhr, erhältlich – sowohl direkt und telefonisch in der Kartenzentrale an der Stiftsfreiheit als auch online. Die Tickets kosten unverändert 12 Euro.

  • Das Schicksal meint es nicht gut mit dieser buckligen Gestalt, die jetzt zum Narrenpapst gekürt wird. Wie sie alle über ihn lachen und sich dann entsetzen über seine hässliche Visage. Quasimodo (Hermann Bedke) möchte so gern auf das Glaubensgebäude seines väterlichen Lehrmeister Erzdiakon Frollo (Marco Luca Castelli) vertrauen und auf das Geläut der Glocken. Sie müssen das hässliche Geschrei auf dem Kirchplatz übertönen, wo sich das Volk gegen alles Unliebsame, Fremde zusammengerottet hat und nun auch die schöne Esmeralda (Felicitas Heyerick) an den Pranger stellen will.

  • Norbert Baensch (85), seit 2011 als Theaterfachmann in den Aufsichtsrat der Gandersheimer Domfestspiele gGmbH berufen, scheidet auf eigenen Wunsch aus dem Gremium aus. Über die Nachfolge im Aufsichtsrat entscheidet die Gesellschafterversammlung im Herbst. Der Vorsitzende des Aufsichtsrates, Uwe Schwarz MdL, dankte Norbert Baensch für kenntnisreiche Unterstützung sowie vielfachen Ratschlag in den vergangenen Jahren und überreichte dem Göttinger eine Dauerkarte für die Gandersheimer Domfestspiele. Baensch sei weiterhin ein gern gesehener Gast.

  • Für dieses „non, je ne regrette rien“ verweigert Edith Piaf wie so oft den Rat ihrer Freundin Marlene Dietrich, sich endlich mal zu schonen. Nein, die Gestalt, die jetzt im Nachthemd auf der Dombühne vor ihr Publikum tritt, bedauert nichts. Da ist keine Spur von Verzweiflung in der Stimme von Sylvia Heckendorn. All die schmerzhaften Tragödien in der Geschichte von Edith Piaf verblassen vor dem Bild dieser Frau, die jetzt alle ihre unbeugsamen Lebensenergien in dieses Chanson legt. Die Freundin wird ihr auch bei den letzten Kräfte zehrenden Konzerten zur Seite stehen und wie immer Haltung wahren, Stolz und Würde, so wie Miriam Schwan ihre Marlene Dietrich erneut als aufrecht wachsame und nur scheinbar unberührbare Zuhörerin erscheinen lässt.

  • Albert träumt von einem ganz besonderen Menu. Aber bisweilen ist er bei seinen Gedanken ganz woanders. Nicht nur bei den perfekten Zutaten und der ebenso perfekten Zubereitung für den wahren Genießer. Auf der Empore des Kloster Brunshausen, zwischen Schneebesen, Suppenkelle und blank polierten Schalen schnuppert Fehmi Göklü ganz beseelt in die Rosmarinblätter hinein. Vielleicht hätte ihr Aroma ein bisschen Familienfrieden stiften können, als es zu Hause so armselig zuging. Es hätte mit Sicherheit die schlichten Kartoffeln am Mittagstisch auf das Schöne veredelt und bestimmt auch den wütend polternden Vater milde gestimmt.

  • Albert kocht leidenschaftlich gern und gut. Er schätzt die kulinarische Herausforderung und natürlich auch den Erfolg als Küchenchef in einem besonders angesagten Restaurant. Mit einem Michelin-Stern wäre das kulinarische Glück perfekt, also macht sich Albert ans Werk und mit ihm Fehmi Göklü. Zusammen mit Regisseurin Sarah Speiser hat der Schauspieler für die Gandersheimer Domfestspiele ein kulinarisches Theatermenü komponiert.

  • Die Gandersheimer Domfestspiele haben wenige Tage vor Ende der 61. Spielzeit eine äußerst positive Bilanz dieses Sommers gezogen und den Spielplan für 2020 vorgelegt. Erstmals seit Jahren sind mehr als 50.000 Karten verkauft worden, werden inklusive der Extra-Veranstaltungen des Rahmenprogramms insgesamt weit mehr als 60.000 Besucher am Ende nach Bad Gandersheim gekommen sein, das sind 5000 mehr als im Jubiläumsjahr 2018. „Das ist ein traumhaftes Ergebnis“, sagte Aufsichtsratsvorsitzender Uwe Schwarz MdL. "Das ist die erfolgreichste Spielzeit seit 2001", sagte Geschäftsführer Thomas Groß. Er freute sich über den Zuspruch in seinem Premierenjahr: „Es war mein erster Sommer, er war sehr groß und intensiv.“

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