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Paul Wenning

  • Shows verkaufen sich nun mal besser als ernüchternde Bilanzen. Dann lockt noch der Promifaktor und schon wird eine Anliegerversammlung zum Event. Die spekulativen Geschäfte der Göttinger Union laufen schon längst nicht mehr gewinnbringend. Umso wichtiger sind jetzt die Statements von Fußballikonen, Politikern und großzügig auftretenden Mäzenen, die Imagepflege für den maroden Finanzkonzern betreiben. Und wenn Firmengründer Harry Cornelius (Roman Majewski) und Finanzvorstand Volker Roggensack (Marco Matthes) dazu noch verkünden, dass man an die Zahlen glauben müsse, kann eigentlich keine Rede mehr sein von Schneeballsystemen, grauen Märkten und drohender Insolvenz. Punktgenau werden erneut Beifallsstürme eingeblendet, und Moderatorin Angie (Christina Jung) kann den nächsten Überraschungsgast anstrahlen.

  • Ein bisschen kulturelle Bildung täte Behringer vielleicht ganz gut, wie er da an einem verkaterten Sonntagmorgen an seinem Lebensüberdruss laboriert. Freund Hans rät ihm zu optischem Styling, mehr noch zu guten Büchern, Kinoabenden und Ausstellungen und natürlich auch mal zu einem Theaterbesuch. Die freundschaftliche Kabbelei könnte ewig so weiter gehen, auch weil sich die Beiden weiterhin uneins sind über Karriereoptionen und Erfolg versprechende Verhaltensmuster. Doch dann bebt der Bühnenboden zur Premiere von Eugène Ionescos Schauspiel „Die Nashörner“, das Thomas Dannemann am Deutschen Theater inszenierte.

  • Was erwartet man von einem Politiker? Klare Argumentationslinien, gutes Fachwissen, ehrliche Aussagen, Herr der Lage zu sein. Nichts ist schlimmer als wenn ein Skandal das Urvertrauen in einen Politiker erschüttert und eine menschliche Schwäche den Schein der unfehlbaren Führungsraft zerbricht.

    „Außer Kontrolle“ ist eine rasante Verstellungskomödie von Ray Cooney (übersetzt ins Deutsche von Nick Walsh), in der ein Minister verzweifelt versucht einen drohenden Skandal von sich abzuwenden. Das Stück hatte jetzt in der Regie von Antje Thoms Premiere im Deutschen Theater Göttingen.

  • Hinweis: , exklusiv für Sie

    Junge Leute im Haus, das ist doch schön, denkt sich Anne. Doch schon der Antrittsbesuch mit Johannes und Eddi rückt die Verhältnisse in ein ganz anderes Licht. „Wir sind die Neuen“ verkünden die Drei auf der Bühne des Deutschen Theaters und das auch mit der Aussicht auf ein gemeinschaftliches Miteinander. Das sehen ihre jungen Nachbarn ganz anders. Mal was Schweres tragen, ginge ja noch. Hauptsache, der Putzdienst im Hausflur wird eingehalten. Barbara, Katharina und Thorsten sind vor allem im Examensstress. Da nervt einfach der ständige Krach, den dieses Alt-68er-Trio macht. Dauernd reden die miteinander, streiten sich über Internetanschlüsse und alte Beziehungsgeschichten und hören auch noch Musik.

  • Eingehüllt in sanft blau- und rotfarbenes Licht nimmt das Publikum vor einem Tisch mit kleinen Leselampen Platz. Auf den Stufen im Zuschauerraum sind große Teppiche und Sitzkissen ausgelegt. Alles erinnert ein klein wenig an eine träumerische Welt, wie in 1001 Nacht.

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