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#rettedeintheater

  • Hinweis: frei verfügbar

    NO BUNDESLAND LEFT BEHIND

    Das Aktionsteam #rettedeintheater war am 24. September im Petitionsausschuss des Niedersächsischen Landtags Hannover zu Gast. Mit über hundert Besucher*innen, vier Redner*innen aus der bundesdeutschen Theaterlandschaft und insgesamt 25.000 Unterschriften im Rücken hatte das Bündnis Gelegenheit, den Ausschussmitgliedern im direkten Kontakt klarzumachen, was in der derzeitigen Theaterförderung schiefläuft. Harald Wolff, Vorsitzender der Dramaturgischen Gesellschaft, forderte dabei, die Bedeutung der Kultur in Zeiten des politischen Rechtsrucks auch in Niedersachsen zu stärken und Theater als positive Räume der öffentlichen Auseinandersetzung nicht nur zu erhalten, sondern auszubauen. Andere Bundesländer haben die Bedeutung der Theater als Erfahrungsräume der Demokratie längst begriffen und ihre Förderung substantiell erhöht.

  • Einen Teilerfolg kann die Aktion #rettedeintheater verbuchen: wie die Göttinger Landtagsabgeordnete Gabriele Andretta (SPD) mitteilte, haben sich die Fraktionen im Niedersächsischen Landtag darauf geeinigt, die kommunalen Theater in Niedersachsen sowie das Göttinger Symphonie Orchester mit zusätzlichen Mitteln in Höhe von drei Millionen Euro im Jahr 2019 zu unterstützen.

  • Liebe Zuschauer*innen des Jungen Theaters Göttingen,
    gern unterstützen wir unsere Kolleg*innen vom Deutschen Theater Göttingen bei ihrer Aktion #rettedeintheater.

  • Es ging eigentlich nur um 6 Millionen Euro, die die Niedersächsische Landesregierung den kommunalen Theatern und dem Göttinger Symphonie Orchester als zusätzliche Förderung geben wollte. Bei einem Haushaltsvolumen von knapp 33 Milliarden Euro ist das ein prozentualer Anteil knapp 0,2%. Es wäre ein Leichtes für die Landesregierung gewesen, diesen anerkannten Mehrbedarf der Kultureinrichtungen im Haushaltsplan unterzubringen, zumal im Koalitionsvertrag von einer „Stärkung der Kultureinrichtungen“ gesprochen wurde.

  • Das Aktionsteam „rettedeintheater“ befürchtet einen Super-Gau bei der Theaterfinanzierung. Im vergangenen Jahr hatte die Landesregierung nach massiven Protesten für 2019 eine einmalige Erhöhung der Fördermittel um drei Millionen Euro für die kommunalen Theater und das Göttinger Symphonie Orchester zugesagt. Allerdings mussten die Bühnen mit den Fördermitteln Tariferhöhungen kompensieren. Das sehen auch die Pläne der Landesregierung bei den aktuellen Klausurtagungen des Landtages vor: Dass die Bühnen und das Orchester bei den nächsten Zielvereinbarungen über vier Jahre statt der zusätzlich geforderten sechs Millionen Euro drei Millionen Euro erhalten und die Tarifsteigerungen komplett übernehmen müssen. Zu den Klausurtagungen startete das Aktionsteam einen eMail-Flashmob an die Adresse des Niedersächsischen Finanzministers Reinhold Hilbers, um gegen diese Fördermittelverrechung zu protestieren.

  • Nach einem angemeldeten Mehrbedarf von mindestens 9 Mio. Euro und der Forderung, diese langfristig in den Haushalt einzuschreiben, waren 3 Mio. Euro das Ergebnis, um das der Niedersächsische Landtag im November 2018 die Fördermittel für alle niedersächsischen Theater in kommunaler Trägerschaft erhöhte – kurzfristig für ein Jahr.

  • Im Koalitionsvertrag von CDU und SPD in Niedersachsen klang es noch richtig gut: „Kommunale Theater wollen wir stärken, die Grundförderung erhöhen und die Tarifsteigerung übernehmen.“ Jetzt ist plötzlich keine Rede mehr davon. Weiter heißt es im Koalitionsvertrag aus dem Jahr 2017: „Die kommunalen Theater, die freien Theater, die Amateurtheater, die Theaterpädagogik und die Soziokultur sind Garanten dafür, dass es kulturelle Vielfalt im Flächenland Niedersachsen gibt. Wir wollen sie stärker fördern.“

  • Ob laut ob leise, das Aktionsbündnis niedersächsischer Theaterschaffender, bleibt seinen Anliegen treu. So unterstützte das Bündnis am Montag, den 20. Mai 2019, dem Tag des Petitionsendes, die Anliegen der Niedersächsischen Kulturlandschaft durch seine Anwesenheit in der Anhörung zur »Vielfalt des kulturellen Lebens in Niedersachsen« im niedersächsischen Landtag. Der Raum, der für die Anhörung eingeplant war, musste dabei kurzfristig umdisponiert werden. Es sei lange nicht mehr soviel Besuch bei einer Anhörung des Ausschusses für Kultur und Wissenschaft zugegen gewesen, schmunzelte der Ausschussvorsitzende Matthias Möhle von der SPD.

  • Im Rahmen der Aktion #rettedeintheater sind Schauspielerinnen und Schauspieler vom Deutschen Theater samt Unterstützung in die Innenstadt gezogen. „Wir bringen die Kunst zu den Menschen“, ruft Christoph Türkay durch das Megaphon. Die Route der über 50 Aktivisten geht durch die Theaterstraße und die Burgstraße zum Wilhelmsplatz. Dort wird an der ersten Station bei Woggon gehalten: Christina Jung steht im Schaufenster des Bekleidungsgeschäftes und spielt eine Szene „Das Licht im Kasten“ von Elfriede Jelinek. „Regisseur“ Türkay gibt Kommentare ab und korrigiert die Szene. Denn diese wird gefilmt. Am Ende soll ein Video entstehen, wie auch an den anderen kommunalen Theatern in Niedersachsen, die von den Streichungen der zugesagten Zuschüsse betroffen sind.

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