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Städtisches Museum

Festjahr „321-2021: 1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland.“

Vernissage:

Gestickte Pracht - gemalte Welt

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Veranstalter:

Verein KUNST e.V.

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Die Ausstellungseröffnung findet digital statt:  Am Sonntag, 18. Juli 2021, ab 11.30 Uhr  werden Grußworte und interessante Beiträge kostenlos auf der Museums-Webseite abrufbar sein. 

Tora-Wimpel aus drei Jahrhunderten zeigt das Städtische Museum Göttingen in seiner nächsten Sonderausstellung. Seit mehr als hundert Jahren bewahrt das Städtische Museum Göttingen eine Sammlung von Tora-Wimpeln. Die Wimpel als bestickte und bemalte Zeugnisse jüdischen Lebens in der Region stammen aus dem 17., 18. und 19. Jahrhundert. Die Ausstellung beginnt am Sonntag, 18. Juli, ab 11.00 Uhr im Museum am Ritterplan 7/8.

Tora-Wimpel sind religiöse Textilien aus der jüdischen Tradition, die vor allem im deutschsprachigen Raum verbreitet waren. Es handelt sich um ca. drei Meter lange Leinenstreifen, die aus den Beschneidungswindeln eines jüdischen Jungen angefertigt und mit dem Namen des Jungen und seines Vaters, mit Segenssprüchen sowie ornamentalen und figürlichen Verzierungen bestickt oder bemalt wurden. Beim ersten Synagogenbesuch des Jungen wurden die Tora-Rollen mit diesem Wimpel umwickelt.

Mit der Ausstellung nimmt das Städtische Museum Göttingen an dem Festjahr „321-2021: 1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland.“ teil. „Wir sind stolz, mit dem fantastischen Bestand des Städtischen Museums Göttingen bei diesem Festjahr dabei sein zu können. Unsere Tora-Wimpel-Sammlung zeigt, welche aktuelle Relevanz historische Zeugnisse haben können“ betont Göttingens Kulturdezernentin Petra Broistedt. Andrea Rechenberg, Leiterin des Städtischen Museums ergänzt: „Ungewöhnlich für unser Museum ist die kurze Ausstellungszeit. Das textile Material erlaubt keine längere Präsentation. Auch daher ist diese Ausstellung etwas Besonderes. Die Tora-Wimpel werden so schnell nicht wieder ausgestellt werden können.“

Hintergrund des aktuellen Festjahres ist, dass der römische Kaiser Konstantin am 11. Dezember 321 ein Edikt erließ. Dieses Gesetz besagte, dass Juden städtische Ämter in den Kurien, den römischen Stadträten, bekleiden durften und sollten. Das Edikt Konstantins, das in einer Abschrift in der Bibliothek des Vatikans aufbewahrt wird, ist somit das früheste schriftliche Zeugnis über jüdisches Leben in Mittel- und Nordeuropa. Es belegt, dass jüdische Gemeinden bereits seit der Spätantike wichtiger integrativer Bestandteil der europäischen Kultur sind. Im Jahr 2021 leben Jüdinnen und Juden also nachweislich seit mindestens 1700 Jahren auf dem Gebiet des heutigen Deutschlands.

Eine große Besonderheit der Göttinger Sammlung liegt darin, dass nahezu alle Tora-Wimpel konkreten Personen und Familien zugeordnet werden können. Damit sind diese Tora-Wimpel Manifestationen der jüdischen wie der deutschen Geschichte. Herausragend ist die Göttinger Sammlung auch wegen der handwerklichen und ästhetischen Qualität der Objekte: Liebevolle Handarbeit, hohe Handwerkskunst, gestalterische Unbekümmertheit, grafische Fertigkeit und Freude an Ausschmückungen. Die Tora-Wimpel sind sowohl Ausdruck individueller Kreativität und persönlichen Glaubens wie auch Dokumente einer tiefen Verbundenheit mit der Gemeinde. Ihr buntes Bildprogramm eröffnet Einblicke in die Glaubenswelt der jüdischen Bevölkerung und in ihr alltägliches Leben in den ländlichen Gegenden Südniedersachsens rund um Göttingen; die Wimpel stammen aus Göttingen und Adelebsen.


Ort:

Städtisches Museum
Ritterplan 7/8
37073 Göttingen

 

 

 

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