Meine Bestellungen

Ihr aktueller Status:

Sie sind Gast auf dieser Seite.

Registrieren Sie sich, um Ihren Status zu ändern.
Bestellen Sie einen Tageszugang oder ein Abonnement, um alle Funktionen freizuschalten und alle Texte lesen zu können.

Willkommen im Kulturportal vom Kulturbüro Göttingen. 

Hier finden Sie Termine und Nachrichten aus dem Kulturleben der Region. 
Ihre Möglichkeiten als Benutzer:in auf dieser Seite sehen Sie, wenn Sie auf das Menü rechts klicken. (Die drei kleinen schwarzen Balken)

Alles Gute aus Katar

Information
»Der Klaus zum Sonntag« von Klaus Pawlowski - Erschienen am 18.November 2022

Der Emir Tamim bin Hamad al-Thani, 
der ist auf Männer-Fußball mehr als wild…
Und weiß genau Bescheid. Zwar sah nie
ein Spiel er. Doch er ist da voll im Bild.

Der Ball? Der sollte rund sein. Runde 10 Millionen.
Und da sind Männer (jeder Kerl ist noch mehr wert),
die hauen diesen Ball durch abgegrenzte Zonen
von recht nach links oder auch umgekehrt. 

Und da rennt einer, der kann nichts als pfeifen.
Zum Beispiel, wenn da so ein Kerl auf Abseits macht.
Abseits geht gar nicht. Den würd sich der Emir greifen.
Und dann? Dann wär ein Strafstoß angebracht.

Denn er beherrscht den Strafraum wie kein Zweiter.
Deshalb versteht der Emir eins nur äußerst schwer:
Ein Abseitssteher, der spielt einfach weiter,
als wenn er niemals straffällig geworden wär.

Beim Einwurf kann er nicht gebacken kriegen,
warum der Spieler das mit beiden Händen macht.
Es heißt doch Fußball. Und für die katar‘schen Ligen
ist prompt eine Gesetzesänd‘rung angedacht.

Und irgendwann, da schreien sie dann alle.
War das ein goal, ein gol, ein Tor vielleicht?
Das kratzt ihn kaum. Er hat in jedem Falle
mit dieser Meisterschaft sein eignes goal erreicht:

Er, Hamad, ist für ein paar schöne Wochen
der meist gefragte Mann auf dieser Welt,
Und viele sind schon hinten rein gekrochen,
erbetteln Gas und bieten ganze Berge Geld.

Er selbst hat für dies öde Bällehauen
die FIFA sich gekauft. Die Kohle kratzt ihn nicht.
Ja klar, er musste überflüss‘ge Stadien bauen.
Das hat mit Opfermut er billig hingekricht.

Ja, Opfer gab‘s. Was fragt ihr da? Wieviele?
Zunächst einmal ist doch ihr Einsatz beispielhaft.
Und dann: Ihr Opfer galt dem größten aller Ziele:  
Die Welt trifft sich zu einer Fußball-Meisterschaft.

Nun hockt der Emir  in der Loge und muss gähnen.  
Drei schöne Frau‘n erwarten ihn daheim. 
Und mir bleibt ganz am Schluss nur zu erwähnen:
Da gab‘s in meiner Kindheit einen netten Reim:

Es sprach der Scheich zum Emir:
„Du, in der Pause gehn mir.“
Da sprach der Emir zum Scheich:
„Ne, gehn mir lieber gleich.“