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Der Besuch vom Erlkönig

Information
Am 8. Juni war der 222. Geburtstag von Robert Schumann
»Der Klaus zum Sonntag« von Klaus Pawlowski - Erschienen am 10.Juni 2022

Wer sitzt noch so spät am Klavier wie zerknittert?
Das ist Robert Schumann, und seht, wie er zittert.
Sehr verwunderlich, denn im Haus ist es warm.
Seine Clara nimmt ihn besorgt in den Arm.

„Ach Robbi, was birgst Du so bang Dein Gesicht?“
„Hörst, Clara, Du die Stimme denn nicht?“
„Eine Stimme, mein schnuckliger Komponist?“
„Genau, eine Stimme, und zwar die von Franz Liszt.“

„Du lieber Robert, hast Du irgendwann
ganz viel Schmalzbrot gegessen, so hör‘n sie sich an
Deine drei Romanzen Opus 28.
Und das Schmalz, lieber Freund, war sicher schon ranzig.“

„Ach Clara, meine schönen Romanzen sind Mist.
Das flüstert mir gerad‘ der geniale Franz Liszt.“
„Mein armer Robbi, ich sage Dir,
das war nur der Holzwurm im Hammerklavier.“

„Lass Robert, das Komponieren sein.
Die ‚Gesänge der Frühe‘ die schläfern mich ein.
Deine ‚Nachtstücke‘ sind viel zu hart und zu spitzig.
Und die ‚Humororeske‘? Was ist daran witzig?“

„Ach Clara, ich glaub‘ ich hör polyphon.
Jetzt ist es die Stimme vom Mendelssohn.“
„Robbi, mein Robbi, lass doch das Gewimmer!
Das sind unsre Kinder im Nebenzimmer.“

„Du lieber Robert, Deine Fugen? Recht schwer.
So wie Deine Hände. Die wollen nicht mehr.
Hast Du dran gedacht was man sonst noch so macht.
Ich hab zwanzig Kinder, und Du hast nur acht.“
„Du liebe Clara, das war Jonny Bach.“
„Ist ihm etwa Deine Toccata zu schwach?“
„Nein, nein, liebste Clara, der Bach war ganz nett.
Aber sag mal mein Liebling, wann gehst Du ins Bett?

„Heute gar nicht, mein Schatz. Das tut mir zwar weh.
Doch die Kutsche wartet, ich geh auf Tournee.“
Den Robert grauset’s. Und aus tiefster Not
ruft er: „Clara, mach bitte noch Abendbrot.“