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Der Parlamentspoet

Information
»Der Klaus zum Sonntag« von Klaus Pawlowski - Erschienen am 20.Januar 2022

Die Nachricht hat mich doch verwirrt.
Hat man sich in Berlin  geirrt?
Soll der Poet im Parlament
nur so Gedichte, die man kennt

vom Hölderlin und Fallersleben,
von Brecht und Benn zum Besten geben?
Fontane, Eichendorf und Schiller?
Da gäb‘s zwar sicher manchen Knüller.

Wie Schillers „Glocke“ („Fest gemauert…“),
die grob geschätzt zwei Stunden dauert.
Da wär das halbe Parlament
dann gegen Mittag eingepennt.

Was in der Praxis dann und wann 
durchaus recht nützlich werden kann.
Dennoch: So ein Poet kann kein
ganz schlichter Rezitator sein.

Poet ist, einfach definiert,
wer selber reimt und nicht zitiert.
Er soll mit seinen eignen Werken
die Geisteskraft der Runde stärken.

Er soll mit sinnigen Gedichten
Konflikte rhythmisch reimend schlichten,
Beschlussvorlagen schön besingen
selbst Olaf Scholz zum Schunkeln bringen.

Gemüter härten oder weichen.
Die Weidel raus zum Rauchen scheuchen.
Und wenn dann in gekonnten Reimen
bedeutsame Gesetze keimen,

merkt man: mit seelenvoller Lyrik
ist das Regieren halb so schwyrik.
Nur eins sei hier ganz klar gesagt:
Satire ist da kaum gefragt.

Was deutlich macht: Mit dem Gedicht
sich zu bewerben, lohnt sich nicht.