Meine Bestellungen

Ihr aktueller Status:

Sie sind Gast auf dieser Seite.

Registrieren Sie sich, um Ihren Status zu ändern.
Bestellen Sie einen Tageszugang oder ein Abonnement, um alle Funktionen freizuschalten und alle Texte lesen zu können.

Willkommen im Kulturportal vom Kulturbüro Göttingen. 

Hier finden Sie Termine und Nachrichten aus dem Kulturleben der Region. 
Ihre Möglichkeiten als Benutzer:in auf dieser Seite sehen Sie, wenn Sie auf das Menü rechts klicken. (Die drei kleinen schwarzen Balken)

Passend zu diesem Text

Information
Elchpreis

Göttinger Elch 2022 geht an Eugen Egner

Information
Verleihung am 9. April
Pressemitteilung von der Stadt Göttingen - Erschienen am 17.Februar 2022

Der Satirepreis Göttinger Elch 2022 geht in diesem Jahr an den Multikünstler Eugen Egner für dessen Lebenswerk. Geehrt wird er am 9. April 2022 um 19 Uhr im Deutschen Theater Göttingen. Zugleich erfolgt auch die Ehrung für Maren Kroymann, der im letzten Jahr der Satirepreis zuerkannt worden war. Pandemiebedingt konnte eine feierliche Übergabe jedoch nicht stattfinden, sodass in 2022 gleich zwei Mal der Göttinger Elch überreicht wird. Die Veranstaltung wird live im Internet übertragen.

Die Jury über Eugen Egner

Die Jury begründet ihre Entscheidung so: „Eugen Egner ist der Erfinder zuvor nie erblickter, der Schöpfer zuvor nie erdachter anderer Welten, der Großmeister der phantasievollen Groteske und der grotesken Phantastik. In seinem Werk kommt zu Wort und rückt ins Bild, was in dreihunderttausend Jahren noch kein Mensch je zu sehen und zu lesen bekam. Das Mängelwesen Mensch darf dank Eugen Egner wenigstens in der Kunst erfahren, was ihm die trockene, dürftige und oft lästige und schikanöse Realität verwehrt.    Eugen Egners traumhaft skurrile Schreib- und Zeichenkunst ist ein Spiel ohne Grenzen, dem die Wirklichkeit zum Spielzeug wird.“

In Anwesenheit beider Preisträger*innen werden die Göttinger Oberbürgermeisterin Petra Broistedt und traditionell der beziehungsweise die vorherige Elch-Preisträger*in – in diesem Fall Österreichs Karikaturist, Cartoonist und Comicstripzeichner Gerhard Haderer – Grußworte sprechen. Danach werden Hans Zippert, Jury-Mitglied und Kolumnist der Welt, Maren Kroymann und Leo Fischer, ehemaliger Chefredakteur der Titanic, Eugen Egner laudieren und die Preisträger*in zu Worten des Danks ermuntern. Zwischendurch wird es, wie immer bei Elch-Preisverleihungen, unterhaltsame Video- und Musikeinspielungen geben. Zum Abschluss wird Maren Kroymann mit ihrer Band und Auszügen aus ihrem umjubelten Programm „In my Sixties“ erstmals in Göttingen auftreten. Darin widmet sich die Sängerin lustvoll und geistreich der Musik der 60er Jahre, die den Soundtrack zur eigenen Pubertät lieferten und sie musikalisch und emotional geprägt haben.

Die Verleihung des Göttinger Elch wird live als Videostream übertragen, der Link wird vor der Veranstaltung auf der Website des Deutschen Theaters angezeigt. Eine pandemiebedingt begrenzte Anzahl von Karten ist ab Montag, 21. Februar 2022, ab 10 Uhr exklusiv über das Deutsche Theater (online unter www.dt-goettingen.de oder an der Theaterkasse, Tel. 0551 / 49 69 300) erhältlich. Für die Veranstaltung gilt die 2-G-Plus-Regel und eine FFP2-Maskenpflicht.

Der Preisträger

Der 1951 geborene und in Wuppertal lebende Künstler und Rockmusiker Eugen Egner arbeitete in den 1970er und 1980er Jahren als Grafiker und Illustrator unter anderem für „Die Sendung mit der Maus“ und veröffentlichte erste Zeichnungen 1971 bei Hörzu. Sein 1986 erschienener Bildband „Als die Erlkönige sich Freiheiten herausnahmen“ beeindruckte Loriot, der den noch unbekannten Autor und Zeichner an den Haffmans Verlag vermittelte, wo unter anderem Egners Werke „Aus dem Tagebuch eines Trinkers“, „Der Universums-Stulp“ und „Die Eisenberg-Konstante“ erschienen.

Ab 1988 wurden seine Zeichnungen und Texte beispielsweise in den Zeitschriften Titanic, taz, Der Rabe, Frankfurter Rundschau, Kowalski, Eulenspiegel, Italien, Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, Die Zeit, Junge Welt und Rolling Stone veröffentlicht. Egner schrieb für den Westdeutschen Rundfunk etliche Kurztexte und Hörspiele und veröffentlichte zahlreiche Bücher. 

1992 wurde er mit dem Hamburger Comic-Förderpreis, 2003 mit dem Kasseler Literaturpreis für grotesken Humor, 2011 mit dem Bernd Pfarr-Sondermann für Komische Kunst und 2018 mit dem Von der Heydt-Kulturpreis der Stadt Wuppertal ausgezeichnet. Er gilt als einer der bedeutendsten lebenden Vertreter der deutschsprachigen Groteske. Die London Times nannte Egner einmal „The maddest scientist in European literature“.

Eugen Egners Kunst ist noch bis zum 17. April 2022 in der Ausstellung „Gestützte gespenstische Erscheinung bei Vollmond“ im Alten Rathaus Göttingen zu den Öffnungszeiten dienstags bis sonntags, 11.00 bis 17.00 Uhr zu sehen (Eintritt: 2,- / 4,- Euro). Die Retrospektive umfasst über 200 Zeichnungen, Grafiken und Gemälde aus vier Jahrzehnten. Weitere Infos unter www.goettingen.de/altesrathaus.

Eugen Egner ist als 25. Elch-Preisträger in illustrer Runde. Vor ihm wurden der Cartoonist Chlodwig Poth (1997), der Zeichner und Schriftsteller Robert Gernhardt (1999), der Kabarettist Gerhard Polt (2000), der Kolumnist und Übersetzer Harry Rowohlt (2001), die Karikaturistin Marie Marcks (2002), der Zeichner und Dichter F. W. Bernstein (2003), der Schweizer Kabarettist Emil Steinberger (2004), der Komiker Otto Waalkes (2005), der Zeichner Hans Traxler (2006), der Zeichner und Musiker Ernst Kahl (2007), die bayerischen Volksmusiker und Kabarettisten der Biermösl Blosn (2008), der Musiker, Schriftsteller und Filmemacher Helge Schneider (2009), der Komödiant und Musiker Olli Dittrich (2010), der österreichische Kabarettist Josef Hader (2011), die Karikaturistin und Autorin Franziska Becker (2012), der Maler Michael Sowa (2013), der Kabarettist Georg Schramm (2014), der Maler und Zeichner Rudi Hurzlmeier (2015), der Schriftsteller Max Goldt (2016), der Maler und Zeichner Gerhard Glück (2017), die Autoren und Satiriker Pit Knorr und Wiglaf Droste (2018), der Karikaturist, Cartoonist, Comicstripzeichner und Ölmaler Gerhard Haderer (2019) und die Kabarettistin, Sängerin und Schauspielerin Maren Kroymann (2021) mit dem Göttinger Elch ausgezeichnet.

Der Preis wird für ein satirisches Lebenswerk vergeben und ist mit 3.333 Euro und einer silbernen Elchbrosche dotiert. Er will den guten Ruf der komischen Künste festigen und das Ansehen der in Wort und Bild tätigen Satirikerinnen im deutschen Sprachraum mehren. Der Preis hat seine Heimat nicht zufällig in Göttingen: Die Stadt hat Tradition in Sachen Satire, die im 18. Jahrhundert mit dem genialen Aphoristiker und Oheim der deutschen Satire Georg Christoph Lichtenberg beginnt und bis in die jüngste Vergangenheit von den Wahl-Göttingern Robert Gernhardt, F. W. Bernstein oder dem in Göttingen geborenen Max Goldt fortgeführt wurde. Einem sprichwörtlich gewordenen Zweizeiler Bernsteins ist der Name des Satirepreises entlehnt: „Die schärfsten Kritiker der Elche / waren früher selber welche.“

Die Jury

In der Jury sitzen Preisträger:innen der Vorjahre: Gerhard Haderer 2019 und Maren Kroymann 2021; Antje Kunstmann, Verlegerin, München; Hilmar Beck, Fachbereich Kultur der Stadt Göttingen; Achim Frenz, Museum für Komische Kunst, Frankfurt am Main; Dr. Peter Köhler, Journalist, Göttingen; Christoph Oppermann, Journalist, Wunstorf; Martin Sonntag, Caricatura Kassel; Hans Zippert, Publizist, Oberursel.

Die Sponsor:innen

Die Verleihung des Göttinger Elch-Preises wird maßgeblich durch die großzügige Unterstützung von Sponsor*innen ermöglicht. Dazu gehören das Göttinger Tageblatt, die VGH Versicherung, die Firma Orfeo Schmuck und Uhren sowie die Volksbank Kassel Göttingen.

Mehr über den Elch und seine Preisträger:innen gibt es online unter www.goettinger-elch.de.