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Stadt Göttingen

Kulturminister muss sich für Theater stark machen

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Pressemitteilung von Stadt Göttingen - Erschienen am 7.April 2022

Das Deutsche Theater Göttingen und das Göttinger Symphonieorchester finanzieren sich neben dem Ticketverkauf auf Zuschüssen des Landes Niedersachsen sowie der Stadt und dem Landkreis Göttingen. Seit einigen Jahren zieht sich das Land allerdings aus seiner Verantwortung für kommunale Theater und Orchester zurück. Beispielsweise übernimmt es bei Staatstheatern die Tarifsteigerungen, bei kommunalen Theatern jedoch seit 2020 nicht mehr. Das widerspricht dem Grundsatz „gleiches Geld für gleiche Arbeit“ und nimmt somit prekäre Arbeitsverhältnisse bei den kommunalen Theatern billigend in Kauf.

In dieser Situation stecken auch die anderen kommunalen Theater in Osnabrück, Hildesheim, Lüneburg, Celle und Wilhelmshaven. Für sie alle ist Göttingens Oberbürgermeisterin Petra Broistedt Verhandlungsführerin gegenüber dem Land. Ihre Ziele hat sie am Dienstag, 5. April 2022, in einem Gespräch mit Kultusminister Björn Thümler verdeutlicht: Sie fordert die Rückkehr zur Mitfinanzierung der Tarifsteigerungen des Theaterpersonals durch das Land, ein Investitionsförderprogramm, um dem Sanierungsstau zu begegnen, ein Sonderprogramm zur Wiederaufnahme des Spielbetriebs nach der Pandemie sowie die Anhebung des Sockelbetrags der Landesförderung um jährlich insgesamt drei Millionen Euro für alle Theater und Orchester, um den entgangenen Landesanteil an den Tarifsteigerung zu kompensieren.

Im Gespräch hat Kulturminister Thümler erstmals signalisiert, dem Wunsch nach einer Aufstockung des Sockelbetrages und einer pauschalen jährlichen Steigerung der Landesförderung entgegenkommen zu wollen. Ausgehandelt werden müsse dies nach der Landtagswahl 2022. Darüber hinaus kündigte Thümler noch für 2022 ein Förderprogramm an, dass kommunale Theater nach der Pandemie dabei unterstützt, den Spielbetrieb wiederaufzunehmen. Es solle einmalig mit acht Millionen Euro ausgestattet werden.

Oberbürgermeisterin Broistedt sieht das als ein gutes Zeichen. Sie betont: „Jetzt gilt es, die Landtagsfraktionen im Wahlkampf daran zu messen, ob sie sich für eine auskömmliche Finanzierung der kommunalen Theater und Orchester nach der Wahl einsetzen. Das werden wir laut, kreativ und nachdrücklich tun.“

Die finanziellen Herausforderungen für die Theater steigen kontinuierlich, etwa im Bereich der Energie- und Materialkosten, vor allem aber beim Personal. Aber auch der Fachkräftemangel und die Auswirkungen der Pandemie belasten Theater und Kommunen gleichermaßen. Darüber hinaus haben das Deutsche Theater Göttingen und andere Theater im Land einen erheblichen Sanierungsstau. Dies können die Kommunen nicht allein bewältigen. Das Land müsse sich seiner Verantwortung stellen, so Broistedt.