Meine Bestellungen

Ihr aktueller Status:

Sie sind Gast auf dieser Seite.

Registrieren Sie sich, um Ihren Status zu ändern.
Bestellen Sie einen Tageszugang oder ein Abonnement, um alle Funktionen freizuschalten und alle Texte lesen zu können.

Willkommen im Kulturportal vom Kulturbüro Göttingen. 

Hier finden Sie Termine und Nachrichten aus dem Kulturleben der Region. 
Ihre Möglichkeiten als Benutzer:in auf dieser Seite sehen Sie, wenn Sie auf das Menü rechts klicken. (Die drei kleinen schwarzen Balken)

Passend zu diesem Text

Information
Landschaftsverband

In der Corona-Krise hatte die Kulturförderung Hochkonjunktur

Information
Förderbilanz 2022
Meldung von Olaf Martin - Erschienen am 14.Januar 2023

„In normalen Zeiten wäre es eine erfreuliche Entwicklung, wenn mehr Geld für die Kultur zur Verfügung gestellt wird. Aber die vergangenen drei Jahre waren nicht normal“, meint Olaf Martin, der Geschäftsführer des Landschaftsverbandes Südniedersachsen.

Dieser kommunale Verband für regionale Kulturförderung stellte jetzt die Bilanz seiner Förderung im Jahr 2022 vor. In knapp 160 Förderungen wurden Zuschüsse von mehr als 1 Million Euro ausgezahlt – das ist eine Steigerung von etwa 150 % gegenüber den Vorjahren. Und es ist ein Krisensymptom, denn fast die Hälfte dieser Zuschussvergaben (etwa 470.000 Euro) erfolgte aus Corona-Hilfsprogrammen für Soloselbständige im Kultursektor. Das Land hatte die Landschaftsverbände seit Herbst 2020 mit der Ausführung des Programms „Niedersachsen dreht auf“ betraut. Hiermit wurden gezielt die Gagen und Projekte von Kulturschaffenden bezuschusst, die von ihrer künstlerischen Tätigkeit leben oder das zumindest versuchen. Denn das war bekanntlich in der Corona-Krise besonders schwer, weil Veranstaltungen zunächst ganz ausfielen oder stark eingeschränkt waren und anschließend Teile des Publikums nicht mehr zurückkamen. „Der Corona-Krise folgte die Publikums-Krise und danach kam die Energie-Krise – und bei keiner dieser Krisen ist so richtig klar, ob wir sie schon überstanden haben“, so Martin. Klar ist aber, dass speziell die Corona-Hilfen ankamen: „Wir wissen aus vielen Rückmeldungen von Betroffenen, dass das eine wirkliche Überlebenshilfe war!“

Das ungewisse Publikumsinteresse und die steigenden Energiekosten üben aktuell jedoch einen starken Druck auf die Kulturanbieter aus. Der Bedarf an Förderung und an Beratung wird nicht nachlassen, nimmt der Geschäftsführer an. Während es in den vergangenen drei Jahren oft einfach um das Überleben ging, wird und muss jetzt stärker die Frage in den Mittelpunkt rücken, welche Inhalte und Veranstaltungsformen in Zukunft noch auf ein ausreichendes Interesse stoßen werden. Die Generation der Babyboomer war bisher ein stabiler und zahlungskräftiger Kern des Kulturpublikums. Früher als es demografisch zu erwarten war, bleiben nun aber viele dem Kulturgeschehen fern. Olaf Martin: „Wir merken, dass es für viele Kulturveranstalter, die sich in den letzten Jahren noch auf eine stabile Nachfrage verlassen konnten, jetzt eng wird. Ob sich diese anpassen können oder ob sich stattdessen ganz andere Kulturangebote etablieren werden und wenn ja, wie diese aussehen: das wüssten wir nur zu gerne. Fest steht, dass man diese Herausforderungen nicht allein mit höheren Förder-Etats bewältigen kann.“

Der Landschaftsverband fördert die Kultur daher nicht nur mit Zuschüssen, sondern auch indirekt, indem er deren Rahmenbedingungen zu verbessern sucht. Für viele Kultureinrichtungen und insbesondere die Museen der Region ist das Fachpersonal des Verbandes ein wichtiger Beratungspartner. Mit der neuen Plattform kulturis.online soll die Information und der Überblick zum regionalen Kulturleben verbessert werden. Mit verschiedenen Projekten wie z. B. einem Notfallverbund soll der Schutz von Kulturgütern in Museen und Archiven organisiert oder überhaupt erst einmal deren Bedeutung erfasst werden. Das sind eigentlich Aufgaben, um die sich die Kommunen kümmern müssten. „Für die meisten unserer Städte und Landkreise lohnt es sich nicht, das hierfür erforderliche Fachpersonal einzustellen. Wie auch in anderen Bereichen des öffentlichen Lebens war und ist es daher klug, sich zusammen zu tun und diese Aufgaben gemeinsam anzugehen. Dafür ist der Landschaftsverband da“, erläutert Martin. Und dass die Mitgliedskommunen des Landschaftsverbandes diese gemeinsame Aufgabe für wichtig halten, erkennt man auch daran, dass sie kürzlich eine allgemeine Erhöhung ihrer Beiträge an den Verband beschlossen haben – die erste seit dessen Gründung 1989.