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Kunsthaus

Großes Finale der documenta-Partnerausstellung im Kunsthaus

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Bericht von Dorle Meyer - Erschienen am 28.September 2022

Die documenta ist am 25. September zu Ende gegangen und mit ihr auch die Ausstellung „printing futures“, die als Partnerprojekt der documenta fifteen 100 Tage im Kunsthaus Göttingen zu sehen war. Zum Abschlusswochenende waren viele der elf ausstellenden Künstler:Innen noch einmal vor Ort, um Ihre Projekte fertig zu stellen und gaben den über 500 Besucher:Innen mit Performances, Talks und Künstlerführungen Einblicke in Ihre Arbeiten und Ergebnisse. In Zusammenarbeit mit dem Steidl Verlag werden alle KünstlerInnen Ihre Projekte in einer Publikation festhalten, die Zeugnisse der documenta-Partnerausstellung sein werden.

Am Freitag und Samstag wurde das Abschlusswochenende mit Vorführungen der tiefgehenden Performance „Yuba – Ring of Fire“ zu Maya Mercers Fotografien eingeläutet. Sängerin Chloe Abrial, Schauspieler Samuel Mercer & Komponist Guillaume Tiger aus Paris präsentierten ein filmisches Erlebnis, das sich in die Geschichte und Herausforderungen des in den Fotografien gezeigten Yuba-County einfühlt. Im Talk mit der indischen Künstlerin Dayanita Singh wurde Kurator und Verleger Gerd Steidl von ihr mit einem neuen Buch-Kunst-Objekt überrascht, das anschließend auch von den Besucher:Innen in Augenschein genommen werden konnte. 

Der Künstler und Designer Theseus Chan aus Singapur hat den ganzen Sommer in Göttingen verbracht und in seinem Ausstellungsraum an „Steidl-Werk No. 30“ gearbeitet – einem Buch mit einer Auflage von 650 Stück, in welchem er in seiner üblichen Manier mit Papierresten, Fehldrucken u.ä. ein neues Kunstwerk geschaffen hat. In diesem Fall handelt es sich um Druckpapier des Steidl-Verlags, aus dem Chan individuelle Buchobjekte geschaffen hat. Gemeinsam mit Studierenden hat er die Bände in den letzten Tagen fertig gestellt und signierte vor Ort die von BesucherInnen erworbenen Exemplare.

Der aus Bangladesh kommende Fotograf und Aktivist Shahidul Alam stellte die während der Ausstellung entstandene Sammlung von 100 Fotografien vor. Für jeden der 100 Ausstellungs-Tage hatte Alam den Besucher:Innen drei bisher unveröffentlichte Bilder aus seinem Archiv zur Abstimmung gestellt. Aus der Auswahl, die soziale, sowie politische Eindrücke aus Bangladesh zeigt, erarbeitet er im Anschluss der Ausstellung einen neuen Fotoband, den er mit Hintergrund-Texten ergänzt und der in den kommenden Monaten erscheinen soll.

Die in London lebende Künstlerin Sofia Karim stammt ebenfalls aus Bangladesh und rief in ihrem Ausstellungsteil „Turbine Bagh“ unter anderem zu einer Unterschriften-sammlung zur Freilassung der inhaftierten Schriftsteller und Menschenrechtsaktivisten Prof. Saibaba und Prof. Teltumbde auf. Die über tausend ausgefüllten Briefe, die im Kunsthaus Göttingen eingesammelt wurden, installierte sie zwischenzeitlich als eine Art Papierteppich in den Räumen und bis in das Treppenhaus hinein.

„Die Ausstellung war ein voller Erfolg - mit 65% mehr Besucher:Innen und außergewöhnlich viel positivem Feedback. Nicht zuletzt wurde insbesondere unser „Institute to remember“ – kuratiert von Christoph Heubner als Vizepräsident des Internationalen Auschwitz-Komitees - als Reaktion auf die Antisemitismus-Vorwürfe gegen die documenta gelobt. Wir freuen uns, dass auch Viele von der d15 in Kassel und ein besonderes breites internationales Publikum ihren Weg ins Kunsthaus Göttingen gefunden haben.“ so Geschäftsführerin Dr. Dorle Meyer. Der Kurator der „printing futures“-Ausstellung Gerd Steidl, der zudem mit seinem Verlag ebenfalls in die Partnerschaft zwischen Kunsthaus und documenta fifteen involviert ist, stimmt zu. Er hätte sich allerdings deutlich mehr Miteinander mit der documenta gewünscht. „Positiv ist aber, dass wie angedacht nun auch mit documenta-Künstler:Innen aus Kassel Buchprojekte im Steidl-Verlag entstehen.“