Meine Bestellungen

Ihr aktueller Status:

Sie sind Gast auf dieser Seite.

Registrieren Sie sich, um Ihren Status zu ändern.
Bestellen Sie einen Tageszugang oder ein Abonnement, um alle Funktionen freizuschalten und alle Texte lesen zu können.

Willkommen im Kulturportal vom Kulturbüro Göttingen. 

Hier finden Sie Termine und Nachrichten aus dem Kulturleben der Region. 
Ihre Möglichkeiten als Benutzer:in auf dieser Seite sehen Sie, wenn Sie auf das Menü rechts klicken. (Die drei kleinen schwarzen Balken)

Passend zu diesem Text

Information
Forum Wissen

Der Wal lernt fliegen

Information
Das Walskelett kehrt Mitte Januar zurück
Bericht von Jens Wortmann - Erschienen am 1.Dezember 2022

Eins der Highlights der Göttinger Sammlungen ist das 17 Meter lange Skelett eines Pottwals, das fast 20 Jahre im ehemaligen Zoologischen Museum der Universität ausgestellt war. Währen der Sanierung des Gebäudes war das Skelett ausgelagert, zurzeit wird es in einem Lager in Holtensen für die Rückkehr in das Forum Wissen vorbereitet.

Vor über 20 Jahren sind sechs Pottwale an der Nordseeküste bei St. Peter Ording gestrandet. Drei von ihnen konnten gerettet werden, drei sind verendet. Von einem dieser Tiere ist das Skelett nach Göttingen gekommen. Damals wurden die Knochen entfettet und gereinigt. Um vor allem den Schädel in das Gebäude zu bekommen, wurde ein hinreichend großes Loch in das Mauerwerk des Gebäudes der Zoologie gebrochen.

Für die Umgestaltung des Gebäudes musste das Skelett weichen. Das Team des neu entstehenden Biodiversitätsmuseums um Kuratorin Maria Teresa Aguado Molina und Präparator Carsten Wortmann hat die Knochen nach neuesten Methoden nochmals sorgsam gereinigt. „Es war noch eine Menge Fett im Material, dass das Skelett nicht nur unansehnlich macht, sondern es auf Dauer auch zerstört“, erläutert der Präparator. Der Schädel hat 2 Jahre lang in über 30.000 Liter Wasser mit entsprechenden Chemikalien gebadet. Nun sind die gesamten Knochen wieder gereinigt.

walskelett900Jetzt muss das Skelett nun wieder montiert werden. Wortmann beschreibt das Problem: „Früher stand das Skelett, jetzt soll es aufgehängt werden. Das würden die meisten Knochen jedoch gar nicht aushalten. Deshalb wird ein Stahlskelett maßgefertigt, das sich unter den Rippen und vor allem dem Schädel befinden wird. Auf dieser Stahlunterlage liegt quasi der Wal auf. Es hängt also nicht das Skelett, sondern die Stahlkonstruktion. Beauftragt wurde dazu eine Firma, die sich auf Ausstellungen spezialisiert hat.

Jetzt werden die 123 Einzelknochen und der 500 Kilogram schwere Schädel naturgetreu arrangiert. „Ein Spagat zwischen Anatomie und Ästhetik“, beschreibt Carsten Wortmann die Herausforderung. „Einerseits sollen die Knochen natürlich anatomisch richtig angeordnet sein. Andererseits soll das Ergebnis auch richtig gut aussehen.“ So werden alle Einzelteile behutsam arrangiert, bevor die Stahlkonstruktion in den nächsten Wochen angefertigt wird.

Anschließend werden die vormontierten Skelettelemente in den Museumsbau an der Berliner Straße gebracht. Dazu werden einige Scheiben in dem neu geschaffenen Atrium herausgenommen, um den großen Schädel mit einem Kran in das Gebäude zu schaffen. Mitte Januar beginnt dort die endgültige Montage des 1,2 Tonnen schweren Skeletts, das mit Stahlseilen unter der Decke angebracht wird.

Der Förderkreis Forum Wissen unterstützt den Umzug finanziell: Zum einen mit einem Scheck über 30.000 Euro, zum anderen ruft der Förderkreis gemeinsam mit dem Verein Alumni Göttingen zu weiteren Spenden auf. Wolfgang Meyer vom Förderkreis ist überzeugt: „Das wird sensationell gut – der Wal lernt fliegen“. Die erste Rate ist bereits überwiesen, es werden aber noch weitere Spenden benötigt. Spenden sind willkommen auf dem Spendenkonto IBAN: DE93 2605 0001 0056 0628 54, BIC: NOLADE21GOE bei der Sparkasse Göttingen.