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Eine bittere-humorvolle Geschichte im Jungen-Theater

Information
Rezension - Erschienen am 31.Januar 2014

"Der Hals der Giraffe" - Premiere im Jungen Theater

Eine geknickt sitzende Frau auf der Bühne. Entsetzt hört man im Publikum jemanden flüstern: „Sie hat ne Knarre in der Hand.“

So begann das Theaterstück „Der Hals der Giraffe“, das am Donnerstag Abend auf der Bühne des Jungen Theaters in Göttingen Premiere feierte. Es erzählt die Geschichte der deprimierten Lehrerin Inge Lohmark gespielt von Agnes Giese, deren Lehrerdasein aller Wahrscheinlichkeit nach in den nächsten vier Jahren mit der Schließung der Schule endet. Sie unterrichtet die 9. Klasse in Biologie mit ihren vertraut, bewährtem Frontalunterricht, der bei ihren Kollegen nicht immer auf positive Resonanzen stößt. Lohmark ist allerdings von sich überzeugt und zieht ihren pädagogischen Ansatz durch. Ihre Schüler hat sie schon längst durchschaut, hat sie fest im Griff und nutzt ihre Schwächen aus bis ihr Verhalten aus dem Ruder läuft...
Nach Außen wirkt die Gymnasiallehrerin streng und souverän. Doch im Inneren ist sie eine einsame, unverstandene und deprimierte Frau.

Giese interpretiert diesen Charakter auf eine bemerkenswerten Art und Weise. Der Kontrast zwischen der strengen und selbstbewussten Persönlichkeit und dem müden, trostlosen Charakter verkörpert sie so brillant, dass der Zuschauer, welcher von zwei gegenüberliegenden Tribünen das Geschehen verfolgt, sich ebenfalls in die Situation mit hinein ziehen lassen kann.

Als Bronze-Figur verkörpert Jan Reinartz verschiedenen Nebenrollen wie zum Beispiel den Schuldirektor oder ihren Mann auf der Straußenfarm sowie auch manchmal die innere Stimme Lohmarks. Teilweise parallel agieren beide Figuren auf der Bühne zwischen Brotdose, Blume und Thermoskanne die die Schülerinnen und Schüler darstellen sollen. Das Klassenzimmer wird Zeuge des Untergangs der Schule und somit auch Lohmarks, während diese paradoxerweise die Entwicklungstheorien Darwins unterrichtet und unter anderem der Frage nachgeht wie die Giraffe zu ihrem Hals gekommen ist.

Die leider nicht ausverkaufte 80 Minütige Vorstellung wurde mit kräftigem Beifall belohnt. Derjenige, der neugierig auf diese bittere-humorvolle Geschichte geworden ist, hat noch an vier weiteren Terminen die Gelegenheit sich von dem außergewöhnlichen Charakter Inge Lohmarks mitreißen zulassen. Göttinger Studenten haben die Möglichkeit durch das Kulturticket die Vorstellung bei freiem Eintritt zu genießen.

Weiter Vorstellungstermine:
31.01.14, 06.02.2014, 11.02.2014, 22.02.2014