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Passend zu diesem Text

  • Barockes Neujahrskonzert

    Informationen
    Konzert mit dem Ensemble GlossArte und dem Göttinger Barockerchester
    erschienen am 10 Januar 2023
    Ensemble GlossArte Frauke Hess Gregor Debuclet Göttinger Barockorchester Henning Vater Johanne Rasch Juan Gonzáles Martínez Julia Krikkay Lea Suter
  • Es wird wieder gejauchzt und frohlockt!

    Informationen
    Teil I­–III des Weihnachtsoratoriums in St. Johannis
    erschienen am 20 Dezember 2022
    Anna Haase von Brincken Bernd Eberhardt Carolin Hlusiak Clemens Löschmann Göttinger Barockorchester Göttinger Stadtkantorei Johanna Neß Konstantin Heintel
  • Weihnachtliche Fröhlichkeit in der Adventszeit

    Informationen
    Weihnachtsoratorium mit der Kantorei St. Jacobi
    erschienen am 12 Dezember 2022
    Anna Nesyba Barockorchester L’Arco Gotthold Schwarz Jacobikantorei Jacobikirche Michael Connaire Rebekka Stolz Stefan Kordes
  • Orgelsanierung fast beendet

    Informationen
    Erste Orgelmusik nach der Orgelsanierung, Freitag, 2.12., 18 Uhr
    erschienen am 29 November 2022
    Jacobikirche Orgelmusik
  • Eine unterhaltsame Stunde Wintertraum

    Informationen
    Göttinger Symponieorchester in der Jacobikirche unter der Leitung von Stefan Kordes
    erschienen am 28 November 2022
    Göttinger Symphonie Orchester Jacobikirche Stefan Kordes
  • Vocaliter und Instrumentaliter zu gebrauchen

    Informationen
    Die 6. Nikolausberger Musiktage eröffnen mit Heinrich Schütz und Zeitgenossen 
    erschienen am 18 September 2022
    Anne Harer Kammerchor St Jacobi Nikolausberger Musiktage Stefan Kordes la festa musicale
  • Leise flehen meine Lieder

    Informationen
    Benefizkonzert für die Orgelsanierung mit Andreas Fischer und Stefan Kordes
    erschienen am 14 September 2022
    Andreas Fischer Jacobikirche Stefan Kordes
  • Fünf Benefizabende für die Orgelsanierung in St. Jacobi Göttingen

    Informationen
    An den Freitagen im September jeweils um 18 Uhr lädt die Kirchengemeinde St. Jacobi zu fünf Benefizabenden in die Kirche ein. 
    erschienen am 02 September 2022
    Jacobikirche Orgelmusik St. Jacobi
  • Keine Zeit für Langeweile

    Informationen
    »Lully – Achille et Polixène« in der Universitätsaula
    erschienen am 30 August 2022
    Antonius Adamske Göttinger Barockorchester
  • Mitreißende Musik

    Informationen
    »Carmina burana« in der Jacobikirche
    erschienen am 19 Juni 2022
    Art la danse Ensemble Percussion Jacobikantorei Jacobikirche Joscha Eggers Judith Kara Leon-Maurice Teichert Michael Schäfer Miriam Puls Stefan Kordes Veronika Schäfer

Viel Barockswing ohne akademischen Touch

Information
Rezension von Jens Wortmann - Erschienen am 27.Februar 2017
Festliche Barockmusik in St. Jacobi

Eine gut gefüllte Jacobikirche am Sonntagnachmittag bestätigte die Wahl der Konzertzeit um 16 Uhr – auch, wenn die Konzertdauer mit über zwei Stunden etwas reichlich bemessen war.

Geboten wurde ein „Festliches Barockkonzert“ mit Musik von Johann Sebastian Bach, dem Thomaskantor Johann Friedrich Doles und Jan Dismas Zelenka. Das erklärte Lieblingsstück der Kantorei und eine wunderbare Entdeckung war der kurze Kantatensatz „Nun ist das Heil“: ein doppelchörig angelegter und festlich mit Pauken und Trompeten besetzter Satz begeisterte nicht nur das Publikum. Und auch die Erklärung von Johann Friedrich Doles, der 50 Jahre nach Bach komponierte, „Fugen sind blos Kunstwerke des Verstandes und belustigen allenfalls den Kenner“ wurde eindrucksvoll widerlegt. Denn das sehr kunstvolle Kompositionsprinzip einer Permutationsfuge erklingt bei Bach spielerisch und leicht. Wenn es dann noch vom Kammerchor St. Jacobi und dem Göttinger Barockorchester mit viel Barockswing vorgetragen wird, ist endgültig jeder akademische Touch dieses Kleinods verschwunden.

Doles (1715-1797) erklärte jedoch seinen Gegenentwurf zum Musikverständnis seines Lehrers Bach: Kirchenmusik soll das Herz berühren und Gefühle im Hörer auslösen. Und wenn man nun dem Ratschlag von Arne zur Nieden im Programmheft folgte, nämlich „Bach für 20 Minuten zu vergessen“, war die Intention Doles‘ tatsächlich zu spüren: gefühlvoll und ausdrucksstark interpretierte Kantor Stefan Kordes den Psalm „Singet dem Herrn ein neues Lied“. Chor und Orchester ließ er klingen, er spannte Bögen und entfaltete somit die Wirkung dieser Musik.

Zu diesem Gelingen haben auch die Solisten beigetragen, von denen vor allem Gotthold Schwarz zu nennen ist, ist Schwarz doch ebenfalls Thomaskantor und damit ebenfalls ein Nachfolger Bachs und auch Doles‘. Aber deswegen wurde er natürlich nicht eingeladen. Vielmehr gestalteten Schwarz gemeinsam mit Theresia Taube, Ulrike Schneider und Henning Kaiser ihre Solistenparts überzeugend.

Begonnen hatte der Abend mit der Kantate „Mit Fried und Freud ich fahr dahin“. Sie erklang im Rahmen der Reihe „Bach-Kantaten zu Luther-Liedern“. Und diese Kantate hatte es Stefan Kordes sehr angetan. „Eine kleine Matthäuspassion“ erläuterte er – und meinte die Besonderheit dieser Kantate: Bach gestaltete einen groß angelegten und sehr bewegten Eingangschor, in dem neben dem Chor die Oboe und die Querflöte solistisch auftreten. Leider waren Chor, Orchester und Dirigent zu Beginn des Konzertes noch nicht exakt aufeinander eingespielt. Zum Teil klapperte es bedenklich zwischen den Ensemblegruppen. Das legte sich aber schnell. Auch lagen Kordes die „romantischen pianissimo-Passagen“ in der Kantate besonders am Herzen, wie er im Programmheft verriet. Diese pianissimo-Passagen sorgten jedoch dafür, dass der 40köpfige Kammerchor St. Jacobi bisweilen sich nicht recht durchzusetzen vermochte. Dass er dazu durchaus in der Lage ist, war beim anschließenden Psalm von Johann Friedrich Doles zu hören.

Das Göttinger Barockorchester mit seinem Konzertmeister Henning Vater war im gesamten Verlauf des Konzertes mehr als ein zuverlässiger Begleiter: vor allem bei der Musik vor der Pause konnten die Stimmgruppen wunderbare eigene Akzente setzen, besonders genannt seien hier die Flöte, die Oboe und die Trompetengruppe. Nach der Pause erklang die „Missa Divi Xaverii“ von Jan Dismas Zelenka. Chor und Orchester hielten die Konzentration bewundernswert aufrecht. Allein die etwas gefällige Musik Zelenkas zog sich ein wenig hin.

Umso schöner, dass der Bach-Satz „Nun ist das Heil“ als Zugabe noch einmal gegeben wurde. Derart beschwingt entließen der Kammerchor St. Jacobi, das Göttinger Barockorchester und Stefan Kordes das Publikum in den Sonntagabend.

Der Kammerchor St. Jacobi ist gemeinsam mit der Kantorei St. Jacobi am 14. Mai während der Internationalen Händel-Festspiele zu hören. Um 18 Uhr erklingt in der Johanniskirche Händels Oratorium "Israel in Egypt" unter dem Dirigat von Stefan Kordes. Weitere Informationen und die Möglichkeit zum Ticketkauf finden Sie hier im Kulturbüro Göttingen.

Das Göttinger Barockorchester ist bereits am Montag, den 6. März um 19.30 Uhr zu hören. Unter der Leitung von Antonius Adamske erklingen in der St. Pauluskirche unter anderem die drei Bass-Solokantaten von Johann Sebastian Bach. Die Solopartie singt Henryk Böhm. Weitere Informationen und die Möglichkeit zum Ticketkauf finden Sie hier im Kulturbüro Göttingen.