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Deutsches Theater
Krieg der Worte im Fridtjof-Nansen-Haus

Sprachgewaltiges Lügengewebe

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Dramatischer Abstecher des Deutschen Theaters mit Heiner Müllers „Philoktet“
Rezension von Tina Fibiger - Erschienen am 28.August 2019

Die Fakten sind auch zehn Jahre nach Kriegsbeginn noch gegenwärtig. Philoktet hat sich auf der stürmischen Überfahrt nach Troja von einer Schlange beißen lassen, um die Götter günstig zu stimmen. Weil seine stinkende Wunde und die Schmerzensschreie die Moral des griechischen Heeres schwächten, verbannte ihn Heerführer Odysseus auf die menschenleere Felseninsel Lemnos. Jetzt ist es an der Zeit, diese Fakten strategisch neu zu justieren, denn der Krieg dauert an. Jetzt ist Philoktet mit seinem tödlich treffsicheren Bogen wieder gefragt, um den Sieg über die Trojaner zu beschleunigen. In dieser seltsam sperrigen und monströsen Halle des Fridtjof-Nansen-Hauses beginnt ein taktischer Dreikampf, in den Müller die antiken Helden seines Schauspiels getrieben hat. Odysseus macht den jungen Neoptolemos zum taktischen Verhandlungsführer mit dem vom Hass zerfressenen Inselbewohner.

Nach zwei Produktionen in der DT-Tiefgarage hat das Deutsche Theater vor Beginn der neuen Spielzeit das frühere Goethe-Institut zum Bühnenschauplatz erklärt. Das historische Kaminzimmer im Fridtjof-Nansen-Haus bildet die dramatische Kulisse für Heiner Müllers Schauspiel „Philoktet“, das sich für Regisseur Elias Perrig als Krieg der Worte versteht. Gerungen wird um politische Prinzipien, existenzielle Wahrheiten und moralische Werte, während sich die drei antiken Helden ein mörderisches Gefecht liefern.

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