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Händel-Festspiele
Galakonzert mit Julia Lezhneva, dem FestspielOrchester und George Petrou

Einfach nur umwerfend

Information
Das Konzert wird auf NDR Kultur gesendet
Rezension von Jens Wortmann - Erschienen am 20.Mai 2022

In einem viel umjubelten Konzert haben die Sopranistin Julia Lezhneva und das FestspielOrchester Göttingen unter der Leitung von George Petrou einen glanzvollen Abend in der St. Johanniskirche gestaltet. Mit diesem Konzert wurden Maßstäbe gesetzt.

George Petrou hat schon längst festgestellt, dass das FestspielOrchester Göttingen (FOG) eines der besten Barockorchester der Welt ist. Zum Galakonzert der Festspiele 2022 hat sich das Ensemble erneut selbst übertroffen. Natürlich war die Sopranistin Julia Lezhneva der Topstar des Abends. Aber dieses Orchester, das eine ganze Reihe Solist:innen des Abends aufbot, war absolut ebenbürtig. Ein Umstand, den die russische Sängerin offensichtlich genoss. Und das Publikum in der gut besuchten, wunderschönen St. Johanniskirche Göttingen ebenfalls.

Der Abend begann mit der Fortsetzung der Reihe mit Händels Concerti grossi. An diesem Abend standen das Concerto Nr. 3 G-Dur und das Concerto Nr. 6 D-Dur auf dem Programm.

Im G-Dur-Konzert trat die FOG-Flötistin Kate Clark als Solistin hervor. Mit ihrer Virtuosität und dem warmen Ton ihrer Traversflöte setzte sie schon früh an diesem Konzertabend ein Ausrufezeichen. Im D-Dur-Konzert war es Hanneke van Proosdij am Cembalo, die im Mittelpunkt stand. Später bekam sie noch ein komplettes Solokonzert: im Concerto g-Moll von Wilhelmine von Bayreuth bewies van Proosdij ihre Extraklasse am Cembalo.

Die anderen Soloinstrumentalist:innen Elizabeth Blumenstock und Christoph Timpe (Violine) und Phoebe Carrai (Violoncello) traten als Partner:innen mit Julia Lezhneva an. Und um es vorwegzunehmen: das Duett zwischen der Sopranistin und der Cellistin mit der Arie „Credete al mio dolore“ aus Händels Alcina war eine der absoluten Höhepunkte des Abends. Die beiden Künstlerinnen rührten einen zu Tränen – und schon hier gab es nicht enden wollenden Applaus, der bereits länger und lauter war, also nach so manchem Konzert.

Begonnen hat die Sängerin aus Moskau mit dem erst 2001 entdeckten Gloria von Georg Friedrich Händel. Schon hier bewies Lezhneva, warum sie derzeit zu den besten Sopranistinnen weltweit zählt. Mühelos wechselt sie die Register, die Klangfarben, die Emotionen. Das „Et in terra pax“ klang so hoch emotional, als sei es eine Friedensbotschaft in die Welt. Und während um die Kirche herum es blitzte und donnerte, lobte Lezhneva mit großer Strahlkraft und Inbrunst den Herrn, dass es eine Freude war.

Und was diese zierliche, zarte Frau noch so drauf hat, zeigte sie in der zweiten Programmhälfte inklusive dreier Zugaben: in Grauns „Senza die te, mio bene (aus Corialanus), Vivaldis „Zeffiretti, che sussurrate“ und Händels „Un pensiero nemico i pace“ (aus Il Trionfo del Tempo e del Disinganno) bringt sie das Publikum zum Staunen: welch ungeheure Kraft kann diese junge Frau entfalten, welch eine Dramatik kann sie darstellen, welch eine Zartheit kann sie in ihre Stimme legen – es ist einfach nur umwerfend. Dass Dirigent George Petrou seinen Musiker:innen bisweilen äußerst rasante Tempi zumutet, konnte bei diesen Festspielen bereits festgestellt werden. Das bei solchen  Tempi auch die waghalsigsten Koloraturen überhaupt kein Problem für die Sängerin darstellten, war bei diesem Galakonzert zu hören.

So ist es kein Wunder, dass ihr am Ende Stehende Ovationen entgegengebracht werden. George Petrou, das FOG und Julia Lezhneva legten aber noch einmal nach: in drei großartigen Arien zogen alle gemeinsam sämtliche Register. Zu hören war die Arie „Agitata da due venti" aus Griselda von Antonio Vivaldi, das „Lascia la spina" aus Händels Il trionfo del tempo e del disinganno (dessen berühmte Melodie Händel mehrfach verwendet hat, unter anderem in seinem Rinaldo mit dem Text „Lascia ch'io piango“.) Und zum Abschluss erklang die Arie Arie „Brilla nell'alma“ aus Händels Alessandro.

Mit diesem unglaublichen Abend haben sich die Internationalen Händel-Festspiele Göttingen selbst einen Maßstab gesetzt, an dem sie sich künftig werden messen lassen müssen. Aber es macht ganz stark den Eindruck, als wollten sie genau das. Göttingen und seine Festspielgäste dürfen sich freuen.

Dieses Konzert wurde vom Norddeutschen Rundfunk mitgeschnitten und wird auf NDR Kultur gesendet werden. Ein genauer Termin steht noch nicht fest.