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GSO

Energiegeladene Farben

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Nazelí Gabriela Arsenyan und Vladislav Kozin in der Rathaus-Serenade
Rezension von Jens Wortmann - Erschienen am 20.September 2022

Die Violinistin Nazelí Arsenyan und der Cellist Vladislav Kozin haben die Konzertreihe des Göttinger Symphonieorchesters »Rathaus-Serenade« eröffnet. „Farbenreiche Dialoge“ haben Sie das Programm überschrieben. Was zunächst ganz harmlos und sehr harmonisch klingt, hatte es aber in sich. Es erklangen zwei ungemein spannende Duette von Reinhold Glière und Gagik Howunz.

Der russisch-sowjetische Komponist Reinhold Moritzewitsch Glière ist 1875 in Kiew geboren und lebte bis 1956. Er stammt aus einer Musikerfamilie und war ab 1920 am Moskauer Konservatorium tätig. Seine „Acht Stücke für Violine und Violoncello“ sind 1909 entstanden und klingen noch sehr traditionell. Es handelt sich um sehr facettenreiche Miniaturen, deren unterschiedliche Charaktere Arsenyan und Kozin wunderbar darstellten. Die feinsten Schattierungen und Nuancen wurden zu Gehör gebracht. Die an sich eher schlichten, spätromantischen Kompositionen wurden durch die beiden zu großartigen und reizvollen Stücke zu großartiger Musik. 

Die absolute Entdeckung folgte aber anschließend: Gagik Howunz (1930­–2019). Ein Komponist aus der Heimat der Violinistin Nazelí Arsenyan, beide stammen aus Jerewan in Armenien. In der 1981 entstandenen dreisätzigen Sonate für Violine und Violoncello erklingt die Landschaft Armeniens, die während des Konzertes auch auf eine Leinwand auf der Bühne projiziert wurde. Zu hören war Musik, die zwar in die abendländische Tonsprache passt, die aber durch besondere Rhythmen und Akkorde ihren ganz eigenen Charakter zeigte. Arsenyan und Kozin spielten mit unglaublicher Leidenschaft und Präzision. Die Energie der Musik und vor allem ihrer Wiedergabe war dermaßen geladen, dass das Publikum unmittelbar davon berührt wurde. Wie elektrisiert lauschten die Zuhörer:innen den akrobatischen und technisch anspruchsvollen Tonfolgen – ohne, dass der Schwierigkeitsgrad dieser Musik irgendwie das Zuhören belastet. Vielmehr stehen die Emotionen im Vordergrund, die die beiden GSO-Musiker:innen erzeugen. 

Das führt insgesamt zu einem unglaublichen Konzertabend, der sicher noch ein paar Zuhörer:innen mehr verdient hätte. Und es führte zu zwei Zugaben: von Edward Elgar das berühmte „Salut d’Amour“ in einer Bearbeitung für Violine und Violoncello sowie eine wunderbar emotionale Ausgabe des „Tango Eight“ von Jeremy Cohen.