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Johanniskirche

Zeitgenössische Musik mit Begeisterung

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Kammerchor »Vokalwerk« sang unter der Leitung von Martin Kohlmann
Rezension von Jens Wortmann - Erschienen am 7.November 2022

Das Vokalwerk Hannover ist ein professionell besetzter Kammerchor aus Hannover, gegründet und geleitet vom Kirchenmusiker Martin Kohlmann. Mit diesem Chor realisiert er anspruchsvolle Konzertprogramme, die für Laienchöre in der Regel zu schwer sind. Mit einem solchen Programm gastierte der Chor in der Reihe »Motette« in der St. Johanniskirche.

Wobei gleich das erste Stück von einem Laienchor gesungen vor kurzem in Göttingen zu hören war: die »Erste Elegie« von Einojuhani Rautavaara war auch im Programm des Göttinger Universitätschores bei seinem Semesterkonzert im Sommer. Der Kammerchor Vokalwerk besteht aus 4 x 4 Sänger:innen, ist also wesentlich kleiner besetzt als der große Universitätschor. Das hatte zur Folge, dass der Chorklang durchsichtiger und filigraner war. Allerdings waren auch immer einige Stimmen herauszuhören. Und gerade bei der Musik Rautavaaras tut bisweilen ein großflächiger Klang gut. Trotz perfekter Intonation und Ausgestaltung fehlte dieser Klang bisweilen.

Es folgte die »Missa brevis« des norwegischen Komponisten Knut Nystedt (1915–2014). Hier war die Besetzung mit diesem Kammerchor ideal: durch die Teilung der einzelnen Stimmgruppen, die Dissonanzen im Kyrie, die zahlreichen Rhytmusänderungen und die Cluster-Klänge machen dieses kurze Chorwerk zu einer überaus spannenden Herausforderung. Die ausgebildeten Konzertsänger:innen vom Vokalwerk nahmen diese Herausforderungen an und meisterten sie bravourös.

Nach dem geistlichen Wort von Pastor Reiner Dinger, der auf die Rilke-Texte in Rautavaaras Elegie Bezug nahm, erklangen Chorlieder des hannoverschen Komponisten Alfred Koerppen (1926–2022). Die Tonsprache Koerppens ist durchaus tonal und folgt einer gewissen Formstrenge. Er steht durchaus in der Tradition der Spätromantik. Seine Experimentierlust machen aber die Chorlieder zu anspruchsvollen Kleinoden. Sechs von ihnen wählte Martin Kohlmann aus.

Mit seinem lebendigen, stets präsenten und gefühlvollen Dirigat füllte er die zeitgenössische Musik an diesem Abend mit Begeisterung, die in allen Reihen der gut besuchten St. Johanniskirche zu hören war. Das galt auch für den »Hymn to St. Cecilia« von Benjamin Britten (1913–1976), in dem die Chorist:innen mit zahlreichen Solostellen brillieren konnten – um sich am Ende zum strahlenden Schlussakkord im Pianissimo zu vereinen.

Martin Kohlmann ist auch der Leiter des Petrichores Weende: am 4. Dezember ist der Petrichor gemeinsam mit der Stadtkantorei Gehrden mit dem Oratorium »Elias« von Felix Mendelssohn Bartholdy zu hören. Beginn ist um 18 Uhr in der St. Johanniskirche.