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Passend zu diesem Text

  • Neue Leitung der Universitätsmusik

    Informationen
    Die Universität Göttingen hat Jens Wortmann die Leitung übertragen
    erschienen am 12 Januar 2023
    Jens Wortmann Universität Göttingen Universitätschor Universitätsorchester
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    Aufführung mit dem Göttinger Vokalensemble

    Ein Kompromiss als besonderes Ereignis

    Informationen
    »Ein Deutsches Requiem« von Johannes Brahms in der Fassung mit zwei Klavieren
    erschienen am 27 Oktober 2021
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  • Hingebungsvoll musiziert

    Informationen
    Sommerkonzerte in der Aula
    erschienen am 19 Juli 2021
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  • Surround-Klang in der Universitätskirche

    Informationen
    Vier Kurzkonzerte in St. Nikolai
    erschienen am 20 Juni 2021
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  • Chorkonzert an der frischen Luft

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    Benefizkonzert des Göttinger Vokalensembles und des musa-Chores.
    erschienen am 07 September 2020
    Andreas Jedamzik Göttinger Vokalensemble MusaChor
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    Video

    Der Herr ist auferstanden!

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    Ostergruß aus der h-Moll-Messe
    erschienen am 11 April 2020
    Göttinger Barockorchester Ingolf Helm Musikalischer Corona-Gruß Universitätschor
  • Geborgen in der musikalischen Schöpfung

    Informationen
    Bachs h-Moll-Messe in der St. Nikolaikirche
    erschienen am 07 Februar 2020
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  • 11 Beiträge für ein frohes Fest

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    Weihnachtskonzert von Göttinger Universitätschor und Orchester
    erschienen am 21 Dezember 2019
    Andreas Jedamzik Ingolf Helm Universitätschor Universitätsorchester
  • Brioche und Pumpernickel

    Informationen
    göttinger vokalensemble (gve) mit Werken von Schütz, Schein und J.M. Bach
    erschienen am 12 November 2019
    Andreas Jedamzik Göttinger Vokalensemble Jonas Alpmann
  • Grandios und stimmungsvoll

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    Verdi, Mozart, Gounod mit dem Universitätschor und -orchester
    erschienen am 09 Juli 2019
    Ingolf Helm JeanChristophe Fillol Manuel König Theresa Sommer Universitätschor Universitätsorchester
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Der Text ist frei verfügbar
Universitäschor

Beglückender Neuanfang

Information
Semesterkonzerte in der Aula
Rezension von Arne zur Nieden - Erschienen am 11.Juli 2021

Für den Göttinger Universitätschor stand im Mai dieses Jahrs ein umfangreicher Neuanfang an. Nach über einem Jahr pandemischer Zwangspause fanden, durch sinkende Infektionszahlen ermöglicht, erste Stimmproben in Kleingruppen, später dann größer besetzte Gesamtproben unter freiem Himmel im Innenhof des Theologicums statt. Außerdem begann, nachdem der bisherige Akademische Musikdirektor Ingolf Helm Ende März nach 33 Dienstjahren in den Ruhestand ging, auch auf der Leitungsebene eine neue Zeit. Bis zur endgültigen Wiederbesetzung der Stelle hat Andreas Jedamzik die Aufgaben der akademischen Musikpflege übernommen.

Alles in allem also unsichere, „ergebnisoffene“ Zeiten, die man entspannt mit einem leichten Programm zum Wieder-ins-Singen-hineinkommen hätte bestreiten können. Aber wer Andreas Jedamzik kennt, weiß, dass dies für ihn keine Option war. Und so stehen auf dem Programm der Semesterkonzerte am 10. und 11. Juli unter der Überschrift Blume und Duft höchst anspruchsvolle Werke der weltlichen A-cappella-Chorliteratur.

Ein Chor nach der Coronapause, dazu 30 neue Mitglieder, schwierige Probensituationen mit Abstand unter freiem Himmel, ein neuer Chorleiter und schwere Chormusik ohne Begleitung, kann das gut gehen? Es kann! Was die Besucher:innen der Konzerte in der Aula am Wilhelmsplatz zu hören bekamen, ließ mit den ersten Akkorden des Madrigals Mother, I will have a husband des englischen Renaissance-Komponisten Thomas Vautor alle oben aufgeworfenen Fragen verpuffen. Mit Präzision, Konzentration und merklicher Freude sangen die Mitglieder des Chores dieses und drei weitere englische Madrigale als Eröffnung eines Programmes, das sich rund um florale und amouröse Themen rankte.

Es folgten sechs Lieder für Frauenchor von Johannes Brahms aus op. 44. Diese wurden unaufdringlich und einfühlsam von Jasmin Klaus am Flügel begleitet. Auch hier zeigte sich die ob der kurzen und schwierigen Probenphase keinesfalls zu erwartende Präsenz und Aufmerksamkeit der Sängerinnen.

Wieder in voller Besetzung erklangen die beiden Volkslieder My sweethart's like Venus und I love my love in der Fassung von Gustav Holst. Die klare, lupenreine Intonation und Ausgewogenheit der Stimmen ließen hier die spätromantischen Klänge zu einem so beeindruckend guten Chorklang wachsen, dass für ein paar Minuten alle pandemischen Einschränkungen und Abstände überwunden zu sein schienen.

Höhepunkt des Abends waren aber zweifellos die vier Lieder von Franz Liszt (Blume und Duft), Hugo Wolf (Der Gärtner) und Robert Schumann (Waldesgespräch und Mondnacht) in den kongenialen Transkriptionen von Clytus Gottwald. Wie der Arrangeur hier die im Original für Instrumente und Solostimme gedachten Lieder zu anspruchsvollen Chorsätzen nicht nur transkribiert, sondern weiterentwickelt und neue Ebenen und Ausdrücke ergänzt, ist beeindruckend. Genau so beeindruckend war die Darbietung des Universitätschores. Die rhythmischen und harmonischen Tücken wurden nicht „gemeistert“, sondern einfach musiziert, wobei das aufmerksame Folgen des Dirigats genauso dazu beitrugen, wie der über das komplette dynamische Spektrum präsente und sichere Chorklang.

Wenn dieses Konzert das Ergebnis einer kurzen und schwierigen Probenphase während einer Pandemie ist, dann kann man nur erahnen, was für ein Potenzial im Universitätschor steckt. Und Andreas Jedamzik hat deutlich gemacht, dass er dieses Potenzial nicht nur ausreizen möchte, sondern auch kann. Ein so hervorragender Universitätschor steht einer angesehenen Universität wie der Göttinger in jedem Fall sehr gut zu Gesicht. Bleibt zu hoffen, dass dies die Verantwortlichen auch erkennen, wenn es um die Neubesetzung der Stelle des Akademischen Musikdirektors geht.