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Passend zu diesem Text

  • Inspirierendes Dirigat

    Informationen
    Aufführung von Felix Mendelssohn Bartholdys »Elias« am 3.Dezember in St. Johannis in Göttingen
    erschienen am 09 Dezember 2022
    Johanniskirche Martin Kohlmann Petrichor Weende
  • Informationen
    Heinrich Schütz: Lukaspassion

    Schmerzlicher Seelenkampf

    Informationen
    Andacht zur Todesstunde Christi in St. Jacobi
    erschienen am 15 April 2022
    Arne zur Nieden Christian Neofotistos Jacobikirche Kammerchor St Jacobi Manuel König Stefan Kordes
  • Informationen
    Aufführung mit dem Göttinger Vokalensemble

    Ein Kompromiss als besonderes Ereignis

    Informationen
    »Ein Deutsches Requiem« von Johannes Brahms in der Fassung mit zwei Klavieren
    erschienen am 27 Oktober 2021
    Andreas Jedamzik Carlos Vázquez Göttinger Vokalensemble Henning Ahlrichs Henryk Böhm Martina Nawrath Maxim Böckelmann
  • Hingebungsvoll musiziert

    Informationen
    Sommerkonzerte in der Aula
    erschienen am 19 Juli 2021
    Andreas Jedamzik Ann Juliette Schindewolf Manuel König Universitätsorchester
  • Hochauflösende Musik

    Informationen
    Beethoven-Abend mit Henryk Böhm, Catherina Lendle, Stanislas Kim und Gerrit Zitterbart
    erschienen am 17 Juni 2021
    Catherina Lendle ClavierSalon Gerrit Zitterbart Henryk Böhm Stanislas Kim
  • Geborgen in der musikalischen Schöpfung

    Informationen
    Bachs h-Moll-Messe in der St. Nikolaikirche
    erschienen am 07 Februar 2020
    Clemens Löschmann Göttinger Barockorchester Hannah Meyer Henryk Böhm Ingolf Helm Magdalene Harer Universitätschor
  • „Jauchzet, frohlocket“ mit zwei Zugaben

    Informationen
    Das Göttinger Barockorchester präsentierte unter der Leitung von Antonius Adamske zweimal das Weihnachtsoratorium
    erschienen am 23 Dezember 2019
    Antonius Adamske Britta Hauenschild Clara Schneider Göttinger Barockorchester Helmut Poehner Henning Vater Johannes Euler Manuel König Marcel Raschke
  • Mit Pauken und Trompeten

    Informationen
    Weihnachtliches Barockkonzert mit dem Kammerchor St. Jacobi
    erschienen am 10 Dezember 2019
    Göttinger Barockorchester Hanna Zumsande Henryk Böhm Jacobikantorei Stefan Kordes Ulrike Schneider
  • Mit viel Passion und Einsatz

    Informationen
    Werke von Rossini und Mendelssohn
    erschienen am 19 November 2019
    Aljoscha Lennert Anna Schaumlöffel Martin Kohlmann Petrichor Weende Sabine Ritterbusch Tammo Krüger ensemble geräuschkulisse
  • Synergieeffekte in der Jacobikirche

    Informationen
    Geistliche Abendmusik zum Reformationstag
    erschienen am 02 November 2019
    Andreas Fischer Göttinger Barockorchester Hannah Meyer Henryk Böhm Kantorei St Jacobi Patricia Grasse Stefan Kordes
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Marienkirche

Und es ward Licht

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PetriChor-Weende und helios-kammerphilharmonie begeistern mit Haydns Schöpfung
Rezension von Sarah Avischag Müller - Erschienen am 30.August 2021

Es ist wenige Minuten vor Konzertbeginn – noch immer windet sich eine lange Schlange um die Marienkirche. Die Göttinger sind begierig nach Live-Musik. In der (unter Abstandsregeln) vollbesetzten Marienkirche kam das Publikum voll auf seine Kosten. Denn das fulminante Oratorium von Joseph Haydn über den biblischen Schöpfungsakt bietet ein Feuerwerk von orchestralen und vokalen Farben und malt ungeheuer bildreich eine ganze Welt.

Es ist diese Bildlichkeit und ideelle Kraft der Musik, die bis heute Begeisterung auslösen kann. Haydns musikalische Schöpfungsgeschichte ist im aufklärerischen Optimismus einer guten und geordneten Natur verwurzelt. In drei Teilen werden die Reiche der Natur verherrlicht – die unbeseelte und pflanzliche, die tierische und die menschliche. Ein Höhepunkt des Werks steht gleich zu Beginn, am initialen Schöpfungsakt des Lichts. Der unerhörte Jubel des „Und es ward Licht“ im strahlenden C-Dur des gesamten Orchesters und Chors geriet in der Uraufführung des Werks am 19. März 1799 in Wien zur Sensation und elektrisierte das Publikum so sehr, dass es in lautstarken Applaus ausbrach. Der Effekt des plötzlichen Kontrasts vom zögernd leisen c-Moll zum majestätisch lauten C-Dur bei diesen Worten gelang auch in der Aufführung des PetriChors, auch wenn man sich vom Chor stärkere Kontraste in der Gestaltung der Lautstärke gewünscht hätte.

Von Kirchenmusiker Martin Kohlmann routiniert geführt, präsentierte sich der PetriChor in klangschöner ausgewogener Balance. Die Aufstellung des Chors mit zentralen Männerstimmen und dem Tenor vorne kam der Hörbarkeit der Stimmen auch in den Chorfugen zugute. Diese anspruchsvollen Chorsätze meisterte der Chor in frischem Tempo. Teilweise hätten die polyphonen Abschnitte von klareren Impulsen des musikalischen Leiters profitiert, da einige zögerliche Einsätze etwas die Stringenz des Ensembles minderten. Doch die hohe Aufmerksamkeit der Sänger erlaubte es stets, den gemeinsamen Schwung wiederaufzunehmen.

Besonders schön war das klangliche Gesamtbild des Ensembles mit dem begleitenden Orchester. Die sehr agil und lebendig spielende helios-kammerphilharmonie bot dem harmonisch-weichen Chor ein rhythmisch pulsierendes Gerüst, auf dem die Musik dynamisch schwingen konnte. Haydns farbenreiche Instrumentierung mit zahlreichen individuell hervorstechenden Instrumentalparts etwa der Flöte, der Klarinette oder der Hörner wurde vom helios-kammerensemble mit detailreicher Finesse ausgekostet. Das Orchester in kleinster Besetzung spielte dabei eine Bearbeitung für Kammerorchester von Joe Hickmann des ursprünglich für großes Symphonieorchester konzipierten Werks. Eine besondere Stärke des Orchesters war die Fähigkeit zum legato, zu intensiv gezogenen Linien. So gestaltete das Orchester das einleitende „Die Vorstellung des Chaos“ mit seinen drohend leisen und suchenden Tonfolgen in historisch informierter vibratoloser Intensität.

Die reichhaltigen solistischen Partien der erzählenden Erzengel, gesungen von Henryk Böhm, Manuel König und Bogna Bernagiewicz, boten höchste Qualität in der Gestaltung der Arien und Rezitative. Der überaus sonore Bass von Henryk Böhm überzeugte durch Ausdrucksstärke und klare Artikulation. Demgegenüber konnte sich Tenor Manuel König nicht immer gegen den Orchesterklang durchsetzen, doch setzte er mit seinem schlanken Timbre einige schöne Akzente. Bogna Bernagiewicz begeisterte mit einem strahlenden Sopranklang und hoher Beweglichkeit. Als zweite Sopranistin in der Rolle der Eva trat ihr Charlotte Diekmann gegenüber, deren Interpretation der Rolle die naive Einfachheit und das ungetrübte Glück des ersten Menschenpaars hervorhob. Das Sängerensemble trat im Finale als Quartett in herrlichen Dialog mit Chor und Orchester.

Insgesamt gelang eine überzeugende Aufführung des haydn’schen Oratoriums, das eine Vision einer idyllischen und dem Menschen anvertrauten Natur aufspannt. Ein Optimismus, der angesichts der heutigen Bedrohungen der Natur eine bleibende Inspiration sein kann.