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Samstag, 26. November 2022 16:00 (Einlass ab 15:00 Uhr)

musa-Probebühne

 

Splitter im Exil - Made in Germany

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Eintritt frei

Veranstalter:

musa
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Als Ali Fathi im Alter von 63 Jahren in Hamburg eine Krebsdiagnose erhält, wird er von unerwarteten Rückblenden heimgesucht: Vor 40 Jahren wurde er bei einer Demonstration im Iran von Splittern einer Handgranate getroffen. Ali, der sich in seinem neuen Exil immer in Sicherheit wähnte, stellt fest: Die Handgranate, die ihn lebensgefährlich verletzte, wurde in seiner neuen Heimat hergestellt – Deutschland. Auf der Suche nach Verantwortlichen findet er heraus, dass deutsche Waffenexporte eine Tradition haben, die bis in die Weimarer Republik zurückreicht, und bis heute für Tod und Leid in der ganzen Welt mitverantwortlich sind. Um sein Trauma zu überwinden, sucht er Verbündete in der Diaspora. Gemeinsam mit anderen Überlebenden brechen sie schließlich ihr Schweigen und fordern die deutsche Gesellschaft auf, endlich Verantwortung zu übernehmen.

Folge und Wirkung der Deutschen Waffen, die nur für die Kriege und „Vaterlandsverteidigung“ Hergestellt werden und nicht für die Gestaltung des Wohnzimmers in Westen.

Vor 41 Jahren, am 21.4.1981, protestierten Schüler*innen, Lehrer*innen und Dozent*innen für die Öffnung der Teheraner Freien Universität. Diese war ein Jahr zuvor wegen der sogenannten Kulturrevolution bzw. Islamisierung der Bildung geschlossen worden. Wie viele andere Kolleg*innen auch war der ehemalige Dozent Ali Fathi suspendiert worden.

Auf dieser Demonstration wurden zwei Handgranaten in die Menge geworfen. Drei Tote, hunderte Verletzte waren die Folgen. Ali Fathi gehörte zu den Überlebenden. Nachdem 37 Splitter aus seinem Körper entfernt wurden und ihm eine 2,5-jährige Inlandsflucht gelungen war, musste er wegen der sich fortsetzenden  politischen Repressalien das Land 1984 verlassen.

Ali Fathi suchte in seinem Westberliner Exil eine weitere ärztliche Behandlung. Im Iran war ihm das bisher unmöglich. In der Moabiter Klinik eröffnete ihm ein Arzt, dass die 67 verbliebenen Splitter der Handgranaten in seinem Körper aus deutscher Produktion stammen.
Fathi ist innerlich zerrissen: Das Land, das ihm ein neues Leben geschenkt hat, hat die Katastrophe erst möglich gemacht. Sein Leben hat sich für immer verändert.

Er brach sein Schweigen nach 37 Jahren, suchte die anderen Verletzten und fand Einige in Kanada, in den USA, in Schweden und auch in Berlin. Ali begann mit ihnen einen Austausch darüber, was die Folgen dieses Traumas für sie bedeuteten. Alle Verletzten des 21.4.1981 im Iran haben den Iran–Irak Krieg erlebt, welche ihr Leben zusätzlich beeinträchtigt hatte. Sie sind nun durch den Russland-Ukraine Krieg wieder an ihre eigenen Kriegserfahrungen haut- und seelennah erinnert worden.

Die Theater-Performance der iranischen Gruppe Drang aus Berlin ist auf farsi mit deutschem Untertitel.  Die Lesung von Ali Fathi aus Hamburg begleitet das Bühnen-Stück.

Anschließend wird das Publikum mit der Methodik des „Forumtheaters“ miteinbezogen.

www.miteinanders.de

www.madeingermany.video

www.inventati.org/ali


Ort:

musa-Probebühne
Hagenweg 2a
37081 Göttingen

 

 

 

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