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Deutsches Theater

Ein unternehmungslustiges Gespann

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»Der kleine Wassermann« auf der dt.x Bellevue Bühne
von Tina Fibiger, erschienen am 06. Dezember 2023
»Der kleine Wassermann« im Deutschen Theater: Moritz Schulze, Judith Strößenreuter | Photo: Lenja Kempf

Im Mühlenweiher ist schwer was los. Das gefällt dem kleinen Wassermann, wenn er seine Unterwasserwelt neugierig erkundet. Überall findet sich etwas zum Staunen, das seine Neugier noch ein bisschen beflügelt – und seine Abenteuerlust. Bald traut sich der schwimmende Held aus Otfried Preußlers Kinderbuchklassiker sogar an Land, um weitere abenteuerliche Entdeckungen zu machen.

Lecker sind zum Beispiel diese gebratenen Steine, die der neue Freund des kleinen Wassermannes auf der kleinen Bellevue Bühne des Deutschen Theaters gerade schält. Fast so lecker wie Kröteneier mit gesalzenen Wasserflöhen oder gedünsteter Froschlaich. Und obwohl Moritz Schulze jetzt ein bisschen die Nase verzieht, wenn ihn Judith Strößenreuter ihn erneut fröhlich anstrahlt: Die Beiden bilden ein wunderbar unternehmungslustiges Gespann, bei dem auch das Publikum in der Inszenierung von Lisa van Buren immer wieder ins Staunen gerät.

Lisa van Buren lässt ihre Bühnenfassung von Otfried Preußlers Erzählung mit dem fröhlichen Picknick am Ufer des Mühlenweihers beginnen. Mit Picknickkoffer, bunten Plastiktellern, Besteck, Servierten und Salzstreuer. Schon das Zuschauen begeistert Judith Strößenreuters kleinen Wassermann, der stundenlang weiter staunen könnte, wenn eine gekochte Kartoffel geschält und mit Salz bestreut zum köstlichen, gebratenen Stein wird. Der Landgefährte lässt sich dann auch gern mit Geschichten bestürmen: von der Geburt des kleinen Wassermannes und dem rauschenden Fest, das die Eltern mit allen schwimmenden Verwandten feierten. Dass man über das Dach des Wassermannhauses auf dem Grund des Mühlenweihers mit der knallroten Zipfelmütze, der schilfgrünen Jacke und den Schwimmhäuten zwischen den Fingern wunderbar gleiten kann, durchs Fenster die Mutter beim Gemüseputzen anglotzen und die Unterlippe nach vorn schieben, weil das Fische immer tun. 

Nicht alle Erlebnisse des kleinen Wassermannes, in die sich das Schauspiel-Team gemeinsam vertieft, verlaufen so unbeschwert wie die Begegnung mit dem altersweisen Karpfen Cyprinus, wenn Moritz Schulze seine Mütze umdreht, an der zwei Glubschaugen haften, und aus einer Pfeife Seifenblasen blubbert. Mit mehreren Brillengestellen verwandelt er sich in das gruselige Neunauge, das auch dem schwimmenden Abenteurer Angst macht. 

Für die bewegende Wasserwelt hat Bühnenbildner Johannes Frey den Bühnenraum mit blauer Folie ausgekleidet. Töpfe und Eimer stapeln sich zu kleinen Türmen, deren Inhalte der kleine Wassermann ebenso gern erkundet, wie das Leben an Land. Dafür genügt ein schlichter Projektor mit einer Glasscheibe, einem Schuss Wasser und einer Prise Salz, und schon dreht sich an der Bahn ein imaginäres Mühlrad, das den schwimmenden Helden bei seinen schwimmenden Sturzflügen lautstark begeistert. Leider bekommt er an Land auch trockene Füße, und dass sein Menschenfreund und dessen Artgenossen mit der Angel die Bewohnerschaft des Weihers dezimieren, macht den kleinen Wassermann auf der Bühne erfinderisch. Mit einem schlichten Magneten lässt sich der Fang vom Haken befreien oder aus dem Eimer fischen, der schließlich ins Wasser gehört und nicht in die Pfanne. Jetzt grummelt es natürlich zwischen den Gefährten, die Judith Strößenreuter und Moritz Schulze mit so viel Spielfreude und Phantasie beleben, dass nicht nur das ganz junge Publikum in diesem Stück für Kinder ab 4 Jahren in eine fröhliche Entdeckungsreise mit magischen Momenten eintaucht – in eine Bühnenfantasie, die auf die Kraft des Erzählens vertraut. 

Zum fröhlichen Finale brutzeln dann auch wieder die gebratenen Steine und werden jetzt sogar mit einem echten Pellkartoffelgabelbesteck angepiekst, den der kleine Wassermann zum Dreizack erklärt und vermutlich schon das nächste Abenteuer im Sinn hat.

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Tina Fibiger

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