Probenbeginn der Händel-Oper sowie des Jugendopernprojektes Beyond Doubt: Lotario

Wenn es in Göttingen um Liebe und Tod, um Macht und Monarchen geht – dann ist damit häufig eine der Opern von Georg Friedrich Händel gemeint. Ist doch die Opernproduktion eines der Herzstücke der Internationalen Händel-Festspielen Göttingen.

Vor wenigen Tagen sind auch die Künstlerinnen und Künstler der aktuellen Inszenierung Lotario in Göttingen eingetroffen. Und damit steigt das Festspielfieber: Mit der Anreise der Künstler der Opernproduktion Lotario und dem Beginn der szenischen Proben beginnt die „heiße Phase“, so Festspielintendant Tobias Wolff. „Wenn alle Mitwirkenden zum ersten Mal aufeinandertreffen, viele Künstler das erste Mal, andere wieder nach Göttingen kommen, dann ist das nicht nur für die Künstler, sondern auch für das Team des Festspielbüros immer eine besondere Zeit. Dann wird das, was alle über ein Jahr geplant und vorbereitet haben, mehr und mehr Wirklichkeit.“

Etwas länger proben schon die Mitwirkenden an der Jugendoper Beyond Doubt: Lotario. Auch hier geht es um den Kampf von Gut gegen Böse – eine Oper als Superhelden-Mythos! Das Besondere dieser Produktion ist die Herkunft der Mitwirkenden: es sind Schülerinnen und Schüler der IGS Bovenden und des Hainberggymnasiums sowie Flüchtlinge aus vielen unterschiedlichen Ländern. Für die Theaterarbeit mit Flüchtlingen steht in Göttingen vor allem das boat people projekt. Die freie Theatergruppe arbeitet seit vielen Jahren mit Flüchtlingen zusammen und bietet für diese Menschen Workshops, Kurse und Theaterproduktionen an. Die Händel-Festspiele haben Nina de la Chevallerie (Regie) und Hans Kaul (Musik) vom boat people projekt als Kooperationspartner gewinnen können. Und so entsteht zurzeit eine ganz spannende Version der Händel-Oper. Ein großes Ensemble aus rund 40 jungen Darstellerinnen und Darstellern hat sich in intensiver Probenzeit Händels Oper Lotario und dem Kampf von Adelaide und Berengario gewidmet. Phantasievoll und mit Spaß an Intrigen, Leidenschaften und Gewissenskonflikten entstand eine eigene Interpretation des Stoffes durch die Jugendlichen. Manche Konflikte werden dabei ernsthaft, andere mit einem Augenzwinkern behandelt. „Es ist spannend, sich an einem solchen Stoff abzuarbeiten“, sagte de la Chevallerie. Mit welchem Engagement die jungen Menschen bei der Sache sind, ist bei den Proben zu spüren. Zu hören ist sowohl Musik des Barockkomponisten als auch Klänge aus der Heimat der Darsteller. Welchen Aufgaben sich das Produktionsteam stellen muss, kann man nur erahnen. „Hier findet Weltpolitik im Mikrokosmos statt“, beschreibt die Regisseurin die Zusammensetzung der Gruppe. Hans Kaul ergänzt: „80% der Jugendlichen sind von der Abschiebung bedroht. Bei den Proben können sie endlich einmal diese ganzen Probleme für kurze Zeit ausblenden.“

Dieses Opernprojekt wird durch die Unterstützung der Klosterkammer Hannover, der AKB Stiftung sowie dem Bundesministerium für Bildung und Forschung innerhalb des Projektes „Kultur macht stark“ ermöglicht.

Beyond Doubt: Lotario ist Bestandteil des Programms „Händel 4 Kids!“ der Internationalen Händel-Festspiele. Zu diesem Programm gibt es auch in diesem Jahr einen Familientag mit buntem Programm in Göttingens Innenstadt am Sonntag, den 20. Mai 2017. Und natürlich gibt es auch wieder die Familienfassung der Oper am 27. Mai mit Juri Tetzlaff.

Das Jugendopernprojekt selbst hat am Samstag, den 6. Mai 2017 um 18 Uhr Premiere, weitere Vorstellungen sind am 7., 11., 12., 27. und 29. Mai im Jungen Theater. Die „Große Oper“ im Deutschen Theater hat Freitag, den 19. Mai Premiere, weitere Vorstellungen gibt es am 21., 22., 24., 26. und 28. Mai.

Eintrittskarten gibt es im GT Ticket-Service (Weender Straße 44), bei der Tourist-Information (Markt 9), dem Deutschen Theater und online auch hier im Kulturbüro.

 

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