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Das Leitungsteam im JT: Christian Vilmar, Nils SChmidt, Kathrin Müller-Grüß, Nico Dietrich und Tobias Sosinka

„Vom Eise befreit...“ - die Jubiläumssaison 2017/2018 im Jungen Theater

Vor 60 Jahren feierte das Junge Theater Göttingen in der Weender Straße seine erste Premiere vor 44 Gästen. Damit war der kleine Raum ausverkauft. Gespielt wurde der „Urfaust“ von Johann Wolfgang von Goethe.

„Dass das Junge Theater seinen 60. Geburtstag feiern kann, ist keine Selbstverständlichkeit“, betont der heutige Intendant Nico Dietrich und spielt damit auf die Turbulenzen um die Insolvenz vor einigen Jahren an. Stolz blickt Dietrich vor allem auf die jetzt zu Ende gehende Saison zurück: es gibt zahlreiche „Dauerbrenner“, die immer wieder für ein ausverkauftes Haus sorgen. „Und das sind nicht nur die Känguru-Chroniken“, führt der Intendant aus. „Genauso erfolgreich sind Produktionen wie „Tausendmal berührt“, dass seit Januar in jeder Vorstellung ausverkauft ist. Geschäftsführer Tobias Sosinka führt die Konsequenzen aus dem Erfolg mit knapp 40.000 Zuschauern in der Spielzeit aus: „Wir können den enormen Investitionsstau allmählich etwas abbauen, auch bei den Gagen etwas fairer bezahlen und konnten die Mannschaft zur neuen Spielzeit verstärken.

Neu im Boot sind Christian Vilmar als Leitender Dramaturg und Nils Schmidt für die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit. Im Ensemble kann Katharina Brehl neu begrüßt werden. Sie kommt ebenso aus der Schauspielschule Kassel wie einige andere Schauspielschüler, die in einigen Produktionen das Ensemble als Gäste verstärken.

Die Jubiläumsspielzeit 2017/18 wird mit Goethes „Urfaust“ am 9. September eröffnet. Damit knüpft Nico Dietrich, der auch Regie führen wird, an die Ursprünge des Hauses an. Die Spielzeit trägt das Motto das Zitat vom Monolog des Fausts im Osterspaziergang „Vom Eise befreit...“.

Befreit kann das Junge Theater in der neuen Spielzeit aufspielen. Neben dem eigenen Jubiläum werden zahlreiche weitere Jubiläen im ganzen Jahr gefeiert. So gedenkt auch das Junge Theater dem Reformationsjubiläum mit einem eindringlichen Monolog „Judas“ der niederländischen Dramatikerin Lot Vekemans, der am 16. September in der St. Johanniskirche Premiere haben wird.

75 Jahre nach der Niederschrift des „Kleinen Prinzen“ von Antoine de Saint-Exupéry bringt Christine Hofer dieses Märchen über die Suche nach Freundschaft, Menschlichkeit und Wahrheit auf die Bühne. Premiere ist am 15. Oktober.

Erstaunlicherweise hat das Junge Theater sich in seiner Geschichte noch niemals mit der Chansonsängerin Barbara auseinandergesetzt. Und das, obwohl 1964 das berühmte „Göttingen“-Lied im Jungen Theater erstmals erklang. Zum 20. Todestag von Barbara kommt ab dem 21. Oktober dieser Theaterabend für Europa auf die Bühne des Jungen Theaters.

Besonders stolz ist Nico Dietrich darauf, dass 20 Jahre nach der Popliteratur die Uraufführung der Theaterfassung von „Panikherz“ von Benjamin von Stuckrad-Barre in Göttingen stattfindet – zeitgleich mit dem Thalia-Theater Hamburg. Das Junge Theater würdigt den berühmten und berüchtigten Pfarrerssohn der Stadt Göttingen, indem es seinen 500-Seiten-Roman verdichtet auf die Bühne bringt. Premiere ist am 17. März 2018.

Insgesamt sind es 10 Premieren im Jungen Theater, dazu gibt es einige Kooperationen wie zum Beispiel mit den Figurentheatertagen. „Mit dieser Anzahl von Produktionen können wir die Stücke besser ausspielen“, erläutert Nico Dietrich diesen Umstand. „Wir werfen weniger weg“, ergänzt Tobias Sosinka. Der Erfolg der Stücke in der letzten Spielzeit gibt beiden recht. Die erfolgreichen Produktionen werden natürlich in die neue Spielzeit übernommen. „Von den Aufführungen der Känguru-Chroniken bis zum Jahresende sind schon ein Drittel der Karten verkauft“, freut sich Dietrich. Einen wichtigen Schwerpunkt im Programm bildet auch in dieser Spielzeit das theaterpädagogische Angebot, für das wieder Kathrin Müller-Grüß verantwortlich ist. Die verschiedenen Spielclubs bringen insgesamt mehr als 25 Vorstellungen in das feste Programm des Hauses ein.

Und so ganz nebenbei planen Dietrich und Sosinka auch die Zeit des Umbaus in der übernächsten Spielzeit. Dann werden alternative Spielstätten benötigt, die jetzt schon getestet werden. Wie zum Beispiel die St. Johanniskirche und die Waldbühne Bremke.

Das aktuelle Programm des Jungen Theaters mit der Möglichkeit, Tickets online zu erwerben, finden Sie hier im Kulturbüro Göttingen. Weitere Informationen finden Sie unter www.junges-theater.de 

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