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Das Podium zum Thema „Politischer Klimawandel“

Mit großem Erfolg ging das Festival „Rechts(D)ruck – Drei Tage Antipopulismus“ am 10. September am Deutschen Theater Göttingen zu Ende.

Das Angebot, sich aus verschiedenen Perspektiven mit dem Phänomen „Populismus“ und seinen Auswirkungen auseinander zu setzen, wurde nicht nur vom Göttinger Publikum wahrgenommen. Die 10 Einzelveranstaltungen wurden auch von Besuchern aus dem Umland mit Interesse verfolgt. Im Zentrum der Aufmerksamkeit standen die Produktionen auf der großen Bühne des DTG, wobei viele Zuschauer die Möglichkeit nutzten, noch einmal Lucia Bihlers vielbeachtete Inszenierung von Taboris „Mein Kampf“ zu besuchen. Die Produktion, die anlässlich des Festivals zum letzten Mal auf dem Spielplan stand, wurde mit Bravorufen verabschiedet. Auch die Uraufführung von „PEAK WHITE oder Wirr sinkt das Volk“ stieß bei einem – vor allem jungen Publikum – auf positive Resonanz.

Für ein ausverkauftes Haus sorgten nicht nur Theo Fransz‘ Bearbeitung von Heinrich Manns Roman „Der Untertan“ und die speziell für Schulklassen konzipierte Aufführung „Deine Helden – meine Träume“, die die Verführungsstrategien rechter Ideologien entlarvt. Auch die im Begleitprogramm angebotene Stadtführung auf den Spuren des Nationalsozialismus war komplett ausgebucht.

Höhepunkt des Festivals war die Podiumsdiskussion „Politischer Klimawandel“ im gut besuchten DT – 1. Der von einem hochkarätig besetzten Podium sachkundig, pointiert und durchaus unterhaltsam geführte Diskurs war frei von Wahlkampf-Rhetorik und bewies eindrucksvoll, dass ein ohne Polemik geführter Gedankenaustausch durchaus Wirkung zeigen kann.

Intendant Erich Sidler betonte in seiner Begrüßung von Diskutanten und Zuschauern – unter denen sich auch MdL Stefan Wenzel befand, dass sich das Deutsche Theater Göttingen den Werten Toleranz, Schutz von Minderheiten und einer offenen Gesellschaft verpflichtet sehe. Eingeladen waren: Prof. Dr. Dr. Heinrich Detering, Literaturwissenschaftler, Universität Göttingen, Moderation; Julia Friedrichs, Journalistin und Autorin „Wir Erben“, Berlin; Jens Jessen, Feuilleton »Die Zeit«, Hamburg; Prof. Dr. Sascha Münnich, Sozialwissenschaftler, Universität Göttingen und Dr. Karin Uphoff, Expertin für Kommunikation, Unternehmerin, Dozentin, Marburg.

Lang anhaltender Applaus stand am Ende der Veranstaltung, nach der zu beobachten war, dass sie das Publikum zu intensiven Diskussionen im kleinen Kreis angeregt hat.

Intensiv nutzten die Besucher auch die Möglichkeit zu Begegnung und Gedankenaustauch mit den Theatermachern, zu denen kleinere Formate nach und zwischen den Aufführungen Gelegenheit gaben.

Erste Reaktionen auf das Festival zeugen von viel Zustimmung, aber durchaus auch von polemischem Widerspruch aus dem rechten Lager. Matthias Heid

 

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