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Blicken optimistisch in die Zukunft: Nils Schmidt, Tobias Sosinka, Anne Moldenhauer, Christian Vilmar und Nico Dietrich vor dem Otfried-Müller-Haus

Erfolgreiche erste Halbzeit - viele Sonderprojekte in der zweiten Halbzeit

Die Hälfte der Spielzeit ist herum. Zeit für ein Zwischen Fazit, findet Geschäftsführer Tobias Sosinka. Und präsentiert nicht ohne Stolz die aktuellen Zahlen: Kamen in der gesamten letzten Spielzeit 30.000 Besucher in die JT-Repertoirevorstellungen, sind es in der laufenden Spielzeit 2017/18 zum jetzigen Zeitpunkt bereits 21.500 Zuschauer. Und auch die Zuschauerzahlen für die Kooperations- und Gastveranstaltungen lieben über den Vorjahreszahlen. So zählt das Junge Theater aktuell 8.000 Zuschauer mehr als im Vergleichszeitraum der vorherigen Spielzeit.

„Und wer jetzt glaubt, das liege nur an den ständig ausverkauften Vorstellungen vom „Känguru“, der täuscht sich“, ergänzt Intendant Nico Dietrich. „Die drei erfolgreichsten Produktionen sind „Ziemlich beste Freunde“ mit der bald 30. Vorstellung, natürlich die Känguru-Chroniken mit der 35. Vorstellung und – in zwischen in der dritten Spielzeit – „Nathan, der Weise“ mit bald 60 Vorstellungen.

„Wir sind uns unserer Verantwortung und unseres Profils sehr wohl bewusst“, erläutert Dietrich. Gemeinsam mit Sosinka und dem Dramaturgen Christian Vilmar präsentiert Nico Dietrich die geplanten Veranstaltungen rund um das Repertoire für die zweite Hälfte der Spielzeit.

Göttinger Figurentheatertage

Ganz aktuell sind das die Göttinger Figurentheatertage, bei denen gleich zwei JT-Produktionen wiederaufgenommen werden: am 12. Februar „Von einem der auszog das Fürchten zu lernen“ mit der Puppenbühne Manufaktor (Berlin) und am 20. Februar „Die Konferenz der Tiere“ mit dem Künstlerkollektiv „Das Hybris“ (Berlin).

JVA Rosdorf

Eine kleine Tradition ist bereits das Gastspiel des Jungen Theaters in der Justizvollzugsanstalt Rosdorf. In diesem Jahr steht die Musikproduktion „Satisfaction“ am 20. Februar auf dem Programm. Neben Vorstellungen für die Häftlinge und die Mitarbeitenden gibt es auch eine Vorstellung für Gäste. Karten sind nur über das Junge Theater erhältlich und kosten 15 Euro – von denen 2 Euro für den Förderverein JVA Rosdorf sind.

Korczak und die Kinder

Etwas ganz Besonderes steht am 25. Februar auf dem Spielplan. Unter dem Stichwort „Theater über den Holocaust“ ist das „Ensemble K“ aus Lüdenscheid zu Gast in Göttingen. Das Ensemble hat das Stück „Korczak und die Kinder“ von Erwin Sylvanus im Gepäck. Ein Stück, das unter der Intendanz von Heinz Hilpert auch am Deutschen Theater in Göttingen aufgeführt worden ist. Auf Initiative der Göttinger Historikerin Ulrike Witt wurde diese szenische Lesung aus Lüdenscheid in das Junge Theater eingeladen.

Ehemalige

In dieser Saison feiert das Junge Theater sein 60jähriges Jubiläum. Aus diesem Anlass ist ein früherer Regisseur in das Haus eingeladen worden: am 8. April kommt Claus Peymann und liest aus „Holzfällen“ von Thomas Bernhard. Anschließend gibt es nach der Lesung ein Gespräch mit Nico Dietrich. Auch Karin Hanczewiski war früher am Jungen Theater. Das frühere Ensemblemitglied ist inzwischen Tatort-Kommissarin in Dresden und wird im Mai oder Juni zu einer Lesung nach Göttingen kommen. Am 18. April gibt es eine Lesung mit Claus Theo Gärtner. Er liest aus „Matula, hau mich raus!“, dazu gibt es ein Gespräch mit dem Autor Peter Schanz.

Otfrieds Garten

Anne Moldenhauer leitet seit über 20 Jahren die Geschäfte und Geschicke des KAZ. Sie hat schon einige Tiefen des Jungen Theaters miterlebt und freut sich besonders über die derzeitigen Erfolge. Besonders freut sie sich aber über die gute und enge Zusammenarbeit zwischen KAZ und JT. Vom 12. bis zum 14. Mai laden beide Einrichtungen zum „Living Lab“ auf den Göttinger Wochenmarkt ein. „Otfrieds Garten“ lautet die Überschrift, die auf den anfänglichen Garten hinter dem Otfried-Müller-Haus anspielt. „Wir wollen gemeinsam ausprobieren, was es alles für Möglichkeiten für die Nutzung des Platzes gibt“, erläutert sie und weist darauf hin, dass diese Methode eines „Living Lab“ eine wissenschaftlich begleitete und inzwischen sehr anerkannte Form für die Planung von Stadtentwicklung ist. „Wir haben bereits viele Ideen: ob Yoga zum Sonnenaufgang oder ein Grillfest – da kommt vieles vor.“ „So kann man zum Beispiel als Bürger sich 3qm Kleingarten für diesen Zeitraum pachten – und auf der Fläche machen, was man will“, ergänzt Tobias Sosinka. „Vor allem aber wollen wir sowohl die Marktbeschicker als auch die Anwohner und Gastronomen des Platzes mit einbinden“, sind sich beide einig.

Der Marktplatz wird im Zuge der Sanierung des Otfried-Müller-Hauses neugestaltet. Das ganze Projekt soll im Frühjahr 2019 starten. Das Theater selbst wird dann für die Umbauphase in die ehemalige Voigt-Realschule an der Bürgerstraße umziehen.

Nico Dietrich hat sich aus gegebenem Anlass viel mit dem Otfried-Müller-Haus beschäftigt. Deshalb bietet er ab März Führungen durch das Haus an, das erste Mal am Sonntag, den 25. März um 13 Uhr (Treffpunkt Theaterkasse). Dann wird er viel Spannendes über die Geschichte, über die Gegenwart und über die Zukunft berichten.

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