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#rettedeintheater

Im Rahmen der Aktion #rettedeintheater sind Schauspielerinnen und Schauspieler vom Deutschen Theater samt Unterstützung in die Innenstadt gezogen. „Wir bringen die Kunst zu den Menschen“, ruft Christoph Türkay durch das Megaphon. Die Route der über 50 Aktivisten geht durch die Theaterstraße und die Burgstraße zum Wilhelmsplatz. Dort wird an der ersten Station bei Woggon gehalten: Christina Jung steht im Schaufenster des Bekleidungsgeschäftes und spielt eine Szene „Das Licht im Kasten“ von Elfriede Jelinek. „Regisseur“ Türkay gibt Kommentare ab und korrigiert die Szene. Denn diese wird gefilmt. Am Ende soll ein Video entstehen, wie auch an den anderen kommunalen Theatern in Niedersachsen, die von den Streichungen der zugesagten Zuschüsse betroffen sind.

Weiter geht es zum Gänseliesel. Szenen aus „In der Schwebe“ mit Gregor Schleuning und Marius Ahrendt. Sehr eindrucksvoll erklimmt Florian Donath ganz in weiß geschminkt das Gänseliesel – angelehnt an seine Szene als Tod im „Schwanengesang“.

Auch auf dem Weg zum Nabel werden immer wieder Nashörner gesichtet. In Eugène Ionescos Stück „Die Nashörner“ verwandeln sich nach und nach alle Bewohner einer Kleinstadt in Nashörner. Ein überaus politisches Stück, in dem die Bevölkerung als einheitliche Masse (Nashörner) willig dem Regime widerstandslos folgt. So politisch, wie die von der Göttinger Regisseurin Antje Thoms initiierte Aktion #rettedeintheater auch ist. Nur, dass die Theater nicht widerspruchslos bleiben: bereits im Koaltionsvertrag zwischen der SPD und der CDU in Hannover wurde die stärkere Unterstützung vereinbart. Dass diese Unterstützung auf Null Euro zusammengestrichen wurde, ist Gegenstand dieser Initiative.

Zur Situation an den Theatern trägt die mit Reclam-Heften bestückte Schauspielerin Gaia Vogel den Text „Rede zum unmöglichen Theater“ von Wolfram Lotz vor.

Mit bei der Aktion war auch der langjährige Landtagsabgeordnete der CDU und Vorsitzende des DT-Fördervereins Harald Noack. Gemeinsam mit Antje Thoms marschiert er durch die Straßen und demonstriert seine Solidarität. Auch Thomas Oppermann ist dabei – allerdings nur als Pappfigur.

Mit dieser Aktion sorgen die Ensemblemitglieder vom Deutschen Theater weiter für Aufmerksamkeit. Diese ist im Landtag inzwischen recht groß: Abgeordnete aller Fraktionen sprechen sich für die ursprünglich bereits zugesagte Unterstützung der kommunalen Theater und des GSO aus. Zurzeit wird geprüft, ob Kulturminister Thümler (CDU) diese angekündigten 6 Millionen Euro überhaupt in den Haushalt eingebracht hatte.

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