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Göttinger ELCH

Das Göttinger Elch-Rudel ist um einen Elch reicher geworden: Oberbürgermeister Rolf-Georg Köhler hat dem österreichischen Karikaturisten Gerhard Haderer den 23. Göttinger Elch verliehen.

Zum Glück hat Köhler nicht den Göttinger Molch verleihen müssen. Denn wie Moderator Bernd Gieseking während der Veranstaltung verriet, hieß der Spruch, der auf der großen Bühne des Deutschen Theaters zitiert wurde: „Die schärfsten Kritiker der Molche waren früher ebensolche.“ Und stammte von Robert Gernhard. Erst der kürzlich verstorbene F.W. Bernstein machte daraus „Die schärfsten Kritiker der Elche waren früher selber welche“.

Als Laudator war der ELCH-Preisträger aus dem Jahr 2000 Gerhard Polt angereist. Er brachte gleich noch die Well-Brüder von den Biermösl Blosn mit, die im Jahr 2008 den Preis gewonnen hatten. Sie brachten ein lange verschollenes Werk von Georg Friedrich Händel mit: die Suite „Feuerwehrmusik“. Händel-Intendant Tobias Wolff wurde im Publikum nicht gesichtet. Dieser Beitrag würde unsere Festspiele mit Sicherheit schmücken.

Grußworte gab es neben der Ansprache vom Oberbürgermeister traditionell auch vom Vorjahressieger. In diesem Fall waren es gleich zwei. Während Wiglaf Droste nicht selbst kommen konnte und statt dessen ein Gedicht „Alles Gut“ verlesen ließ, konnte ELCH-Preisträger 2018 Pit Knorr persönlich zu den Gästen sprechen – auch er sprach in Reimen.

Gerhard Haderer bekam die silberne ELCH-Brosche von Rolf-Georg Köhler an das Revers gesteckt. Dazu erhielt er 3.333 Euro in bar. In der Begründung der Jury heißt es: „Seit mehr als 30 Jahren ist er der Chronist unserer Geschichte mit all ihren Widrigkeiten und Skandalen.“ Mit seinen fotorealistischen Cartoons halte er der Gesellschaft einen Spiegel vor, entlarve Missstände und Übeltäter und schaffe aus ernstem Zorn hohe komische Kunst. Der 67-jährige Österreicher Gerhard Haderer ist der 23. Elch-Preisträger seit 1997.

„Ich bin nicht stolz auf die Preise, die ich bisher bekommen habe. Stolz bin ich eher auf die Preise, die ich nicht angenommen habe. Aber auf diesen Göttinger ELCH bin ich stolz!“ In seiner Dankesrede betonte Haderer, dass er vor allem von Gerhard Polt viel gelernt hat. Polt könne scharfe Inhalte mit menschlicher Wärme versehen. Und genau das habe er als Vorbild genommen.

Gerhard Polt betonte in seiner Laudatio: „Haderers Menschen liegen mir am Herzen.“ Und schloss mit dem Satz: „Du bist ein Prachtexemplar unter den Elchen!“

Gerhard Haderer ist der 23. Elch-Preisträger. Seine Vorgänger waren Chlodwig Poth (1997), Robert Gernhardt (1999), Gerhard Polt (2000), Harry Rowohlt (2001), Marie Marcks (2002), F. W. Bernstein (2003), Emil Steinberger (2004), Otto Waalkes (2005), Hans Traxler (2006), Ernst Kahl (2007), die Biermösl Blosn (2008), Helge Schneider (2009), Olli Dittrich (2010), Josef Hader (2011), Franziska Becker (2012), Michael Sowa (2013), Georg Schramm (2014), Rudi Hurzlmeier (2015), Max Goldt (2016), Gerhard Glück (2017) sowie Pit Knorr und Wiglaf Droste (2018).

Im Alten Rathaus gibt es eine Ausstellung mit Bildern von Gerhard Haderer. Rund 140 Arbeiten des neuen Elch-Preisträgers zeigt die Ausstellung, die exklusiv von der Volksbank Kassel Göttingen gefördert wird. Die Schau ist im Alten Rathaus bis Sonntag, 5. Mai 2019, dienstags bis sonntags jeweils von 11.00 bis 17.00 Uhr geöffnet.

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