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Stadthalle Göttingen

Nach der Sitzung von Bau- und Kulturausschuss

Auf der Homepage der Stadt Göttingen hat sich der Oberbürgermeister in der Causa "Stadthalle" zu Wort gemeldet:

Liebe Göttingerinnen, liebe Göttinger,

seit wenigen Wochen ist die Stadthalle geschlossen. Schon jetzt wird deutlich, wie sehr die Bühne im Herzen unserer Stadt fehlt. Sie fehlt den Veranstaltern in Göttingen, die oftmals noch auf Alternativen (teils auch in der Region) ausweichen können. Sie fehlt aber auch den überregionalen Veranstaltern, die nicht auf Alternativen ausweichen – sie buchen gar nicht mehr in der Stadt. Bei einem längerfristigen Ausfall dieser Spielstätte besteht die Gefahr, dass sie Göttingen ganz aus dem Auge verlieren und dauerhaft abwandern. Die Konsequenz? Das Kulturangebot in der Stadt schrumpft auf weniger und kleinere Veranstaltungen zusammen.

Die Göttinger Ratspolitik hat sich zum weiteren Fortgang unserer Stadthalle bislang nicht einigen können. Die ausgetauschten Argumente haben gezeigt: Es besteht weiterer Informationsbedarf.

Dennoch: Wenn wir jetzt die Sanierung stoppen müssen und auf einen Neubau schwenken, hätte dies deutliche Konsequenzen für den Kulturstandort: Voraussichtlich 7,5 Jahre kultureller Stillstand während der Planungs- und Bauzeit und ein deutlicher Image-Verlust zum Beispiel aufgrund mangelnder Veranstaltungsflächen für die Händel-Festspiele oder durch ein mögliches Abwandern des NDR Soundcheck Festivals. Finanziell würden ein Sanierungsstopp und Neubau deutlich mehr kosten: Anstatt der veranschlagten 29,5 Millionen Euro – die inzwischen durch den Stillstand auf 31,5 Millionen Euro angestiegen sind - würde die Stadtkasse -nach heutiger Kalkulation- mit rund 63,5 Millionen Euro belastet.

Unsere Stadt braucht ein breites kulturelles Angebot, das ist unstrittig. Um den Kulturstandort zu sichern, braucht es wiederum vielfältige Veranstaltungsorte. Ein solcher Veranstaltungsort ist unsere Stadthalle. Finanziell, städtebaulich und kulturpolitisch ist daher die weitere Sanierung der Stadthalle – übrigens auf Neubau-Niveau – nach wie vor die beste Alternative. Sie ist zugleich auch ein wichtiger Aspekt der kommunalen Daseinsvorsorge, insbesondere für ein Oberzentrum wie unsere Stadt.

Der große Andrang beim Stadthallen-Flohmarkt hat mir gezeigt, wie sehr die Göttingerinnen und Göttinger mit „ihrer“ Stadthalle verbunden sind. Lassen Sie uns gemeinsam diesen Schatz bewahren.

Mein Appell an die Ratspolitik lautet daher: Lassen Sie sich umfassend informieren, beraten Sie sich ausführlich und treffen Sie dann eine ausgewogene, vor allem aber auch wirtschaftlich angemessene und damit generationengerechte Entscheidung zu Gunsten des Kulturstandorts Göttingen, um die zukünftige positive Entwicklung unserer Stadt zu fördern.

Ihr
Rolf-Georg Köhler
Oberbürgermeister

 

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