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Die Vielen

28 Göttinger Kultureinrichtungen und Initiativen haben die Göttinger Erklärung der Vielen unterzeichnet. Am 19.5. fanden nun bundesweit Demonstrationen der Vielen statt. Die größte Demo war in Berlin, an der sich auch die Göttinger Vielen mit einem Transparent beteiligt haben.

Zum Auftakt am Rosa-Luxemburg-Platz sprachen INGO SCHULZE, PIA MARIA ROLL, SARAH BABAN, ANNE TISMER, CESY LEONARD und PAWEŁ ŁYSAK. Dazwischen gab es Musikbeiträge von MAIKE ROSA VOGEL, ADIR JAN, BERNADETTE LA HENGST und PERERA ELSEWHERE. Am Zwischenstopp vor dem Friedrichstadtpalast stoßen weitere Menschen hinzu – gemeinsam mit dem Deutschen Theater, dem Friedrichstadtpalast und dem Berliner Ensemble. Es spricht MAX WEIDLING. Insgesamt zählt man am Zwischenstopp 5.000 DEMONSTRIERENDE. Deutschlandweit nehmen derzeit um die 28.000 MENSCHEN an glänzenden Demonstrationen und Aktionen der VIELEN teil.

AUSZUG AUS DER REDE VON INGO SCHULZE

DIE VIELEN gehören zu den Initiativen, die sich aktiv gegen Rassismus und Nationalismus engagieren, die weder Bevormundungen noch Beleidigungen oder Übergriffe hinnehmen wollen. (...) Es wäre ein folgenschwerer Fehler zu glauben, wir könnten uns damit zufriedengeben, den Status quo zu verteidigen und zu hoffen, dass sich die neuen unangenehmen Parteien und Gruppierungen in Luft auflösen. Wir haben nur dann Aussicht auf Erfolg, wenn wir sie auch als Symptome einer Realität begreifen, die wir grundlegend verändern müssen. (...) Die  europäischen Staaten tragen Mitverantwortung für die Folgen von Kolonialismus und Kaltem Krieg und praktizieren stillschweigend Formen des Neokolonialismus. (...) Fluchtursachen und unser Way of life sind zwei Seiten einer Medaille. Die Bekämpfung von Fluchtursachen beginnt bei uns. Das Nationale lässt sich nicht vom Internationalen trennen. (...) Keine Organisation 
könnte wirksamer Fluchtursachen bekämpfen als die Europäische Union. Aber nicht mal die Seenotrettung im Mittelmeer ist noch selbstverständlich. Was nützen offene Grenzen wenn gleichzeitig Milliarden Euros aufgewendet werden, um gerade ein Erreichen der EU-Grenzen zu verhindern. (...) Migration ist nur eine temporäre Notlösung. Wenn wir uns nicht weiter in einer Festung Europa verschanzen wollen, müssen wir die Bekämpfung der Fluchtursachen endlich ernst nehmen. (...) Wir müssen fragen, woher die Dinge kommen, die unser Leben angenehm machen. Und wir müssen auf Transparenz und Aufklärung bestehen. Es braucht diese Selbstaufklärung, wollen wir uns ernsthaft gegen Nationalismus, Rassismus und Neokolonialismus stellen. (...) In diesem Sinne: Wir sind das Volk! We are the people!

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