kunstverein Göttingen e. V.

Der Kunstverein Göttingen eröffnet mit "shifts & tilts" eine Ausstellung mit Werken des Künstlers Samuel Henne. Die Ausstellung wird vom 16. Juni bis 28. Juli, Di-Fr 14-18 Uhr, Sa/So 11-17 Uhr im Künstlerhaus Göttingen zu sehen sein.


Hennes Arbeiten sind durch ein kunst- und kulturtheoretisches Interesse geprägt und werfen Fragen nach den Bedingungen der Produktion und Konstruktion von Bildern sowie deren Lesart auf. Durch die Isolation von Details oder deren inhaltlichen und perspektivischen Verschiebungen macht er strukturelle Aspekte in künstlerischen Arbeiten sowie in deren Präsentationsformen sichtbar. Hat Henne in der Vergangenheit wiederholt museale Archivbilder und fotografische Dokumente aufgegriffen, abstrahiert er die darin enthaltenen Ansätze in neueren Werkreihen zunehmend. Innerhalb der Arbeit „conditions“ (2019) referiert Henne beispielsweise auf mögliche Inszenierungen und Settings ohne real existierende Räume als Grundlage zu nehmen. Gefundenes, projiziertes Bildmaterial in den Motiven wird so zu einer fragmentarischen Selbstreferenz in den Bildkonstruktionen. Die Hand als ein wiederkehrendes Motiv in Hennes Werken wird auch in der in New York begonnenen mehrteiligen Arbeit „Hand to hand“ (2019) aufgenommen. Die Skulptur „The Hand of Rodin“ von 1917 dient Henne dabei als assoziativer Ausgangspunkt, um auf verschiedene dem Objekt inhärente historische Aspekte von Mythos, Fehldeutung und Originalität einzugehen. Durch die Verwendung verschiedener Techniken und Medien, nicht zuletzt in Hinblick auf digitale Reproduktionsmöglichkeiten, wird in der Arbeit der Schöpfermythos des Bildhauers inhaltlich und motivisch auf eine gegenwärtige Relevanz hin kritisch befragt. Die thematischen und perspektivischen Verschiebungen in seinen Arbeiten greift Henne, den Bildraum verlassend, ebenfalls in der Gestaltung der Ausstellungsräume auf und reflektiert so wiederholt grundlegende Aspekte musealer Inszenierungstrategien. 

Das New York-Stipendium wird vom Land Niedersachsen und von der Niedersächsischen Sparkassenstiftung an herausragende Künstlerinnen und Künstler aus Niedersachsen vergeben. Nach ihrer Station in Göttingen wird die Ausstellung shifts & tilts vom 9. November bis 29. Dezember 2019 im Herbst in der Halle für Kunst in Lüneburg zu sehen sein. Zur Ausstellung wird ein Katalog mit Textbeiträgen von Marlies Wirth und David Ebony erscheinen. 


Biografie:
Samuel Henne (*1982, Göttingen, lebt in Hannover) studierte an der Hochschule für bildende Künste in Braunschweig und schloss sein Studium als Meisterschüler von Prof. Dörte Eißfeldt ab. Neben Einzelausstellungen u.a. im Kunstverein Hannover; Münchner Stadtmuseum; Deutsches Haus der New York University, nahm er an zahlreichen institutionellen Gruppenausstellungen teil, u.a. im NRW-Forum, Düsseldorf; den Deichtorhallen, Hamburg und dem Goethe Institut Washington. Hennes Arbeiten sind mehrfach ausgezeichnet worden, zuletzt 2018 mit dem einjährigen Residenzstipendium am International Studio & Curatorial Program (ISCP) in New York.

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