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Göttinger Literaturherbst

Insgesamt 48 nominierte Projekte und Personen für Engagement in der Leseförderung

Der Göttinger Literaturherbst ist in der Kategorie „Herausragendes kommunales Engagement in der Leseförderung" mit dem Projekt Weltliteratur für ALLE: Lesungen in Einfacher Sprache für den Deutschen Lesepreis 2019 nominiert. 

Literatur und der Spaß am Lesen soll für alle gesellschaftlichen Gruppen zugänglich sein. Seit mittlerweile vier Jahren wendet sich der Göttinger Literaturherbst daher mit einer eigenen Programmreihe in Einfacher Sprache an Menschen, die aus den unterschiedlichsten Gründen Schwierigkeiten mit dem Lesen und Verstehen von Texten haben. Für die Veranstaltungen kooperiert das Festival mit den Stadtbibliotheken und Volkshochschulen in Göttingen und der Region. Als Literaturvermittler hat der Göttinger Literaturherbst das in der Universitätsstadt bekannte Theaterduo "Stille Hunde" engagiert. Auf dem Programm stehen in diesem Jahr zeitgenössische und historische Bestseller, u.a. Goethes „Faust“. Darüber hinaus gibt es, gefördert von der Aktion Mensch, erstmalig eine inklusive Lesung für Kinder. 

Insgesamt stehen 48 Projekte und Personen in fünf Kategorien auf der diesjährigen Shortlist des Deutschen Lesepreises. Ausgewählt wurden sie aus rund 700 Bewerbungen aus dem gesamten Bundesgebiet – mehr als dreimal so viele wie im Vorjahr. Zusätzlich verleiht die Commerzbank-Stiftung den Sonderpreis für prominentes Engagement an eine Person des öffentlichen Lebens. Die Preisträger werden am 6. November in Berlin gekürt. 

Der mit insgesamt 25.000 Euro dotierte Deutsche Lesepreis ist eine gemeinsame Initiative von Stiftung Lesen und Commerzbank-Stiftung und wird seit 2013 für vorbildhaftes Engagement in der Leseförderung verliehen. Unterstützt werden die Initiatoren von FRÖBEL e.V., der PwC-Stiftung Jugend – Bildung – Kultur, der Arnulf Betzold GmbH, der Fachgemeinschaft buch.netz im Bundesverband E-Commerce und Versandhandel e.V., der MELO Group GmbH & Co. KG und der Stiftung Kinder fördern – Zukunft stiften. Die Auszeichnung steht unter der Schirmherrschaft der Staatsministerin für Kultur und Medien Prof. Monika Grütters. 

Dr. Jörg F. Maas, Hauptgeschäftsführer der Stiftung Lesen: „Jedes Kind in Deutschland hat ein Recht auf Leseförderung! Um junge Familien, Kita- und Schulkinder für das Lesen zu begeistern, braucht es jedoch Projekte, die zu ihrem Alltag passen und individuelle Bedürfnisse berücksichtigen.

Die Shortlist des Deutschen Lesepreises zeigt auch in diesem Jahr, dass es im ganzen Bundesgebiet herausragende Initiativen gibt. Ob digital oder analog, in der Stadt oder auf dem Land, für kleine oder große Kinder: Diese Leseförderprojekte sind erfinderisch, erprobt und erfolgreich. Meinen herzlichen Glückwunsch und großen Dank an alle Nominierten!“ 

Astrid Kießling-Taşkın, Vorständin der Commerzbank-Stiftung, betont: „Die große Anzahl an Bewerbungen zeigt, wie bekannt und bedeutend der Lesepreis mittlerweile ist. Das macht uns als Mitinitiatoren natürlich stolz. Es zeigt aber auch, welche Wirkung mit nachhaltiger Förderung erzielt werden kann. Und das ist wesentlich wichtiger. Das ist genau das, was wir erreichen möchten: einen werthaltigen Beitrag für die Zukunftsfähigkeit der Gesellschaft leisten.“ 

Hoher Bedarf an Leseförderung Lesekompetenz ist die entscheidende Grundlage für den Bildungserfolg und den weiteren Lebensweg von Kindern und Jugendlichen. Allerdings zeigen PISA- und IGLU-Studien sowie OECD-Berichte für die Lesekompetenz von Kindern in Deutschland seit Jahren große Defizite auf: 18,9% der Grundschulkinder und 16,2 % der 15-jährigen Schülerinnen und Schüler verfügen nur über eine (sehr) schwache Lesekompetenz. Darüber hinaus können laut LEO-Studie 2018 rund 6,2 Millionen Erwachsene hierzulande nicht richtig lesen. Für eine funktionierende
Gesellschaft bedarf es jedoch der Lesekompetenz all ihrer Mitglieder. Daher ist Leseförderung unabdingbar: überregional ebenso wie vor Ort.

Flächendeckend lässt sich dies nur mit einem breiten gesellschaftlichen und individuellen Engagement umsetzen. 

Um entsprechenden Einsatz zu stärken und zu würdigen, verleihen die Initiatoren seit 2013 jährlich den Deutschen Lesepreis an Menschen, die sich nachhaltig der Leseförderung über alle Zielgruppen hinweg verschreiben. 

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