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Kunsthaus Göttingen

Kunsthaus im KuQua

„Hochwertige Kunst und Soziales“, sind für Alfons von Uslar „kein Gegensatz“! Als Gründungsgeschäftsführer des Kunsthauses Göttingen steht er selbst exemplarisch für diesen Satz: unentgeltlich, aber hoffentlich nicht umsonst, wie er betont, arbeitet er für die Zukunft dieses neuen, kulturell bedeutsamen Ortes in Göttingen.

Düstere Straße 7, neben dem Günter Grass Archiv und dem Steidl Verlag, schräg gegenüber von der Galerie Ahlers und in unmittelbarer Nähe zum Literarischen Zentrum Göttingen entsteht das Kunsthaus Göttingen, das einen bedeutenden Teil des Kunstquartiers Göttingen (KuQua) darstellen soll. Ziel des KuQuas ist die weitere Etablierung dieses historischen Stadtteils als Kulturviertel in Göttingen – zweifelsohne ist einigen Göttingern dieser Stadtteil bereits als Kulturort bekannt. Das Kunsthaus Göttingen soll als museale Einrichtung eine neue Komponente eröffnen.

Thomas Oppermann (Vizepräsident des Deutschen Bundestages, SPD) stellt bei seiner Rede fest, Göttingen sei „nicht gerade übermäßig ausgestattet mit musealen Einrichtungen“. In Göttingen dominiert die rationale Wissenschaft“, der Ausbau des kulturellen Sektors sei in Göttingen jedoch sehr aktuell. Neben dem entstehenden Haus des Wissens hoffe er, dass sich mit dem Kunsthaus Göttingen ein „Haus des Sehens“ entwickeln wird.

Während seiner Rede beim Richtfest steht Oberbürgermeister Rolf-Georg Köhler (SPD) auf einem der zukünftigen Giebel des Hauses – von diesem Podest aus dankt er den vielen Mitwirkenden und an diesem Tage besonders den Handwerkern. Ideengeber und Gründungsdirektor des Kunsthauses, Gerhard Steidl, konnte selbst nicht am Fest teilnehmen.

In allen Reden wird an diesem sonnigen Nachmittag in Göttingen die Verbindung von künstlerischen und sozialen Aspekten deutlich, die das Kunsthaus Göttingen anstrebt und sich damit an Joseph Beuys‘ Kunstbegriff orientiert. Der Plan, das Kunsthaus Göttingen mit freiem Eintritt dem Publikum zugänglich zu machen wird von mehreren Seiten gelobt. Einen besonderen Beitrag dazu habe die Firma Sartorius gleistet, sagt Thomas Oppermann. Rolf-Georg Köhler dankt außerdem Hans Georg Näder, der Familie Kurth und den vielen weiteren Sponsoren, die die Verwirklichung des Kunsthauses Göttingen möglich machen. Positiv resümiert Rolf-Georg Köhler: „Wir helfen uns gegenseitig!“ und fordert auch die Göttinger dazu auf, das Kunsthaus weiterhin zu unterstützen, beispielsweise mit dem Beitritt in den Freundeskreis.

Zwischen den Fachwerkhäusern der Düsteren Straße erhebt sich das Gebäude. Das Architekturstudio Atelier ST in Leipzig gewann den Wettbewerb unter anderem deshalb, weil die Architekten Silvia und Sebastian Thaut das Gebäude in die Szenerie eingliedern wollen. Zunächst habe es aufgrund der fehlenden Fenster Verwirrungen gegeben, berichtet Rolf-Georg Köhler. Fenster wird es nur nach Osten hin geben und das aus gutem Grund –, um den Kunstwerken Schutz vor Licht zu bieten. Nun sei der Rohbau fast fertig, sagt Rolf-Georg Köhler. Zimmermeister Martin Struthmann beendet seinen Richtspruch mit einem „Prost!“ – ein passender Übergang zum anschließenden Beisammensein in der Galerie Ahlers mit Speis und Trank. Dort waren zum Richtfest Bilder, Pläne und ein Modell des Baus zu sehen.

Die Pläne für das Kunsthaus Göttingen sind vielfältig. Zusätzlich zur Funktion als Ausstellungsgebäude bestünde die Idee, das Gebäude als Außenposten der documenta zu nutzen, erwähnt Rolf-Georg Köhler. Die Spannung auf die Eröffnung des Kunsthauses im Kunstquartier Göttingen steigt – es scheint, als würde sich das Wissen um die kulturelle Bedeutung der Düsteren Straße immer stärker etablieren. In Göttingen sei vielen gar nicht bewusst, „wie viele Künstler durch diese Straße in Göttingen laufen“, so Rolf-Georg Köhler. Dank dem Steidl Verlag sind bereits viele international bekannte Künstler, Schauspieler und Musiker durch die Düstere Straße gelaufen. Der bekannte US-amerikanische Pop-Art-Künstler Jim Dine arbeitet beispielsweise bereits seit vielen Jahren im Kunstquartier Göttingen. Solch ein kreativer und künstlerischer Einfluss kann durch das Kunsthaus Göttingen nur positiv bestärkt werden.

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