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Junges Theater

im Anschluss an die gestrige Veranstaltung „Trittin trifft: Zwei Staaten und der Kampf gegen Antisemitismus“ wurde das neu bezogene Gebäude des Jungen Theaeters in der Bürgerstraße 15 mit vier Graffitis beschädigt. „Wie wir von den Veranstaltern des Literaturherbstes erfahren haben, sind auch dort diese Graffitis aufgetaucht. Offenbar stehen diese im Zusammenhang mit der Lesung von Thomas de Maizière, die von unseren Kollegen des Literaturherbstes durchgeführt wird, und den Protesten dagegen. Wir haben zwar keinen Angriff auf eine Veranstaltung erfahren, doch enthält dieses Graffiti einige Botschaften, gegen die wir uns öffentlich verwahren möchten. In diesen  Graffitis werden die Bundestagsabgeordneten Herr de Maizière und Herr Trittin als Faschisten beschimpft. Und es wir ein Sprechverbot für diese Politiker gefordert," heißt es in einer Pressemitteilung des Jungen Theaters.

Hier die Stellungnahme des Jungen Theaters:

1.       Diese Diskreditierung der beiden Bundestagsabgeordneten ist für uns inhaltlich überhaupt nicht nachvollziehbar. Es existieren keine Argumente, sie als Faschisten zu beschimpfen.

2.       Wir als offener Kulturbetrieb Junges Theater Göttinger werden durch diese Behauptungen materiell und inhaltlich beschmutzt. Das Graffiti behauptet unterschwellig, dass wir als Kulturbetrieb vermeintlichen Faschisten eine Bühne geben. Und es suggeriert uns, dass wir nicht jeden auf unserer Bühne sprechen lassen dürfen, den wir für geeignet halten. Auch dagegen verwehren wir uns. Wir verstehen uns als politische und demokratische Institution, in der man frei und offen und ohne Angst seine Meinung sagen und zur Diskussion stellen darf. Wir lassen uns dieses demokratische Recht von niemandem absprechen und lassen uns in der Auswahl von Veranstaltungen und Rednern nicht einschüchtern. Wir solidarisieren uns auch eindeutig mit dem Literaturherbst.

3.       Die Behauptungen des Graffitis verdecken und nivellieren die eigentlichen faschistischen und rechtextremen Umtriebe in der Region Göttingen und im Bundestag. Schlimmer: Sie liefern sogar noch Argumente für die Gegner von weltoffener, antifaschistischer und freiheitlicher Politik.

4.       Wir finden es erschreckend, dass Kulturbetriebe, zu deren Kernaufgabe es gehört, politische Diskurse zu provozieren, plötzlich wegen ihrer Arbeit direkt oder indirekt eingeschränkt, beschmutzt oder bevormundet werden. Auch lassen wir uns in der Auswahl des Programmes gedanklich nicht einschränken

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