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Kreuzberg on KulTour

Seit inzwischen zehn Jahren bietet die Offene Folksession monatlich eine Heimat für alle Musiker*innen, die sich den Irish Tunes verschrieben haben, sowie allen Freunden der irischen Weisen.

Einmal im Monat kommen versierte Tunes-Musiker*innen und Freunde des Folk zusammen, um die grüne Insel in Göttingen musikalisch lebendig werden zu lassen. Ob Irish Tunes oder gesungene irische Weisen – zusammen mit Instrumenten wie Gitarre, Fiddel, Harfe, Tin Whistle, Bodhrán, Dudelsack, Akkordeon, Holzquerflöte, Mandoline bzw. Mandola oder der irischen Bouzouki werden alle Gäste und Musizierenden jeden Monat auf die kleine Insel entführt. Dazu muss man einfach nur die Augen schließen, der Musik lauschen und an seinem kalten Guinness nippen.

Die Irish “tunes”-Musiker*innen bilden den harten Kern und mit ihnen und drumherum entwickelt sich eine offene Session – unter Einhaltung gewisser Nettiquette-Regeln. Jede*r Interessierte ist herzlich willkommen, Egal ob musizierend oder zuhörend! Gespielt wird nicht auf einer Bühne mit Verstärkung, sondern rein akustisch in einem lockeren gemütlichen und offenen Kreis.

„Die Idee zu dieser Session entstand nach dem Folkfestival 2008 im Café Kreuzberg. Ich erinnere mich gut“, so Klaus Wißmann, 1. Vorsitzender des Kreuzberg on KulTour e.V. und ehemaliger Betreiber des Café Kreuzberg: „Eigentlich hatte ich etwas „Angst“ eine solche Session zu veranstalten, da ich von den Originalen in Irland, zumindest denen ich dort begegnete, entweder gelangweilt von immer den gleichen Songs für Touristen war oder von anderen Runden sehr schlimme Töne und meist furchtbar kratzige Fiddeln in Erinnerung hatte.

Dann durfte ich aber zum Ausklang dieses Göttinger Folkfestivals bei uns acht phantastische Vollblutmusiker um die Brockhausen-Brüder als Kern erleben – und ehrlich gesagt saß ich da gebannt Stunden lang mit offenem Mund staunend daneben! Und nicht nur ich. Großartig! Wie Nummern des aus dem Jazz bekannten „real book“ wurden reihum von den Musikern Nummern von Stücken gewünscht und schon fetzte das nächste Stück los, ob Jig, Reel, Polka, Slide, Hornpipe, Slow Air oder Slip Jig, meist Improvisationen aber auf einem durchaus klaren Grundgerüst. Weder von Melodie noch von Rhythmus noch von Struktur war es wirklich einfach, mit diesen versierten Musikern und wirklichen Kennern der Materie mitzuhalten - wie ich erlebte, als ich später einmal mitmachen durfte… Auch war ich völlig verblüfft bei diesen Sessions mit traditionellen Akustikinstrumenten und Stücken aus der Zeit ab dem 16ten Jahrhundert und etlichen verschiedenen Geschichtsepochen den Einsatz modernster Technik zu sehen, denn zumeist wurden die Noten oder Grundgerüste der Songs auf den dazu mitgebrachten Laptops aufgerufen.“

Genauso wie die Offene Bühne wurde die regelmäßige Offene Folksession im 'Café Kreuzberg' ins Leben gerufen. Damals noch unter dem Namen „Offene Irish Folk Session Bühne“. Seit dem 1. August 2008 kamen Musiker*innen immer am 1. Freitag im Monat in der oberen Etage des 'Café Kreuzberg' zusammen. Zum letzten Mal am 2. April 2009. Denn auch die Offene Folksession wurde nach der Schließung der kultigen Spielstätte heimatlos.

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