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100 Jahre Händel-Festspiele

„Wir feiern natürlich mit“, sagte Erich Sidler, dessen Deutsches Theater in Göttingen Gastgeber der Opernproduktion „Rodelinda“ ist. Das werden viele tun, angefangen von Göttingens Oberbürgermeister Rolf-Georg Köhler bis zu den Musikerinnen und Musikern, die ab Ostern sich musikalisch auf diese besonderen Festspiele vorbereiten werden.

Seit 10 Jahren bereiten sich Händel-Intendant Tobias Wolff und der künstlerische Leiter Laurence Cummings auf diese besonderen Festspiele vor. „Das ist ein ganz besonderer Moment, wenn diese langjährige Arbeit jetzt präsentiert werden kann“, betont Tobias Wolff.

Bei der Präsentation waren viele Förderer, Unterstützer, Sponsoren und Partner anwesend. Der Ranghöchste von ihnen ließ sich entschuldigen: Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier ist Schirmherr der diesjährigen Festspiele. Das Land Niedersachsen war durch den Kulturminister Björn Thümler vertreten. „Das Geld vom Land ist hier bei den Festspielen richtig gut angelegt“, meint der CDU-Politiker.

Mitfeiern tun auch Stadt und Landkreis, die durch Oberbürgermeister Rolf-Georg Köhler und Landrat Bernhard Reuter bei der Präsentation vertreten waren.

Richtig spannend wurde es, als das Regieteam der Festspieloper „Rodelinda“ Dorian Dreher (Regie) und Hsuan Huang (Bühnenbild und Kostüme) zum Interview gebeten wurden. „Was für eine unglaubliche Aufgabe ist das, hier im Epizentrum der Händel-Bewegung arbeiten dürfen!“ Mit diesen Worten unterstrich Dorian Dreher die Bedeutung, die Größe und den Anspruch der Aufgabe. Die beiden haben den Regiewettbewerb gewonnen, den die Internationalen Händel-Festspiele ausgeschrieben haben. Sie setzten sich im Wettbewerb gegen über 20 andere junge Regieteams durch. Zur Aufgabenstellung gehört auch, die 100jährige Festspielgeschichte in der Inszenierung aufzugreifen. Man darf gespannt sein.

Die traditionell im Mittelpunkt stehende Festspieloper, die im Deutschen Theater jährlich zur Aufführung kommt, muss sich die Aufmerksamkeit bei der 100. Ausgabe der Festspiele mit den anderen 41 Opern Georg Friedrich Händels teilen: alle 42 Operntitel des Barockkomponisten haben die Veranstalter in ihrem Jubiläumsprogramm zusammengefasst. Präsentiert werden diese in einem breitgefächerten Angebot von Formaten: als szenische und konzertante Produktionen, Crossover- und Kammerkonzerte, als Tanzarrangements und Lesungen, als Festspielmitschnitte auf der Kinoleinwand und im Netz.

Die Festspieloper „Rodelinda“ wird in sechs Vorstellungen im Deutschen Theater Göttingen (20., 22., 23., 26. und 31.05. sowie 01.06.), als Public Viewing (23.05.) und als Familienfassung (30.05.) in der Lokhalle Göttingen präsentiert.

Das Industriedenkmal wird zur größten Spielstätte des Festivals. In der prämierten Veranstaltungshalle präsentieren die Festspiele fünf konzertante Opernaufführungen (21., 24., 28., 29. und 30.05.). Die ganz großen Namen der Alte Musik-Szene – Bejun Mehta, Sonia Prina, Julia Lezhneva und Diego Fasolis mit dem Kammerorchester Basel – eröffnen die Festspielsaison in der Lokhalle am 21. Mai mit „Alessandro“. Bei „Ariodante“ (24.05.) versprechen eine großartige Besetzung und atmosphärisches Lichtdesign größten Genuss für Augen und Ohren. Am zweiten Festspielwochenende vereinen sich drei Generationen Künstlerischer Leiter im Programm. Laurence Cummings präsentiert mit dem FestspielOrchester Göttingen und einer Riege von Publikumslieblingen am 29. Mai „Xerxes“. Der frühere Künstlerische Leiter Nicholas McGegan kehrt mit Solisten der Juilliard Opera und dem Ensemble Juilliard415 für eine Aufführung von „Rinaldo“ am 30. Mai zu den Festspielen zurück. Mit „Publio Cornelio Scipione“ debütiert der künftige Künstlerische Leiter George Petrou am 28. Mai mit seinem Orchester Armonia Atenea in Göttingen. Drei Aufführungen des neuesten und größten Jugendopernprojekts der Festspiele „EZIO: Game of Rome“ (26. + 27.05.) komplettieren das Festspielprogramm in der Lokhalle.

Seit 2003 sind die Festspiele mit Veranstaltungen auch vermehrt in die Region Südniedersachsen gegangen. Nach einer ausverkauften Oratoriumsaufführung in Hann. Münden im vergangenen Jahr bringen sie nun erstmals zwei szenische Opernproduktionen nach Einbeck und Osterode am Harz. In Kooperation mit den Innsbrucker Festwochen der Alten Musik und den Händel-Festspielen Halle entstand die Produktion „Ottone“, die die PS.Halle in Einbeck am 22. Mai erstmals in ein Musiktheater verwandelt. In Osterode am Harz lassen die Festspiele die Puppen tanzen: Am 31. Mai präsentieren die berühmte Mailänder Marionetten-Kompagnie Carlo Colla e Figli und die lautten compagney Berlin Händels „Giustino“ als Puppentheater.

Ein umfangreiches Rahmenprogramm mit Talk-Veranstaltungen, Führungen und Vorträgen ergänzen den Festspielkalender. Der Festvortrag von Prof. Dr. Wolfgang Sandberger (22.05.) sowie das wissenschaftliche Symposium (23.05.) geben der Händelforschung und der Musikwissenschaft Raum und bieten bei freiem Eintritt die Möglichkeit zum wissenschaftlichen Austausch.

Im Jubiläumsjahr präsentieren die Festspiele insgesamt 120 Veranstaltungen, davon 40 Konzerte und Opernaufführungen (einschließlich der Familienfassung der Oper). Mehr als 700 Künstler*innen werden dafür in Göttingen und der Region erwartet. Der Gesamtetat für die Festspiele 2020 liegt bei ca. 3 Millionen Euro.

Der öffentliche Vorverkauf läuft bereits. Eintrittskarten gibt es hier im Ticketshop des Kulturbüros, unter www.haendel-festspiele.de sowie in Göttingen beim GT Ticket-Service, Wiesenstraße 1, bei der Tourist-Information Göttingen, Markt 8 sowie dem Deutschen Theater Göttingen, Theaterplatz 11. Darüber hinaus können Tickets bei allen an CTS Eventim angeschlossenen Vorverkaufsstellen in Deutschland erworben werden.

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