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St. Jacobi

Ihre zarte italienische Orgelnachbarin aus Genua hat sechs Register, bei der neuen Truhenorgel mit ihrer zarten hölzernen Verzierung sind es fünf Register. Auf das fehlende Pedal verzichtet Stefan Kordes bei ihr umso lieber, weil das Manual geteilt ist. Er kann beim Spielen die Bassstimme mit der linken Hand leise anklingen lassen und mit der rechten Hand die Melodie bekräftigen oder umgekehrt und kommt nach den ersten Klangproben auch über die Intonation der kleinen Klangtruhe Schwärmen. „Sehr schön leicht begleiten kann sie“, sagt er, „ und sich gut an die Singstimmen anschmiegen. Da bin ich sehr froh, dass wir diesen Klang jetzt hier haben.“

Für den Kantor von St. Jacobi schließt sich mit der neuen musikalischen Gefährtin auch ein Kreis. Er erzählt, wie er auf der Suche nach einer Truhenorgel zufällig die italienische Orgel entdeckte, auf der Kompositionen von Frescobaldi oder Byrd viel schöner klingen als auf jeder anderen Orgel. Doch der Plan reifte weiter, neben der imposanten Ott/Schmidt Orgel mit ihren 4806 Pfeifen weiter nach diesem Instrument mit seinen 400 Pfeifen Ausschau zu halten, das besonders mit der Klangwelt des Barock harmonisiert. Dabei stand ihm die Stiftung Ingeborg Fandrey großzügig zur Seite, die mehr als die Hälfte der Kaufsumme übernahm und damit auch die Kosten für die großen Prinzipalpfeifen, die Kordes als klanglich sehr schön beschreibt aber in der Fertigung sehr aufwändig sind.

Schon mit den ersten Tönen entfaltet sich ein filigranes Klanggewebe, das sanft schimmern kann, hell aufleuchten und in tief dunkle Klangfarben ausschwärmen. Damit verbunden ist eine besondere Begegnung für den Musiker, der erstmals in das neue Instrument hinein hört. „Das ist sehr aufregend“, meint Kordes, „wie wenn man einen Menschen neu kennenlernt. Man probiert ein bisschen und man guckt, wie reagiert das Instrument.“ Ins Schwärmen kommt er dann über die sehr deutliche Ansprache der einzelnen Flöten und der Pfeifen, die wunderbar sei. „Ich genieße die Ansprache. Man ist sehr nahe dran. Das sind ja kaum Entfernungen zwischen dem Spieler und den Pfeifen. Das ist sehr schön zu hören.“

Das neue musikalische Kleinod wird zum letzten Oktoberwochenende mit einem dreitägigen Fest für die Orgel eingeweiht, den "Bach-Tagen St. Jacobi". An die traditionelle Orgelmusik am Freitagabend 30. Oktober um 18 Uhr schließt sich am 31. Oktober die Abendmusik zum Reformationstag mit zwei Konzerten um 18 und um 20 Uhr an. In den Kantaten von Johann Sebastian Bach begleitet das neue Instrument vier Solisten sowie Mitglieder der Jacobikantorei.

Zum Gottesdienst am Sonntag begleitet die Truhenorgel zwei Gesangssolisten. Ein weiteres Fest schließt sich am 6. November an; mit einer musikalischen Premiere anlässlich der 2000. Orgelmusik seit Beginn dieser Konzertreihe. Erstmals erklingen an diesem Abend alle drei Orgeln in St. Jacobi.

Links:

Alle Termine der Kirchenmusik in St. Jacobi finden Sie hier im Kulturkalender.

Zur Homepage der Kantorei St. Jacobi

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