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Literarisches Zentrum

Die Veranstaltungen mussten alle leider ohne Publikum stattfinden. Sie wurden beziehungsweise werden aber alle gestreamt und bleiben online verfügbar.

In insgesamt fünf Städten diskutierten Autor*innen, Kritiker*innen, Wissenschaftler*innen über den anhaltenden Boom autobiografischen, autofiktionalen und dokumentarischen Erzählens. Denn viele der meist beachteten Texte sind momentan (semi-)dokumentarischer Natur. »Es wirkt so«, schreibt die Autorin Angela Steidele, »als habe die Literatur das Erzählen aufgegeben, weil sich alle anderen seiner bedienen. Wer will noch fabulieren, wenn er sich mit dem amerikanischen Noch-Präsidenten, dem deutschen Verkehrsminister, Impfgegnern oder Firmenchefs deutscher Automobilkonzerne gemein macht?« Und ganz offenbar bevorzugen auch viele Leser*innen gegenwärtig Geschichten, die durch persönliches Erleben beglaubigt scheinen – Geschichten, in denen das Medium der Selbsterkundung oft auch eines der Beschreibung von Gesellschaft ist.

»Das ist ja ein Themenkomplex«, sagt Projektinitiatorin Anja Johannsen, »der immer noch weiter an Dringlichkeit gewonnen hat in diesem Jahr.« Denn mit dem Ausbruch der Pandemie »hat das Unbehagen in der Fiktion noch zugenommen«, vermutet der Philosoph Guillaume Paoli; »einerseits, weil wir Situationen erleben, die bisher literarischen Dystopien angehörten, andererseits, weil die Wirklichkeit u.a. von sogenannten >Querdenkern< fiktional verzerrt wird«.

Die Veranstaltung am 27. November im Literarischen Zentrum Göttingen hatte das Motto „Lüge, Poesie und Identitätspolitiken“. Es diskutierten Johannes Franzen, Lena Gorlik, Deniz Utlu, Jan Wilm und Simon Sahner. Das Video ist hier als Aufzeichnung zu sehen.

 Ausgehend von Berlin, wurden seit 1986 zunächst in den großen Städten Deutschlands, Österreichs und der Schweiz, dann schnell auch in mittelgroßen Städten dieser Länder Literaturhäuser gegründet, die sich in wenigen Jahren zu lebendigen Treffpunkten für die Literatur und das Buch der Gegenwart entwickelten und im kulturellen Leben ihrer Städte zu unverzichtbaren Einrichtungen wurden.
Sinn dieses Zusammenschlusses ist es, Erfahrungen und Kontakte auszutauschen und über gemeinsame Projekte und Mittelakquisition im deutschsprachigen Raum als Literaturvermittler zu wirken.


Link:

Netzwerk der Literaturhäuser

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