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GSO

Den Auftakt des Konzerts machte aber zunächst der atmosphärische Gopak aus der Oper „Der Jahrmarkt von Sorotschinzy“ von Modest Mussorgsky  – ein Werk, das das Orchester locker, leicht und atmosphärisch präsentierte, kurze freche Schläge auf dem Tamburin ließen das fröhliche Jahrmarkttreiben in der eigenen Vorstellung lebendig werden.

Mit diesem kurzen, aber intensiven Einstieg leitete Nicholas Milton zu einem der in meinen Augen überwältigendsten, nicht mit Worten zu fassenden Werke über  – dem Konzert für Klavier und Orchester Nr. 2 c-Moll op. 18 von Sergej Rachmaninow. Gemeinsam mit Pianist Joseph Moog entsandten das Göttinger Symphonie Orchester eine in sich absolut harmonische, berührende Woge vollkommenster Klangfarben und Stimmungen in den Saal. Blicke der Faszination folgten insbesondere den Händen von Moog, die in Perfektion schnellste Tempi meisterten. Wenn man weiß, dass Rachmaninow das Werk nach einer Zeit der Depression und Schaffenskrise zu Papier brachte, wirkt es in all seinen emotionalen Facetten wie eine Befreiung und ein Kampf zurück in das Leben. Es sind Klänge, die die Seele der Zuhörer in ihrer Tiefe berühren und gleichzeitig einen ebenso tiefen Blick in die Seele des Komponisten gewähren. Höhen und Tiefen, Melancholie und Schmerz, Lebendigkeit und Freude – eine gewaltige Klangvielfalt erfüllte den Saal, eine meisterhafte Leistung  von allen Beteiligten,  insbesondere in dem so wirkmächtigen Herzstück der ersten beiden Sätze. Mit dem herrlich gespielten „Somewhere over the rainbow“ als Zugabe schuf Moog einen sanften Übergang zum zweiten Teil des Konzerts.

Musik ist keine Illusion, sie ist Offenbarung. Und darin besteht ihre sieghafte Kraft, dass sie eine Schönheit offenbart, die uns in keiner anderen Sphäre zugänglich ist und uns mit dem Leben versöhnt.“ – Die „sieghafte Kraft“, von der Tschaikowski hier sprach, war nicht nur im ersten, sondern auch im zweiten Teil des Konzertabends sehr präsent, denn auch seine Symphonie „Pathéthique“ in  h-Moll op. 74 entfaltete im Saal eine eindrückliche Klangwelt.

Düster in seiner Wirkung, aber wunderbar warm gespielt von Ömür Kazil, erklang das Fagott und wurde behutsam von den Celli aufgefangen, denen sich schöne Akzente der Kontrabässe, die flinken Striche der Geigen und schließlich die von Bettina Bormuth wunderbar gespielte Flöte anschloss. Sie führten hinein in einen kraftvolleren Teil, der von Johannes Karl an der Pauke wunderbar verstärkt wurde und dem das wohltuende Hauptthema des Werks folgte:  Bezaubernd präsentierten es zunächst die Bratschen, dann schließlich Manfred Hadaschik auf der Klarinette – doch wurde es schlagartig von einem überkommenden Einbruch und dramatischen Melodien beendet. Durch alle Sätze hindurch erkämpfte sich das harmonische Thema jedoch immer wieder seine Präsenz. Mal wurde es von den Streichern, mal von den Klarinetten, den Flöten, den Posaunen und Hörnern gespielt, die sich wunderbar im Wechsel zeigten, ebenso wie die kraftvoll tragischen und dann wieder leichten, gar walzerähnlichen Sequenzen des eindrücklichen Werkes. Berührend kehrte im Finale. Adagio Lamentoso-Andante die berührend warme Melodie des Fagotts zurück und führte mit den Streichern in wirkmächtige Wogen voller Tragik, die die Musiker*Innen mit Leidenschaft spielten.

Nach diesen beiden gewaltigen Kompositionen beendete Milton, wie auch im zweiten  Konzert zu Beginn der Spielzeit mit einem besonderen Moment der Stille, gefolgt von einer tiefen Verbeugung vor den Musikerinnen und Musikern, die das Auditorium mit lang anhaltendem Applaus bekräftigte.

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