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Das Spielzeitmotto „Solidarität – Leave no one behind!“ versteht sich für Nico Dietrich auch als Aufruf, in der aktuellen Krisenstimmung Stellung zu beziehen: Gegen die ungerechte Verteilung von Wohlstand, die während der Pandemie den sozialen Absturz vieler Menschen beschleunigt. Gegen ein Gesundheitssystem, das vorwiegend auf Rendite ausgerichtet ist und auch gegen eine Politik, die mit bürokratischen Förderprogrammen operiert anstatt eine Kulturszene zu bestärken, die in das soziale Elend abdriftet. Das Junge Theater steht auch den Kultureinrichtungen als Spielort zur Verfügung, die corona-bedingt ausweichen müssen, während die Theatermacher selbst nach weiteren Spielorten Ausschau halten und neben der Waldbühne und dem Freibad am Brauweg in der kommenden Saison mit dem Stück „Nipple Jesus“ von Nick Hornby vielleicht sogar eine Galerie bespielen. Dort könnte dann ein Museumswärter ein provokantes Kunstwerk gegen die öffentliche Meinung verteidigen.

In den Stücken selbst sind die gesellschaftlichen Krisenszenarien nicht das zentrale Thema. Aber was die Fragen von Nähe und Distanz oder auch die eines solidarischen Miteinanders angeht, kommt es natürlich immer wieder zu Querverweisen und zu inspirierenden Nahaufnahmen. Sebastian Wirnitzer wird Dario Fos ehe-müdes Paar in der „Offenen Zweierbeziehung“ in einen heftigen Beziehungsclinch verwickeln. Auch in Goethes „Wahlverwandtschaften kollidieren zwischen den Paaren die Wünsche und die Ansprüche unter scheinbar gesicherten Verhältnissen.

Es sind vorwiegend Stücke mit kleinen Besetzungen, die der JT-Intendant für das nächste Theaterjahr ankündigt und das auch mit dem Wunsch, dass es in der aktuellen Krisenstimmung zu heiter unterhaltsamen Begegnungen mit den Bühnenfiguren kommt. Dafür stiftet das neue Ensemblemitglied Michael Johannes Meyer seinen „Wiener Liederabend“.

Mit „Dirty Old Town“ steht eine weitere Musikshow auf dem Programm, die Tobias Sosinka mit seinem musikalischen Team-Gefährten Fred Kerkmann im Januar 2021 inszenieren wird. Ebenfalls auf dem Spielplan steht ein weiteres biografisches Szenario von Joachim Meyerhoff mit der dramatischen Fassung seines Romans „Alle Toten fliegen hoch –Amerika“, die in Göttingen uraufgeführt wird. An „Fridays Future“ und die Diskussion zur Klimakrise knüpft das Haus mit E.T.A Hoffmanns märchenhafter Erzählung „Der goldene Topf“ an, in der sich ein strebsamer Student in eine fantastische Welt hineinträumt.

Tradition im Spielplan haben auch die Projekte zur Stadtgeschichte. Peter Schanz inszeniert seine dramatische Forschungsreise über Gottfried August Bürger und einen nicht nur literarisch renitenten Zeitgenossen der Goethezeit unter dem Titel „Bürgerdenkmal“.

Die Komödie „Extrawurst“ wollte Nico Dietrich ursprünglich zum Saisonstart inszenieren. Doch dann war aufgrund der Pandemie auch kreatives Timing gefragt, so dass der Aufruhr bei der Mitgliederversammlung eines Tennisclubs erst im April Premiere hat. Noch in Planung ist das Kinder- und Familienstück für die kommende Saison. Auch hier setzt das JT-Team auf eine kreative Lösung mit Blick auf den Verlauf der Pandemie und die Bedingungen für eine Open-Air-Inszenierung, die vielleicht im Hof Premiere haben wird - oder an einem anderen Bühnenschauplatz.

Links:

Zur Homepage des Jungen Theaters

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