„Das klingende Museum“ im Clavier-Salon mit Gerrit Zitterbart

Es ist ein einzigartiges Museum in Deutschland – der Clavier-Salon von Gerrit Zitterbart in Göttingen. Sieben Klaviere aus unterschiedlichen Epochen sind nicht nur ein Zeugnis des Instrumentenbaus, sondern auch Zeitzeugen der Musikgeschichte. Am ersten Abend der neuen Serie „Das klingende Museum“ wählte Zitterbart Kompositionen von Carl Philipp Emanuel Bach bis Maurice Ravel aus.

Alle sieben Instrumente kamen zum Einsatz. Deshalb empfing der Salon seine Besucher mit dem gewaltigen Anblick der sieben geöffneten Instrumente.

Der Museumsleiter ist zum Glück auch der Führer durch die Ausstellung. Gekonnt stellt der Pianist Gerrit Zitterbart seine Instrumente vor, erläutert die Unterschiede und die jeweiligen Besonderheiten der einzelnen Klaviere, wie zum Beispiel die vier Pedale des Flügels von 1825. Zwei weitere wurden bei der Restaurierung ausgebaut: ein Pedal für eine Art Trommel und ein Pedal für eine Glocke. Für beides gibt es keine Literatur, so dass eine Restaurierung dieser Mechanik nicht sinnvoll war.
Die Literatur hat Zitterbart so ausgewählt, dass man sich die Komponisten gut genau an diesem jeweiligen Instrument vorstellen konnte. Und die passenden Geschichten zu den Kompositionen wurden gleich mitgeliefert: klang nicht dieser Carl Philipp Emanuel Bach ein wenig nach Mozart? Ja, denn das Thema von „La Boehmer“ verwendete Mozart in seinem Pasticcio-Klavierkonzert.

„Stellen Sie sich vor, wie der reife Beethoven an diesem Instrument seine frühe Sonate F-Dur op. 10.2 spielt“, erläuterte Zitterbart und verschwand in der Ecke hinter dem Instrument aus dem Jahr 1815. Von dort spielte er den jungen Beethoven so frisch und luftig, dass man den Schwierigkeitsgrad dieser Musik nur erahnen kann.

Das setzt sich mit den Werken von Franz Schubert, Felix Mendelssohn-Bartholdy, Johannes Brahms, Franz Liszt (großartig die Interpretation vom „Unstern“) und Maurice Ravel.

Man darf sich auf zahlreiche weitere Museumsabende freuen, die so gar nichts Museales an sich haben, sondern die Musikgeschichte ganz wunderbar lebendig machen.

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