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Der Musa-Chor unter Andreas Jedamzik sang "Politische Lieder"

Am Samstag und Sonntag sang der musa-Chor unter der Leitung von Andreas Jedamzik Konzerte unter dem Titel Politische Lieder. Dafür haben sie sich zwei eher ungewöhnliche Orte ausgesucht: In Witzenhausen sangen sie im Capitol Kino und in Göttingen auf der großen Bühne des Jungen Theaters. Beide kostenlosen Konzerte waren gut besucht, in Göttingen sogar so sehr, dass die Zuschauer ab einer viertel Stunde vor Konzertbeginn die Treppen und Gänge an den Seiten zusätzlich nutzen mussten und einige sogar aus Platzgründen wieder gingen. In einer Zeit, in der politisch viele Umbrüche und Unruhen geschehen, scheint das Thema des Konzertes besonderen Anklang zu finden.

Der Chor hatte sich selbst zu diesem Thema entschlossen, recherchiert und alles gesammelt, was unter politischen Liedern verstanden werden konnte. Gemeinsam wurde daraufhin eine Auswahl getroffen, die natürlich auch davon abhing, ob die entsprechenden Lieder in einem Chorarrangement zu finden waren. Die Auswahl war durch die Jahrhunderte, Länder und Sprachen vielseitig gemischt und abwechslungsreich – von Heinrich Schütz‘ Satz zum Psalm 58 (Wie nun, ihr Herren?) aus dem 17. Jahrhundert und Robert Burns‘ A Man’s a man for a‘ that aus dem 18. Jahrhundert bis Arbetlose-Marsch, ein jiddisches Arbeiterlied von Mordechaj Gebirtig aus dem 19. Jahrhundert, und der südafrikanischen Nationalhymne Nkosi Sikelel‘ iAfrika (Enoch Sontonga, Samuel Mqhayi), oder auch einer Chorfassung von Bruce Springsteens Factory mit einer tollen Gitarrenbegleitung. Das Programm war in die Kategorien Freiheit, Krieg und Frieden, Arbeiter- und Soldatenlieder, sowie, in Anlehnung an ein Herbert Grönemeyer Lied Der Mensch heißt Mensch gegliedert. Die ausgewählten Stücke waren sowohl inhaltlich als auch klanglich fesselnd und man konnte ihnen, dank der abgedruckten Texte (samt Übersetzungen) im Programmheft, sehr gut folgen, auch dann, wenn der Inhalt selbst aus sprachlichen oder gesanglichen Gründen nicht deutlich zu verstehen war. Im letzten Teil des Konzertes sangen Chor und Publikum gemeinsam das bekannte Volkslied aus dem Anfang des 19. Jahrhunderts Die Gedanken sind frei mit nachdenklichen, aber doch bestimmt fröhlichen Lächeln.

Dem Göttinger Publikum war seine Begeisterung durchweg anzuspüren, die sie nach jedem Lied mit tollem Applaus bekundeten. Dies war natürlich auch für die Chorsänger auf der Bühne deutlich zu spüren und motivierte sie musikalisch, im Besonderen auch bei schwierigeren Liedern wie Die Weber (Text: Heinrich Heine (1797-1856) und Georg Herwegh (1817-1875), Musik: Hermann Ambrosius (1897-1983)) noch mehr. Am Ende forderten sie mit tosendem Applaus und Zugabe-Rufen den Chor auf noch nicht zu gehen und erhielten zwei Lieder, die im Laufe des Konzertes schon einmal sehr gut angekommen waren. Kein Wunder also, dass nach einem solch tollen Konzert die Spenden im Hut am Ausgang nicht klimperten, sondern ganz leise hinein knisterten.

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