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Lokhalle

Wenn die Musik verklingt, schreitet er die Bühne hinauf; im Matrosenzwirn, graue Haare, raspelkurz, verbeugt sich hastig, hallo, guten Tag, hier bin ich! Er holt eine Packung Kippen heraus, zündet sich eine an. Einleitung, warme Worte, er freut sich hier zu sein, Darmstadt und andere Stationen seiner bisherigen Lesereise interessieren ja keine Sau, aber Göttingen sei ihm wirklich wichtig, ein ganz besonderer Ort, später erfährt man auch warum. Einige Zwischenrufe aus der ersten Reihe quittiert er schnell mit ein paar trockenen Kommentaren, anschließend bleibt es ruhig, der Heckler scheint bedient. Gierig greift er nach dem Wasserglas, zieht ein paar Mal an der Zigarette und beginnt etwas zittrig, aber voller Bock, die ersten Zeilen aus „Nüchtern“, einer Novelle von achtzig Seiten, vorzulesen. Das Wasserglas auf dem Tisch hat einen direkten Bezug zur Novelle, denn es hat einen Grund, warum er nur noch Wasser trinkt. Er hätte es mal übertrieben, Alkohol sei für ihn auch immer das Einfallstor für härtere Drogen gewesen, also wollte er lieber ganz verzichten, das ließe sich als Regel auch besser merken.

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