GSO-Rathausserenade

Mit nur zwei Violinen, einer Bratsche, einem Kontrabass und einer hervorragend aufeinander abgestimmten Auswahl an Werken, schafften es vier Musiker des Göttinger Symphonieorchesters, eine hinreißende Stunde voller Heiterkeit zu kreieren.

Mit Leidenschaft und voller Elan präsentierten Dmitri Feinschmidt (Violine), Jordi Herrera Roca (Violine), Yair Lantner (Viola) und Takanari Koyama (Kontrabass) im Saal des Alten Rathauses acht Stücke mit vielfältigen Walzer- und Polka-Variationen. Bereits beim Begrüßungsstück, Figaros Hochzeit Ouvertüre von Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791), glitten die Bögen wieselflink über die Saiten, erzeugten volle Klänge und wogenartige Passagen, die immer dynamischer wurden und in einem schönen Finale gipfelten.

Lebendig, aber etwas ruhiger blieb es auch beim Streichquartett Es-Dur op. 33 Nr. 2 von Joseph Haydn (1732-1809). Takanari Koyama setzte mit seinem Kontrabass schöne, tiefe Akzente und die Geigen zeigten sich sehr harmonisch in ihrem Spiel. Dmitri Feinschmidt spielte seine kleinen Soloparts selbst in den höchsten Tonlagen klar und präzise und wurde schließlich immer wieder eingeholt von harmonischen Passagen im Zusammenspiel mit dem ganzen Quartett. Im Zuge der Sätze steigerte sich das Tempo, noch immer mit brillanter Präzision und Elan der Musiker und in stetem Wechsel von dramatischen Melodien und fröhlichen Abschnitten. Den Abschluss krönte ein zart-witzelndes Hüpfen der Geigen.

Dynamisch und schwungvoll wurde es mit gleich mehreren Werken von Johann Strauss (Sohn) (1825-1899), beginnend mit Rosen aus dem Süden. Walzer op. 388: wunderbar melodisch, voller Anmut und Leichtigkeit. Präzision und Unbeschwertheit setzten sich auch ob der rasanten Tempi der Polka Leichtes Blut. Polka schnell op. 319, der Galoppin-Polka sowie Éljen a Magyar. Polka schnell op. 322 weiter fort, jedoch in wesentlich flotterem Tempo, dennoch absolut im Takt. Ein besonderer Höhepunkt war die Ouvertüre zur Operette „Die Fledermaus“ mit erneut anmutigen Walzerklängen und einem schönen Miteinander des Quartetts und einem sanften Schimmern leichter Melancholie und Sehnsucht, die von erneuter Heiterkeit wieder eingeholt wurden. Man kann nur dankbar sein, dass Johann Strauss nicht auf seinen Vater gehört hatte, der die Ambitionen und die Leidenschaft seines Sohnes für das Komponieren keineswegs befürwortete. Inmitten all der Strauss-Werke überraschte an passender Stelle noch ein Stück von Josef Lanner Die Mozartisten. Walzer op. 196, mit dramatisch anrührendem Beginn, der über rasante Tempi und plötzlich ruhigere Passagen in wunderbare Walzerklänge überging. Ein Stück, in dem Lanner prägnante Passagen aus Mozarts Opern „Die Zauberflöte“ und „Don Giovanni“ vereinte und Walzerelemente einfügte, gewidmet den „Verehrern des unsterblichen Meisters“.

Selbst die raffiniertesten und schnellsten Sequenzen wurden von den Musikern in diesem Konzert bravourös und akkurat gespielt. Takanari Koyama führte humorvoll mit kleinen Einführungen und Hintergrundinformationen zu den Komponisten durch das Konzert. Ein wunderbar heiterer Abend, der mit langem Applaus belohnt wurde. Die zahlreich erschienenen Gäste wurden mit einer sehr zu Herzen gehenden Zugabe als weiterer Höhepunkt verabschiedet, mit Astor Piazzollas Tango „Oblivion“- erneut wunderbar gespielt.

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