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Göttinger Kultursommer

Hinweis: exklusiv für Sie

Der Hüftschwung sitzt und auch die Stiefelkante auf den Tasten. Jetzt fehlt eigentlich nur noch der passende Dancefloor im Alten Rathaus. Zum Glück ist zwischen den Stuhlreihen im Alten Rathaus ausreichend Platz zum Grooven, denn still sitzen ist bei „Cloud 6“ ein Ding der Unmöglichkeit. Das bekommen nicht nur die Rock ’n' Roll Fans unmittelbar zu spüren sondern auch die Bluesfraktion. Kim Lucian Shastri und seine Band entführt sie immer wieder auf Wolke Sieben, wo es dann auch ganz mächtig swingt.

In Hamburg hat der Göttinger Musiker und Entertainer „Cloud 6“ neu formiert und mit Pianist Christoph Wiatre, Gitarrist Thilo Hornschild, Drummer Matthias Friedel und Rossi van Hautent am Kontrabass die ideale Besetzung für den Sound der 50er Jahre. Jetzt schwärmt er von einem ganz besonderen Heimspiel in der ehrwürdigen historischen Rathaushalle, bei dem natürlich mit „Leaving Home“ auch eine musikalische Widmung auf dem Programm steht, die sich vermutlich auch hinter dem Song „I still love you all“ verbirgt. Doch bevor „Cloud 6“ das beschwingte Publikum mit Titeln aus dem aktuellen Album rockt, ist erst mal ein sentimentaler Abstecher in die Ära von Elvis Presley fällig. Nicht nur die Musiker sind perfekt auf den Background Chor für „Volare“ eingestimmt sondern auch das musikalische Parkett. Die Frage, „ seid ihr gesangsfreudig“ bestätigt es locker für den italienischen Schmachtfetzen. „Run Baby Run“ ist auch kein Problem für den Publikumschor, der sogar in Teenager-Höhenlagen zu kreischen vermag und mindestens so viel Spaß hat, wie der gut gelaunte Frontman und seine „Cloud 6“-Artisten.

Es bleibt natürlich nicht bei den markanten Hüftschwüngen von Kim Lucian Shastri und den euphorischen Luftsprüngen - auch Rossi van Hauten gönnt sich mit seinem Kontrabass gerne waghalsige Pirouetten und artistische Posen. Frei schwebend und mindestens so abenteuerlich wie seine perkussiven Saitensprünge tritt er in einen sportlich-launigen Dialog mit Drummer Matthias Friedel und Christoph Wiatke am Flügel. Der Gitarrist Thilo Hornschild versteht sich auf magische Schwebemomente, die in den filigran temperierten Akkorden anklingen - vor allem dann, wenn er solistisch mit Blues und Ragtime ausschwärmt, Boogie- Woogie Höhenflüge unternimmt oder in Balladenstimmungen abtaucht. Wolke Sieben ist nie fern. Und da wird auch viel gelacht über Texte und Tunes und nicht nur geträumt. Sei es über die klassischen „My Baby Left Me"-Dramen oder über eine Honey-Moon-Nacht, in der bereits eine Zukunft mit täglichen Whiskyrationen lauert. Auf Hotelfluren werden blutig anmutende Rotweinrätsel gelöst, während „Cloud 6“ sich auch ohne Bläser im Bigband Sound vergnügt.

In den Rock ‘n‘ Roll und Chicago Blues, Dixie Shuffle und Boogie-Woogie Retrozeiten spricht auch nichts gegen eine Runde Latin groove. Das Rezept für die nächste Rumba Session stiftet Kim Lucian Shastri gern dazu und lässt den Mikrophonständer kreisen: „Bonuspunkte sammeln für den Chiropraktiker“: Dafür bestens geeignet sind natürlich auch die Elvis Presley Medleys, die auf der Bühne die Schlagzahl der Hüftschwünge und der Kontrabass Pirouetten erneut beschleunigen. Der Retro Sound will einfach nicht in die Jahre kommen, auch nicht bei „Rock around the clock“ und schon gar nicht bei „Cloud 6“. Die Ansage „mit und ohne Hüftschwung“ gilt auch weiterhin: „Everybody let’s rock.“

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