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Vox Organi Festival

Groß ist die Freude bei Jacobikirchenkantor Stefan Kordes. Allen widrigen Bedingungen zum Trotz kann das Vox Organi-Festival so stattfinden wie geplant, wieder mit mehreren musikalischen Andachten in der St. Jakobikirche. Nachdem der ursprünglich vorgesehene Gastorganist absagen musste, kündigt Kordes mit Christoph Schoener nicht nur einen fantastischen „Ersatz“ an sondern auch ein spannendes großes Programm, das der frühere Kirchenmusikdirektor an der Hamburger Hauptkirche St. Michaelis in Göttingen erklingen lässt.

Das Publikum ist schon jetzt gespannt auf die Variationen und Fuge über ein Thema von Händel op. 24 von Johannes Brahms in der Orgelfassung von Rachel Laurin, wenn Kordes ein „richtig großes Stück für Klavier“ ankündigt, „das man auf der Orgel eigentlich gar nicht spielen kann.“ Und dann lässt Christoph Schoener die Ott-Schmid-Orgel in ihrer ganzen Klangpracht in den schönsten und feurigsten bewegenden Farbstimmungen strahlen.

Schoener macht zunächst hellhörig für die existenziellen Dimensionen, in die Brahms sich mit Händel vertieft. Es ist der Weg vom Ton zum Klang und dann zum Mehrklang und zur Vielstimmigkeit, den er in Orgelfassung von Franz Liszt mit dem Pilgerchor aus Richard Wagners Oper Die Meistersinger von Nürnberg aufnimmt. Zunächst mit diesem samtenen Schimmer, den die dunklen Orgelfarben für die Momente von Andacht annehmen, bis die Chorstimmen einsetzen. Effektvoll und mit leidenschaftlicher Emphase bestürmen sie das Leitmotiv, um dann erneut in der Kontemplation wie in der Geborgenheit eines vielstimmigen Mehrklangs zu verweilen.

In diesen gemeinsamen Mehrklang begibt sich auch Pastor Harald Storz in seiner Lesung mit dem Hinweis auf die heilsame und so vielfältig bereichernde Wirkung der Musik:„Singet dem Herrn ein neues Lied“, das sei ein guter Rat, bekundet Storz, der auch in wissenschaftlichen Studien immer wieder angesprochen werde und auf den sich auch die Medizin mit ihren Empfehlungen versteht. Auf dass die Zuhörer:innen und auch die Kirchengemeinde nicht mehr lange auf das gemeinsame „Cantare“ verzichten müssen, die jetzt den Gesang der Orgel erleben und wie sie die Gefühlswelt bereichert.

In freundlicher Aufbruchsstimmung entfaltet sich zunächst der melodische Kosmos, aus dem Brahms in seinen Variationen schöpfte. Die prachtvollen Farbkontraste, die Christoph Schoener an der Orgel zusammenwirken lässt, erinnern an einen Mahlstrom, der in die tiefsten Seelenlandschaften vordringt. Dort trifft das hymnische Pathos auf sanft fließende Klangbilder und melodische Lichtstimmungen, die mit leidenschaftlich dramatischer Wucht gebrochen werden, um dann auch heiter zu beschwingen oder einer melancholischen Spur zu folgen. Mit Christoph Schoener widmet sich ein virtuoser Klangmaler diesem imposanten Klanggemälde für die Orgel. Erneut bäumen sich die Orgelstimmen in den Variationen zu einem gewaltigen Klangkosmos auf, der den Kirchenraum durchdringt; als gelte es, bis an die Grenzen der Ultima Ratio vorzudringen und das ersehnte erlösende Fanal, in dem jeder Ton sein tief bewegendes Echo hinterlässt.

Mit Franz Liszts Komposition Der heilige Franziskus von Paule auf den Wogen schreitend wird die St. Jacobikirche wieder zum Andachtsraum. Doch auch in Wolfgang Sebastian Meyers Orgelfassung kommt es zu dramatischen Kontrasten, die das kontemplative Tableau durchdringen, wenn Christoph Schoener mit der Ott-Schmid-Orgel einen faszinierenden Kosmos an Klangfarben zum Klingen bringt und sein Publikum noch einmal musikalisch reich beschenkt. 

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